Eine unendliche Geschichte

Zukunft und Technik

Raubkopie der Raubkopierer

Ende August tauchte auf den einschlägigen Webseiten ein neuer Torrent auf. Der Inhalt der 21,3 GByte großen Datei: Das exakt 873.671 Torrents umfassende Verzeichnis von thepiratebay.org. Die Betreiber des Trackers Btarena stellten die Daten zusammen mit einer Anleitung, die exakt beschreibt, wie man dieses Archiv auf seinem eigenen Webserver anbietet, zum Download bereit. Wie das Ganze aussieht, zeigt Btarena unter dem Stichwort TPB Copy.

Sinn und Zweck dieser Spiegelungen ist es, eine Art Torrent-Archiv im Netz zu etablieren und einzuspringen, falls das Original eingestellt oder verkauft wird. Den Machern von BTArena zufolge soll das Hinzufügen neuer Torrents problemlos möglich sein. Zudem wurden alle Links bereits auf den neuen Tracker OpenBitTorrent umgestellt. Fast zeitgleich öffnete mit Publicbt (Public BitTorrent) ein weiterer öffentlicher Tracker seine Pforten.

Auf diesem Knoten tummeln sich laut Informationen von Filesharingz bereits jetzt durchschnittlich fünf Millionen Seeder und Leecher, die rund eine Million Torrents am Laufen haben. Und auch in den Torrents, die derzeit noch über TPB geladen werden können, ist OpenBitTorrent bereits als Tracker integriert (siehe Kasten "Das BitTorrent-Protokoll im Detail").Beide Tracker setzen - wie übrigens auch The Pirate Bay selbst - auf die von einem Deutschen entwickelte Open-Source-Software Opentracker (erdgeist.org/arts/software/opentracker).Dieses System zeichnet sich unter anderem durch eine hohe Geschwindigkeit, Unterstützung des Protokolls IPv6 und ein höheres Maß an Anonymität aus.

Die Zukunft ist dezentral

Gerüchten zufolge wollen sich OpenBitTorrent, Public BitTorrent und weitere Tracker zu einem globalen Netz zusammenschließen, um zukünftig zu verhindern, dass das Schließen eines Trackers zum Komplettausfall des ganzen BitTorrent-Netzwerkes führt.

Das BitTorrent-Protokoll im Detail

Bei .torrent-Dateien handelt es sich um nichts weiter als Steuerdateien, die für die reibungslose Kommunikation zwischen Seeder, Leecher und Tracker sorgen. Sie können sich den Inhalt selbst ansehen, indem Sie eine solche Datei, zum Beispiel ubuntu-9.10-alternate-i386.iso.torrent, in einem Texteditor öffnen. Die ersten Zeilen der Datei sehen so aus:

d8:announce39:http://torrent.ubuntu.com:6969/announce7:comment29:Ubuntu CD releases.ubuntu.com13:creationdatei1256817371e4:infod6:lengthi723068928e4:name30:ubuntu-9.10-alternate-i386.iso12:piece lengthi524288e6:pieces27600

Diese Codezeilen zeigen dem BitTorrent-Client an, dass er eine Verbindung mit dem Tracker http://torrent.ubuntu.com:6969/announce herstellen und die Datei ubuntu-9.10-alternate-i386.iso anfordern soll.

Der am Anfang stehende Befehl d legt fest, dass es sich bei den folgenden Einträgen um so genannte Dictionaries handelt, die Länge des jeweiligen Strings gibt die Zahl an, die vor dem Doppelpunkt steht. Die Angabe 39: zeigt dem Client also an, dass der folgende Text 39 Zeichen lang ist. Diese Regel gilt so lange, bis ein e das Ende markiert.

Die Größe der Datei legt der Schlüssel length fest, wobei das nachfolgende i besagt, dass es sich beim String um einen Integerwert, also eine Zahl handelt. In diesem Beispiel ist die Datei 723068928 Byte groß, was exakt 689,57 MByte entspricht. Die Datei wird aber nicht als Ganzes geladen, sondern in kleinen Häppchen übertragen. Jedes der als piece bezeichneten Teile ist im Beispiel exakt 524 288 Byte (entspricht 512 KByte) groß.

Die Summe aller Teile gibt der Schlüssel pieces an. In diesem Fall sind es 27 600 Segmente. Um hier aber auf die tatsächliche Dateigröße zu kommen, muss der pieces-Wert durch 20 dividiert werden. Der Grund: Im BitTorrent-Protokoll ist festgelegt, dass dieser Wert ein Vielfaches von 20 sein muss und wiederum in Segmente mit der Länge 20 aufgeteilt ist.

Multipliziert man 1380 mit 512, ergibt sich als (aufgerundete) Dateigröße 690 MByte. Details zum BitTorrent-Protokoll können Sie direkt auf der Entwickler-Homepage (www.bittorrent.org/beps/bep_0003.html) nachlesen.

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