Technik-Kauderwelsch erklärt

x.xvYCC/xv.colour

6. x.xvYCC/xv.colour

Service/Wissen: Camcorder-Know-how

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Mehrwert: Der sRGB-Farbraum (links) deckt das der menschlichen Farbwahrnehmung entsprechende Munsell-Farbsystem nur zu etwa 50 Prozent ab, xvYCC deckt es dagegen nahezu vollständig ab (rechts).

Wie viele Farben sich darstellen lassen, hängt immer vom Farbraum ab, in dem man sich bewegt. Farben im Camcorder entstehen als Farbdifferenz-oder Komponentensignale, die aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau abgeleitet werden. Umgerechnet in YUV-Spannungswerte bringen sie analoge Röhren-Fernseher zum Leuchten. LC-Displays und Grafikkarten arbeiten dagegen meist im sRGB-Farbraum.

Er kann bereits mehr Farben darstellen als für herkömmliches Video notwendig ist, der Bereich darstellbarer Farben (auch Gamut genannt) ist jedoch immer noch geringer als die Farben in der Natur. 2006 wurde ein internationaler Standard entwickelt, der dem Ideal näherkommt - xvYCC (Extended Video YCC).

YCC steht dabei für Helligkeit (Y) und Farbe (C). Er ermöglicht die Darstellung etwa doppelt so vieler Farben wie bei sRGB. Um den Vorteil ausnutzen zu können, ist es wichtig, dass die komplette Kette von der Aufnahme über die Übertragung bis zur Darstellung diesen Standard unterstützt. Bei den Camcordern hat sich das Kürzel x.v.colour durchgesetzt. Für die digitale Übertragung wurde der Standard in die HDMI-1.3-Spezifikation aufgenommen. Zu guter Letzt muss aber auch der TV-Bildschirm den Standard unterstützen. Ist dies nicht der Fall, reduzieren sich die Farben wieder und der Vorteil ist dahin.

7. Optisch oder digital zoomen?

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Weniger ist mehr: Beim 12-fachen optischen Zoom (links) ist das Bild noch sauber und klar. Bei 130-facher digitaler Vergrößerung (Mitte) wird es schon deutlich unschärfer, bei 300-fachem Zoom verschwimmt das Bild vollends.

So viele Vorteile die digitale Technik für Filmer auch hat, in einem Bereich sollte man tunlichst die Finger von der digitalen Variante lassen - beim Zoom. Optischer Zoom entsteht durch die Verschiebung mehrere Linsenelemente. Mit zunehmender Brennweite nimmt auch die Vergrößerung des Bildausschnitts zu.

In der Regel arbeiten Kameras mit 10-oder 15-facher Vergrößerung. Es gibt aber mittlerweile auch Modelle mit bis zu 50-facher optischer Vergrößerung. Meist sind diese im Einsteiger-Segment zu finden, da mit höherem Zoom auch die Lichtdurchlässigkeit abnimmt.

Nicht wenige Camcorder protzen jedoch auch mit Zoomfaktoren jenseits von 100-facher Vergrößerung. Die wird jedoch nicht physikalisch erreicht, sondern durch künstliche Berechnung. So werden aus einem Bildpunkt mehrere Bildpunkte errechnet. Je höher der digitale Zoom, desto gröber wird durch diese Interpolation das Bild. Der Nutzen für den Normalfilmer ist eher gering. Paparazzi, bei denen Bildinhalt vor Bildqualität geht, mögen dafür eher Verwendung finden.

8. Filmen im 16:9-Format

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Extrabreit: In der Regel besitzen SD-Cams einen 4-zu-3-Chip, der aufgezeichnete Ausschnitt ist jedoch kleiner als die Chipauflösung (1). Die einfache Einblendung von schwarzen Balken bringt keinen Weitwinkelgewinn (2). Optimalerweise wird die ausgelesene Chipfläche seitlich erweitert (3). Bei geringerer Erweiterung wird das Bild im Gegenzug vertikal verringert (4).

So ziemlich jeder aktuell verkaufte Fernseher ist im Breitbild-Format, da liegt es nahe, auch beim Filmen auf 16:9 zu setzen. Das können alle Camcorder, wie sie es erreichen, ist jedoch unterschiedlich. HD-Camcorder konservieren in der Regel ein echtes Breitbild, entweder mit einer Auflösung von 1920 x 1080 oder 1280 x 720 Pixeln. Dabei entspricht auch die Fläche auf dem Bildwandler diesem Format.

Standard-Definition-Camcorder sind dagegen auf die PAL-Auflösung beschränkt und die liegt bei 768 x 576 Pixeln, was einem Seitenverhältnis von 4:3 entspricht. SD-Camcorder arbeiten in der Regel auch mit Chips in diesem Seitenverhältnis. Die einfachste, aber qualitativ minderwertigste Art daraus ein 16:9-Bild zu generieren, gelingt indem oben und unten ein schwarzer Balken eingeblendet wird. Dadurch verliert man jedoch die vertikale Auflösung.

Da die Chipauflösung meist größer ist als für das Videobild notwendig, gibt es auch die Variante, den ausgelesenen Bereich rechts und links ohne vertikalen Beschnitt zu vergrößern. Manche Camcorder nutzen den Mittelweg und verbreitern den ausgelesenen Bereich etwas, beschneiden im Gegenzug das Bild vertikal leicht, um wieder auf ein Seitenverhältnis von 16:9 zu kommen.

In jedem Fall wird das Bild im 4:3-Format gespeichert. Dazu wird das 16:9-Bild gequetscht und damit anamorph aufgezeichnet. Erst bei der Wiedergabe auf dem TV wird das Bild wieder in 16:9 gewandelt.

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