Chaos im Kontakt

Xing-Kontakte extrahieren

Von Xing (vCard) zu Thunderbird

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© PC Magazin

Für die mobile Synchronisation mit Thunderbird helfen oft nur kommerzielle Tools, wie Mobile Master.

Anwender ohne Outlook müssen Umwege gehen, um Xing-Kontakte zu extrahieren, zum Beispiel über die mobile Funktion, die allerdings nur Premium-Anwendern zur Verfügung steht. Unter Kontakte findet sich rechts oben ein kleines Handy-Symbol und die Info Als vCard-Exportieren. Wenn der Export fertig ist, gibt es auf der Startseite eine Meldung, dass sich die Datei vcard-Xing.vcf nun laden lässt.

Die ist zwar für Mobiltelefone geeignet, aber auch andere Programme verstehen das vCard-Austauschformat. Allerdings zeigt sich die Xing-Datei in einem nichtwindows Text-Format gespeichert, sodass Thunderbird die Umlaute falsch darstellt. Der Anwender muss die Datei zuvor mit einem Editor öffnen, der Dateien in Unicode umwandeln kann, wie die Freeware NoteTab Light (www.notetab.com): Safe as/Encoding/Unicode.

Als Nächstes benötigt er das Thunderbird-Plug-in MoreFunctionsForAddressBook (http://nic-nac-project.de/~kaosmos/morecols-en.html), das ein paar netten Erweiterungen bereit hält, z.B. Export als Liste oder Wiederherstellen einer kaputten Adressbuchdatei.

Nach der Installation (Extras/Add-ons/Installieren) öffnet er das Adressbuch von Thunderbird, legt am besten ein neues Adressbuch an (Datei/Neu/Adressbuch), klickt dieses mit der Maus an, und klickt dann mit der rechten Maustaste in den freien Raum rechts. Im Kontextmenü versteckt findet er vCard/vcf-Datei importieren.

Das kann etwas dauern, geht aber glatt. Für Outlook eignet sich vCard nicht, da das Programm immer nur den ersten Kontakt einholt. Ein kommerzielles Xing-Tool kündigt diese Webseite www.xibutler.com an. Für unseren Artikel lag es uns noch nicht vor.

Google Mail und Thunderbird

Viele verwenden Google als Webmail-Programm, da es kostenlos sieben Gigabyte Speicherplatz bietet. Außerdem ist es mit anderen Google-Anwendungen eng verknüpft. Als Austauschplattform eignet es sich ebenfalls, da das Online-Tool die gängigen Formate beherrscht, und Drittanbieter haben viele Konnektoren dazu entwickelt. Der Austausch von Mails erfolgt wie oben beschrieben über IMAP.

Zum Export kopiert der Anwender die Mails in seinem Mail-Programm in einen lokalen Ordner, zum Import zieht er sie aus einem lokalen in einen Google-Ordner. Einfacher geht es kaum. Leider nur bei Mails. Vorsicht ist allerdings bei den Funktionsordnern von Google Mail geboten, die es auch bei anderen Diensten gibt. Löscht der Anwender mit Thunderbird zum Beispiel eine Nachricht aus Alle Nachrichten, so ist diese an ihrem ursprünglichen Ort, oft im Posteingang, noch enthalten.

Für Termine und Kontakte gibt es eine Reihe Thunderbird Add-ons: ThunderCal (http://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/58857/ ) legt einfach die Google-Kalender-Webseite in einen Tab von Thunderbird. Wer Google als einzigen Kalender verwendet, findet damit eine praktische Erweiterung, allerdings ist kein Datentausch mit Lightning möglich.

Ähnlich arbeitet Google Calender Tab (http://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/70768/ ). Etwas weiter geht Provider for Google Calendar (http://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/4631/ ), denn es eröffnet einen echten Datentausch mit Lighting. Zuerst benötigt der Anwender einen persönlichen Google-XML-Feed, die sich in Calendar unter Settings findet.

Dort den gewünschten Kalender wählen (meist ist es nur einer) und dann unten bei der privaten Adresse auf den XML-Button klicken. Nun öffnet sich ein Fenster mit der Feed-URL (etwa: www.google.com/calendar/feeds//private-/basic).

Jetzt wechselt der Anwender in Thunderbird in Datei/Neu/Kalender/Im Netzwerk/ und gibt bei Google die Feed-Adresse ein. Es erscheint der echte Google-Kalender in Lightning. Die Funktionalität ist allerdings etwas mau. Termine lassen sich zwar aus dem Google-Kalender in den lokalen kopieren, allerdings nicht umgekehrt.

Auch das Löschen von Google-Terminen von Lightning aus ist nicht möglich. Wer einen echten Austausch möchte, muss über eine iCal-Datei gehen, ähnlich wie oben bereits beschrieben.

Für das Adressbuch von Google gibt es ebenfalls ein Thunderbird Addon (https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/7307 ), das erschreckend einfach funktioniert. Der Anwender installiert es, sofern Google als IMAP-Provider eingerichtet ist, muss er noch nicht einmal sein Login-Daten eingeben, und bei den Adressbüchern findet sich ein neues mit dem Namen des Google-Kontos.

Wird ein Kontakt gelöscht, verschwindet er wenig später auch im Web. Zwischen den Thunderbird-Adressbüchern lassen sich Kontakte auch sehr gut austauschen.

Damit wird Google auch als Zwischendienst für andere Synchronisiervorgänge interessant. Am Rande sein noch ein Add-on erwähnt, das Thunderbird mit dem To-Do-Dienst Remember the milk synchronisiert (http://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/7125/ , www.rememberthemilk.com ), das allerdings noch nicht mit Version 3.1 arbeitet.

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