Share to Social

Social Media richtig einsetzen

Das Unterstützen von Social Sharing ist Pflicht auf der eigenen Website. Blinder Aktionismus hingegen ist fehl am Platz. Setzen Sie Prioritäten und orientieren Sie sich am Nutzungskontext Ihrer Zielgruppe.

  1. Social Media richtig einsetzen
  2. Vorsicht Rechtsfalle
Social Media

© Internet Magazin

Social Media

Auf Knopfdruck berühmt, wer wäre das nicht gerne. Im Social Web ist das zumindest ansatzweise möglich. So ist das beispielsweise Roger Federer im Sommer 2010 gelungen. Zwar war er schon vorher bekannt, aber nicht notwendigerweise für coole YouTube-Videos. Im August allerdings führte der Schweizer die Hitlisten der besten Virals mit einem Filmchen an, bei dem er einem Assistenten mittels erstem Aufschlag eine Trinkflasche vom Kopf donnert. Eidgenosse Tell lässt grüßen. Sechs Millionen YouTube Fans hat es gefallen.Die Wirkung einer erfolgreichen Verbreitung auf den unterschiedlichen Plattformen der Social Networks lässt sich nicht wegdiskutieren. Dass fröhliches Sharing auch die Sichtbarkeit bei Google erhöht, liegt auf der Hand. So berichtet Allan Sutton, Reporter bei MarketingSherpa, von einer Umfrage, der zufolge Marketing mit Social Media (SMM) eine deutlich höhere Konversionsrate (27 Prozent im Schnitt aller Befragten) aufweist, als wenn nur klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) betrieben wird (17 Prozent). Spannend an der Umfrage ist vor allem, dass die Konversionsrate nicht über alle Kanäle gemessen wurde, sondern nur im organischen Google-Index.Auch wer keine eigenen Sharing-Tools in die Seite einbaut, profitiert eventuell von digitaler Mundpropaganda: Tools wie Shareaholic klinken sich in den Browser ein und erlauben das Weiterleiten auf jeder Website, auch wenn es der Designer vergessen hat. Plattformen wie Shareifyoulike.de bieten Unternehmen an, die Nutzer für deren Medialeistung zu vergüten.

Soziale Strategie

Ist die strategische Entscheidung für SMM gefallen, stellt sich die Frage nach dem Wo und vor allem nach dem Wie. Facebook, YouTube, StudiVZ und Twitter. Das Hauptaugenmerk richtet sich verständlicherweise auf die größten und in der Öffentlichkeit präsentesten Dienste. Das müssen freilich nicht die besten in puncto Konversion oder Mehrumsatz sein.

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Monitoring und Sharing in einem zeigt der Dienst von Netvibes, interessante Inhalte lassen sich hier sofort per Mausklick verbreiten.

Webdesign- und Usability-Urgestein Jared Spool fordert die Sitebetreiber dazu auf, sich genau zu überlegen, welches die Themen sind, die Nutzer im Umfeld eines Produktes diskutieren, wo sie das tun, und wie man das als Marketer unterstützen kann. "In 90 Prozent aller WebSites sind die sozialen Funktionen eine nachträglich hinzugefügte Ergänzung. Nur die wenigsten bauen ihre Interfaces um das Thema Sharing herum auf".Der erste Schritt in Sachen Social Sharing ist also Social Monitoring. Sie müssen herausfinden, auf welcher Plattform die Nutzer was diskutieren. Starten Sie dieses Monitoring mit einfachen, kostenlosen Werkzeugen wie Googles Blogsuche, Social Mention oder Blogpulse.

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Wybia installiert eine Werkzeugleiste zum Sharing im Browser.

Einen guten Einstieg bietet vermutlich Netvibes. Legen Sie dort (rechts oben) einen neuen, kostenlosen Account an und erzeugen dann sogenannte Dash-Boards für die wichtigsten Suchbegriffe beziehungsweise Begriffskombinationen. Netvibes analysiert die verschiedensten Quellen. Sie können auch selbst bestimmen, wo gesucht werden soll.Anders als bei SEO sind tatsächlich nur die Kernbegriffe wichtig, sonst können Sie den Informationswust nicht mehr bewältigen. Besuchen Sie Ihr Dashboard täglich und Sie werden ein Gefühl dafür entwickeln, was die Nutzer im Social Web bewegt.

Drei Stufen des Sharing

Nun öffnet sich Ihnen ein weites Feld an Möglichkeiten, aber nur wenige passen zu Ihrem Produkt oder Unternehmen und versprechen daher den gewünschten Erfolg. Experimente sind natürlich erlaubt und erwünscht, sollten aber nicht in Konflikt mit wichtigen Social Tools geraten.Unterscheiden Sie die Möglichkeiten nach folgendem Raster:1. Verteilung eigener InhalteSofern Sie Videos, Whitepapers, Anleitungen oder einfach schöne Fotos zur Verfügung haben, mag es eine spannende Strategie sein, diese dem Social Web zur Verfügung zu stellen. Das können Sie von der eigenen Seite aus oder von einer der entsprechenden Plattformen wie Slide- Share, YouTube oder Flickr tun. Letztere bieten den Nutzern die Möglichkeit, dort gefundene Inhalte in eigene Seiten zu integrieren.Dazu werden nur ein paar Zeilen Code erzeugt, die den jeweiligen Inhalt innerhalb einer anderen HTML-Seite abrufen. Wenn Ihr Content-Management-System das nicht anbietet, dann gelingt das auch einfach von Hand: Machen Sie zum Beispiel aus dem relativen Bildaufruf

<img src="bilder/bodensee.jpg" hight="400" width="800">

den absoluten Aufruf

<img src="http://meineDomain.de/bilder/bodensee.jpg" hight="400" width="800">

Schreiben Sie den Code in Ihre Seite, und schon können die Nutzer das Bild bei sich einbinden. Freilich können Sie die Bilder auch zum Download anbieten und die Verwendung explizit erlauben. Das reduziert die Last auf Ihrem Server, verhindert aber, dass Sie die Inhalte später durch aktuellere ersetzen.Die Königsdisziplin der Verteilung eigener Inhalte im Social Web ist der RSS-Feed. Das ist ein Nachrichtenstrom in Form von Bild, Text, Video oder Audio, der vom Empfänger abonniert werden kann. So erfährt der Nutzer, wenn sich Neues tut, oder bekommt die Inhalte direkt in seinen RSS-Reader. Wenn Sie die Startseite Ihres NetVibes- Dashboards betrachten, finden Sie allerhand RSS-Feeds.Bevor Sie sich nun aber daranmachen, selbst einen RSS-Feed zu erzeugen, nutzen Sie lieber ein Standard-Blogformat, beispielsweise WordPress oder Blogger.com . Das bringt die entsprechende Funktionalität mit, und Sie brauchen sich nur um die Inhalte zu kümmern.2. Die eigene Community und User Generated ContentNicht ganz einfach vom Handling her gestaltet sich die zweite Form des Sharing, nämlich das Öffnen der eigenen Plattform für Diskussionen, Kommentare und Bewertungen. Support-Foren haben eine hohe Relevanz bei bestimmten Google-Suchen, etwa wenn es um Tipps und Tricks geht. Letztere werden auch gerne von Bloggern oder auf Facebook verlinkt, weil sie dem Leser einen Mehrwert versprechen.Schwierig kann es werden, wenn Kritik an den Produkten oder an Ihrem Unternehmen im eigenen Forum auftaucht. Hier setzt Social Media Governance ein, also die Führung Ihrer Mitarbeiter in Sachen Umgang mit Kritik. Die Grundprinzipien heißen:

  • Kühlen Kopf bewahren und zügig aber nicht sofort antworten.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Fakten in der Diskussion und lassen Sie sich nicht emotional hinreißen.
  • Nehmen Sie direkten Kontakt zu Kritikern auf.
  • Versuchen Sie eine klare Linie der Argumentation zu finden und beizubehalten.
  • Löschen Sie nur beleidigende oder untragbare Kommentare. In Fällen unberechtigter Kritik argumentieren Sie sachlich und für jedermann sichtbar dagegen.
Klar ist: Wenn es Anlass zu Diskussionen gibt, dann werden diese im Social Web auch geführt. Wenn nicht bei Ihnen, dann auf neutralem Terrain, wo es für Sie viel schwieriger zu beobachten ist. Die Social- Web-Spezialisten von TRND haben jüngst festgestellt, dass sich - entgegen der landläufigen Meinung - gute Nachrichten über ein Produkt besser verbreiten, als schlechte. Insofern bietet die eigene Community Befürwortern Ihres Produkts auch die Möglichkeit, für Sie Partei zu ergreifen.

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