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Wolf Hosbach

9. September 2009
Wer richtig sucht, der findet: Workshop: Personensuche im Web - So suchen Sie richtig Bild vergrößern 937 438 http://img2.magnus.de/Personensuche-im-Web-r937x437-C-5ed2bf83-8043429.jpg
Wer richtig sucht, der findet

Workshop: Personensuche im Web - So suchen Sie richtig

Fast alle Menschen hinterlassen Spuren im Web. Was für die einen ein riesen Spaß ist, beargwöhnen die anderen mit großem Misstrauen. So suchen Sie richtig und werden richtig gefunden.

Alte Liebe rostet nicht. Doch was nutzt es, wenn man sie (oder ihn) aus den Augen verloren hat? Nicht verzweifeln! Inzwischen gibt es im Web eine Reihe von Angeboten, die sich auf die Fahndung nach Personen spezialisiert haben. Diese Personensuchmaschinen und Profildienste machen vieles leichter, sind aber auch ein Dorn in den Augen mancher Anwender, die plötzlich ihrer eigenen Netzidentität in ihrer Komplettheit gegenüberstehen.

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Der Vorteil liegt eindeutig auf der Seite des Suchenden. Der käme zwar ebenso zum Ziel, wenn er nach seiner Liebsten per Google, Facebook, Xing, StudiVZ und Stayfriends einzeln suchen würde. Doch praktischer geht es mit Yasni.de oder 123people.de, denn hier bekommt er eine schöne Übersicht über alles, was zu einem bestimmten Namen in Web zu finden ist. Schlecht ist es nur, wenn der Name zu häufig vorkommt, dann wird das ganze unübersichtlich.


Der Gesuchte hingegen wird eine Personensuchmaschine oft als Schock erleben, denn hier zeigt sich seine Web-Persönlichkeit plötzlich in einer Totalität, wie er sie sich nicht hätte vorstellen wollen, inklusive Adresse und Telefonnummer.

"Sich die Daten selber aus dem Internet raussuchen, und sich so über jemanden zu informieren, ist eine Sache... aber so etwas als Service anzubieten eine ganz andere... auch wenn alle Infos öffentlich zugänglich sind", schreibt Net(t)worker in einem Forum. Elradon ergänzt: "Nicht nur, dass personenbezogene Daten gespeichert werden, nein, auch falsche Informationen rutschen rein; und was mich jetzt noch mehr aufregt, ist, dass dort auch Bilder eingeblendet werden."

Früher waren Informationen über die eigene Person im Web verteilt, der Business-Kram bei Xing, das Private bei MySpace, und die Besucher der einen Sphäre mengten sich nicht mit denen der anderen. Alles hübsch getrennt.

Das ist nun anders: Der Geschäftspartner landet unverhofft auf dem privaten Profil, der Chef ebenso, während die Kumpels aus der mittelalterlichen Rollenspielgruppe den rüstigen Recken mit rosa Schlips im Anzug belächeln können. Jedem Anwender sollte endgültig klar sein, dass alle ins Web gestellten Informationen für alle andern sichtbar sind. Wer damit ein Problem hat, sollte sich bedeckt halten. Das ist eigentlich schon das Fazit.

Der erste Schock

Personensuche im Web
Bild vergrößern 937 487 http://img1.magnus.de/Personensuche-im-Web-r937x487-C-d79dcaf2-25375430.jpg Die Treffer bei 123people verraten sofort Postanschrift und E-Mail-Adressen.

Die Treffer bei 123people verraten sofort Postanschrift und E-Mail-Adressen.

Die Personensuchmaschinen begehen dabei nichts Unrechtes, denn sie sammeln Daten im Internet, wie andere Suchmaschinen auch, nur konzentrierter. Ebenso wenig wie man es Google oder Microsoft verbieten kann, offene Quellen anzuzapfen, kann man es Yasni. de oder 123people.

Das werten auch Datenschutzexperten so, weswegen der von vielen Usern erhoffte Aufschrei der Empörung bislang ausgeblieben ist. Rechtsanwalt Stephan Hansen-Oest, der Yasni beraten hat, schreibt: "Allgemein zugängliche Daten dürfen erhoben, verarbeitet und genutzt werden, es sei denn, dass das schutzwürdige Interesse an dem Ausschluss der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung offensichtlich überwiegt."

Wer meint, ein schutzwürdiges Interesse wäre verletzt, sollte sich direkt an den Betreiber wenden, und seine Argumente darlegen. Dieser wird meist darauf verweisen, dass die Originalquelle ja noch existiert. Auch wer feststellt, dass ein Fremder einfach persönliche Daten für sich reklamiert und beispielsweise ein fremdes Xing-Profil als das eigene ausgibt, kann sich an den Betreiber wenden. Er muss dann seine Identität beweisen.



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