Hase und Igel

Xeon-Prozessoren

Ebenfalls für dieses Jahr angekündigt, aber wahrscheinlich erst 2010 erhältlich, sollen Xeon-Prozessoren der 3000er Reihe für 1-Prozessor-Server sein. Diese basieren dann ebenfalls auf dem Arrandale-Kern.

High-End-Desktops sollen planmäßig erst nächstes Jahr mit Prozessoren der Westmere-Generation bestückt werden. Dann wird mit dem Gulftown die Anzahl der Kerne von 4 auf 6 steigen. Zusammen mit dem obligatorischen Hyperthreading - die Architektur ist ja die gleiche wie beim Core-i7 - können dann 12 Threads parallel ablaufen. Als Chipsatz ist bislang weiterhin der X58 vorgesehen.

Obwohl die Chiparchitektur die gleiche ist, werden sich einige Westmere-Prozessoren erheblich von allen Vorgängern unterscheiden. So werden Arrendale und Clarkdale mit integrierter Grafik aufwarten. Diese ist allerdings nicht auf dem Die vorhanden, sondern als Zusatzchip (im 45-nm-Prozess gefertigt) in das Prozessorgehäuse integriert.

Wie die beiden Chips miteinander kommunizieren, hat Intel nicht verraten, allerdings darf man davon ausgehen, dass der Port Ähnlichkeiten mit dem gerade erst eingeführten Quick Path Interconnect (QPI) aufweist.

Auch über Betriebsspannungen, die auf mögliche Frequenzen hinweisen könnten oder gar über die zu erwartenden Frequenzen selbst, hat Intel noch nichts verlautbaren lassen. Dass die Nehalem- Architektur Reserven bietet, zeigt unter anderem das Agando-System, das wir in dieser Ausgabe getestet haben. In ihm läuft ein Core-i7 mit 3,6 GHz - mit dem Standardlüfter von Intel gekühlt.

Ausblicke

AMD Phenom II und Intel Westmere

© Archiv

In High-End-Desktops wird die Anzahl der Kerne auf 6 steigen (Gulftown). Clarkdale bringt integrierte Grafik für Standard-PCs und Einstiegs-Server.

Ein wenig erinnert die Situation derzeit an das bekannte Rennen zwischen dem Hasen und dem Igel. Egal was AMD macht, um gleichzuziehen, es reicht einfach nicht für den ersten Platz. So tragisch, wie sich die Situation auf den ersten Blick darstellt, ist sie aber nicht.

Dass Intel 32-nm- Prozessoren ankündigt kurz nachdem AMD erst auf 45 Nanometer umgestellt hat, ist zwar ärgerlich, aber bis die ersten Produkte tatsächlich kommen, vergeht ja auch noch ein knappes Jahr. AMD kann mit neuen CPUs vielleicht nicht die Leistungskrone zurückgewinnen, aber - und das ist viel wichtiger - vielleicht wieder Geld verdienen.

Die Zeit sollte AMD nutzen, denn was Intel in der Schublade hat, ist schon beeindruckend, wobei man erst einmal abwarten muss, ob die erste Generation von SOC- Prozessoren mit integrierter Grafik von der Kundschaft überhaupt angenommen wird. Denn mit 45-nm- Grafikchips im Gehäuse werden Arrendale und Clarkdale nicht gerade Stromspar-CPUs werden. Zwar müsste auch diskrete Grafik gekühlt werden, allerdings wäre das einfacher für die Systemhersteller.

Immerhin bleibt genug Zeit, sich auf die neuen CPUs einzustellen, denn dieses Jahr werden 32-nm-Prozessoren wohl noch keinen Triumphzug erleben.

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