Großreinemachen

XP entrümpeln

Wer nie aufräumt, hat keinen Platz, benötigt immer mehr Zeit, bis er etwas findet und kapituliert irgendwann vor dem Staub. Bei Windows XP treten ähnliche Effekte auf. Da hilft nur ein Durchmarsch der Putzkolonne.

XP entrümpeln

© Tom Rathert

XP entrümpeln

Dass Windows mit der Zeit immer langsamer wird, scheint ein Naturgesetz zu sein. Doch mit etwas Pflege lässt sich der Verfall aufhalten. Wenn Sie ein relativ unbeflecktes XP haben, machen Sie am besten erst einmal ein Backup der Systempartition, etwa mit Norton Ghost oder Acronis True Image. Eine Neuinstallation haben aber die wenigsten Anwender. Deshalb ist ein Ausmisten der bestehenden Version angesagt.

Zimmeranbau

Der erste Schritt sollte eine Trennung von Daten und System sein. Gibt es einen Crash im System, lässt sich meistens noch auf die Datenpartitionen zugreifen. Wer noch eine kleine Festplatte mit 12 bis 20 GByte hat, sollte über eine weitere Festplatte nachdenken. 500-GByte-Festplatten (intern und extern) gibt schon für unter 100 Euro, und die Preise fallen weiter. Für die Änderung der Größe der Systempartition benötigen Sie einen Partitionsmanager, etwa den Paragon Festplatten Manager. Neue Festplatten lassen sich mit dem Partitionierer von XP aufteilen und formatieren.

XP entrümpeln: XP Clean Express

© Tom Rathert

XP Clean Express findet fast ein Gigabyte Datenmüll auf der Festplatte.

Wer viele Dateien von einer Sorte hat, etwa die 1.000 MP3-Lieder der encodierten CD-Sammlung oder digitale Fotos, spendiert ihnen jeweils eine eigene Partition. Wenn Sie sich eine Ordnerstruktur überlegen und Suchprogramme wie Copernic Desktop Search verwenden, haben Sie einen optimalen Zugriff auf die Dateien.

Öffnen Sie dazu die Systemsteuerung und klicken Sie in der klassischen Ansicht auf Verwaltung, Computerverwaltung und dort auf die Datenträgerverwaltung. In der XP-Ansicht kommt in der Systemsteuerung noch der Zwischenschritt Leistung und Wartung hinzu. Eine neue Partition legen Sie an, indem Sie auf einen freien Bereich klicken und unter Aktion/Alle Tasks auf Neu Partition... klicken.

Die Systempartition sollte so groß sein, dass - wenn alle Anwendungs-Software (auch die künftige) installiert ist - noch ein Drittel frei ist. Alternativ legen Sie eine weitere Partition für die Anwendungen an. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es immer wieder Programmierfehler gibt, so dass einzelne Programme dann doch auf der Systempartition installiert werden müssen. Ein Erfahrungswert der letzten beiden Jahre ist eine Größe von 20 bis 30 GByte für die Systempartition.

Programmmüll

Nun zur Systempartition: Anwendungen hinterlassen Müll-Bytes an den verschiedensten Stellen. Da gibt es Programme, die Sie nur einmal im Monat benötigen, aber jedes Mal mit Windows mitstarten. Manche Programme lassen sich nicht richtig deinstallieren und hinterlassen überflüssige Dateien und Ordner auf der Festplatte.

Wenn Sie Pech haben, starten die Artefakte noch Prozesse, die Windows langsamer machen, aber keine andere Anwendung benötigt. Einträge im Programm-Menü des Start-Menüs und nicht aufrufbare Programmnamen im Installationsordner erschweren die Übersicht von Windows. Verwaiste Verknüpfungen bleiben auf dem Desktop zurück.

Vorsicht: Bevor Sie versuchen, Programme zu löschen und wieder herzustellen, legen Sie einen Systemwiederherstellungspunkt an und sichern Sie alle Ihre Daten. Änderungen in der Registry und Dateien löschen machen Sie in eigener Verantwortung.

Ärmel hochkrempeln

XP entrümpeln: CCleaner

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CCleaner analysiert schnell den Rechner und schafft den Datenmüll weg.

Welche Datei gehört zu welcher Anwendung? Ist das eine notwendige Systemdatei, eine vergessene Programmbibliothek einer längst ausprobierten und wieder deinstallierten Shareware-Software oder vielleicht das Wörterbuch zu einer Rechschreibprüfung? Mit dem ersten installierten Programm verliert der Anwender den Überblick.

Hilfe bringen Aufräum-Tools wie CCleaner und XP-Clean Express. Beide Programme haben in einem viel benutzten XP-Rechner knapp ein Gigabyte an überflüssigen Dateien entfernt. Dazu gehören temporäre Dateien, Cookies, verwaiste Verknüpfungen und Programmbibliotheken sowie jede Menge Registry-Einträge. Bei beiden Tools gibt es die Möglichkeit, die Trefferliste an überflüssigen Daten noch einmal durchzuscrollen und gegebenenfalls anzupassen. Außer den beiden Programmen gibt es noch ein paar Spezial-Tools, die sich auf temporäre Dateien oder Registry-Einträge spezialisiert haben.

Die Registrierungsdatenbank ist die Schaltzentrale und das Gehirn des Betriebssystems und damit aller Anwendungen. In ihr speichert XP alle Informationen, wo sich welche Dateien befinden, welche Treiber eine Hardware verwenden soll und welche Prozesse mit welchen Parametern starten sollen. Auch das Aussehen von Standardordnern legen Werte in der Registry fest.

XP entrümpeln: RegShot

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Der Statusreport von RegShot zeigt Unterschiede zweier Systemzustände in der Registry an.

In der Registry finden sich auch überflüssige Einträge, die beispielsweise Software nach der Deinstallation zurückgelassen hat. Diese unnötigen Einträge lassen sich mit Tools aufspüren und löschen. Wer wissen will, wie Programme die Registry verändern und welche Schlüssel für die Anwendung eine Rolle spielt, kann entweder per Registry-Monitor den Ablauf betrachten oder die Unterschiede zwischen zwei Momentaufnahmen (Snapshots) betrachten, etwa vor und nach einer Programminstallation.

Ein Programm, das solche Schnappschüsse macht, ist beispielsweise die Freeware RegShot. Um möglichst aussagekräftige Informationen zu bekommen, sollten Sie das Programm einmal starten und von allen zughörigen Dateiformaten jeweils eine Datei erzeugen, bevor Sie den zweiten Schnappschuss machen. Sie können natürlich auch zwei Reg-Dateien exportieren und sie anschließend etwa mit Word vergleichen.

Alternativ lassen sich zwei Reg-Dateien auch mit dem Konsolenprogramm reg.exe vergleichen (Start/Ausführen und cmd eingeben, in die Konsole reg tippen). RegShot bietet jedoch den Komfort, dass Sie in dem Protokoll mit einem Doppelklick auf Undo.reg die Registry zurückdrehen können.

Unerwünschte Hausgäste

XP entrümpeln: Systemkonfigurationsprogramm

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Die hauseigene Startordner-Anzeige von Windows XP zeigt nur die halbe Wahrheit.

In amerikanischen Seifenopern gibt es meistens einen Typ, der nicht zum Haushalt gehört, aber den ganzen Tag in der Küche herumsitzt und den Kühlschrank leer isst. In Windows XP gibt es solche Typen auch. Sie starten mit jedem Systemstart, machen die ganze Zeit nichts, fressen Arbeitsspeicher und schauen permanent, ob es nicht ein Update von ihnen gibt. Gelegentlich schauen Sie sich mit ihnen einen Film oder ein Dokument an. Die Autostart-Programme, insbesondere die Auto-Update-Manie haben überhand genommen.

XP entrümpeln: Autostart Repair

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Mit Autostart Repair weisen Sie aufdringliche Gäste effektiver in ihre Schranken.

Windows XP zeigt Ihnen die Programme in einem speziellen Fenster. Rufen Sie dazu Start/Ausführen auf und geben Sie msconfig ein. Klicken Sie auf OK. Auf dem Register Systemstart finden Sie die meisten Programme, die Windows beim Booten selber startet. Außerdem sollten Sie das Tool Autoplay Repair ausprobieren. Das Programm durchsucht die Registry und zeigt zusätzliche Autostarteinträge an.

Windows Installer

Zentralstelle bei Windows XP für die Installation von Programmen ist der Windows Installer. Das Tool kümmert sich neben der Installation und Deinstallation um die Systemwiederherstellung und verhindert Konflikte zwischen Anwendungen, wenn sie auf dieselben Ressourcen zugreifen wollen oder DLL-Dateien (Dynamic-Link Library, DLL) eines anderen Programms bei der Installation verändert oder gelöscht werden.

Die Windows-Installer-Technologie besteht aus zwei Komponenten, die zusammenarbeiten: dem clientseitigen Installationsdienst (Msiexec.exe) und einer MSI-Paketdatei (Microsoft Software Installation, MSI). Windows Installer verwendet die in einer Paketdatei enthaltenen Informationen zum Installieren des Programms.

Bildergalerie

XP entrümpeln: RegShot
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Software:Betriebssysteme:Windows

Der Statusreport von RegShot zeigt Unterschiede zweier Systemzustände in der Registry an.

Wenn Programme sich nicht mehr deinstallieren oder reparieren lassen, hat das oft mit dem Windows Installer zu tun. Dann gibt es häufig Meldungen wie Auf den Windows Installer-Dienst konnte nicht zugegriffen werden oder Der Windows-Installationsdienst konnte nicht gestartet werden. Diese Meldung kommt oft, wenn Dateien vom Windows Installer kaputt sind oder eine veraltete Version installiert ist. Aktuell ist die Version 3.1, im Service Pack 2 war die Version 3.0 dabei.

Überprüfen Sie, welche Version bei Ihnen installiert ist. Öffnen Sie den Ordner System32 im Windows-Ordner. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei Msi.dll und wählen Sie Eigenschaft. Auf dem Register Version steht hinter Dateiversion die Nummer. Eine ältere Version kann ein Hinweis sein, dass ein Update nötig ist.

Wenn dies nichts bringt, können Sie versuchen, dies noch einmal im abgesicherten Modus zu wiederholen. Die neueste Version finden Sie im Downloadcenter von Microsoft, oder im Update-Center. Aktualisieren Sie die Windows-Installer-Dateien auf Ihrer Festplatte auf die neueste Version.

Wenn Sie Probleme haben, Anwendungen unter Windows XP zu installieren, kann dies in manchen Fällen mit einer erneuten Registrierung des Windows Installer behoben werden. Klicken Sie dazu auf Start/Ausführen und geben Sie msiexec /unregister ein. Klicken Sie auf OK. Öffnen Sie noch einmal Start/Ausführen, geben Sie diesmal msiexec /regserver ein und klicken wieder auf OK. Starten Sie den Computer neu.

Defragmentierer

XP entrümpeln: Defragmentierung

© Tom Rathert

Wenn der Müll beseitigt ist und die Räume neu aufgeteilt wurden, bringen Sie noch Ordnung durch Defragmentierung auf die Festplatte.

Nachdem Sie den Rechner ausgemistet und in die Anwendungsdaten Ordnung gebracht haben, gilt es, die Wohnung einmal ordentlich durchzuwischen. Dazu nehmen Sie den Defragmentierer von Windows. Sie starten das Tool mit Start/Programme/ Zubehör/ Systemprogramme/ Defragmentierung. Markieren Sie die Systempartition und wählen Sie Überprüfen.

Wenn das System zur Defragmentierung rät, klicken Sie auf Defragmentieren. Das Defragmentieren dauert in der Regel lange. Lassen Sie den Rechner das am besten ein, zwei Stunden alleine erledigen und gehen Sie spazieren und denken darüber nach, was für ein Backup-Verfahren für Sie am günstigsten wäre.

Programm Beschreibung Preis
Autoplay Repair Reparatur-Tool kostenlos
CCleaner Aufräumprogramm kostenlos
InCtrl sichert Systemzustände kostenlos
RegSeeker säubert die Registry kostenlos
RegShot stellt Änderungen in der Registry fest kostenlos
SpeeDefrag Defragmentierer kostenlos
Ultra Defragmenter Defragmentierer kostenlos
WinXP Tuner Aufräumprogramm kostenlos
XP-Clean Express Aufräumprogramm kostenlos

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