In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

Workshop Heimkino

Wer einen eigenen Raum für sein Heimkino zur Verfügung hat, darf sich glücklich schätzen. Wer nur sein Wohnzimmer zur Verfügung hat, erfährt mit diesem Ratgeber, wie er es in ein perfektes Heimkino verwandeln kann.

  1. Workshop Heimkino
  2. Leinwand
  3. Projektionslampe
In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

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In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

Licht aus, Spot an!

Gehören Sie auch zu denjenigen, die Bewegtbild gerne auf einer großflächigen Projektion sehen würden, aber keine Räumlichkeiten dafür freimachen können? Es geht doch! In sieben Schritten sagen wir Ihnen, was es zu wissen und zu beachten gibt.

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In sieben Schritten zum perfekten Heimkino

Die richtige Hardware, um sich ein perfektes Heimkino selbst zu bauen

1. Vorbereitung

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So sehen Kalkulatorprogramme aus, welche die Möglichkeiten für die Bilddiagonale oder den Projektionsabstand für einen bestimmten Projektor berechnen

Vor dem Marsch zum Händler sollten Sie einen prüfenden Blick in das Wohnzimmer werfen. Es gilt zu bedenken, dass sich Bilddiagonalen um 2,50 Meter zwar heute meist schon ab drei Metern Seitenlänge im Raum realisieren lassen, aber Sie benötigen auch drei Meter ungestörte Bahn für das Licht. Die Maximaldistanz, die ein Projektor mit einem großzügigen Zweifach- Zoom überbrückt, liegt auf der anderen Seite bei sechsMetern.

Allerdings sollten Sie extreme Zoomeinstellungen vermeiden: Im Weitwinkel neigen die Linsen der meisten Einsteigerprojektoren zu chromatischer Aberration (Farbfehler) und Vignettierung (Abdunklung zum Rand hin). Die Teleeinstellung hat hingegen einen Lichtverlust zu verantworten. Hilfreich vor dem Kauf sind deshalb Kalkulatoren, wie sie die meisten Projektorenbauer heute im Internet anbieten.

Über die Eingaben von Daten wie gewünschte Bildbreite oder Projektionsabstand ermitteln diese Programme die machbaren Projektionspositionen exakt. Dabei berücksichtigen sie sogar die Möglichkeit zur Linsenverschiebung (Lensshift), die man allerdings ebenso wenig ansMaximum treiben sollte.

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Ein kleiner Rollwagen wie dieser ist praktisch. Räumt man ihn zwischen den Filmabenden weg, muss man das Bild jedoch immer wieder aufs Neue auf die Leinwand justieren

Doch wie groß sollte das Bild in einem guten Heimkino überhaupt sein? Das hängt vom menschlichen Gesichtsfeld und dessen Blickwinkel ab. Die beste Bildbreite erzielt eine Diagonale zwischen 30 und 40 Grad. Dafür die Faustregel: Betrachtungsabstand = Bildbreite mal zwei. Bei einem zu großen Bild müssen Sie zu sehr den Kopf bewegen, um alles zu erleben - das strengt zudem an und lenkt letztlich auch ab.

Eine weitere wichtige Voraussetzung wie eine gewisse Raumgröße ist die Dunkelheit im Projektionsraum. Rollos, Jalousien oder schwere Vorhänge sind dringend zu empfehlen, um auch nachts eventuell von Straßenlaternen oder Nachbargebäuden einfallendes Licht auszusperren.

Da Wohnzimmer wohl nur von Anhängern düster ausgerichteter Subkulturen schwarz gestrichen werden, bleibt nur eine Regel: Je dunkler die Wandfarbe und das Mobiliar sind, desto bessere Kontraste, Schwarzwerte und Farbsättigung erhalten Sie auf der Leinwand. Gegebenenfalls helfen schwarze Vorhänge. Auch helle, spiegelnde Flächen oder Bereitschafts- LEDs richtetman am besten so aus, dass sie nicht in Richtung Leinwand strahlen.

2. Platzwahl

Regal: Die Wahl des richtigen Projektorstandortes ist eine der schwierigsten Entscheidungen. Am einfachsten erscheint ein Bücherregal gegenüber der Leinwand. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass ein Großteil der Projektoren auf ihrer Rückseite Schlitze besitzen, über die sie entweder Luft zur Kühlung ansaugen oder warme Lüft aus dem Kühlsystem ausblasen.

Ist im Regal keine ausreichende Zirkulation gewährleistet, überhitzt der Projektor schnell, dabei könnte die Lampe explodieren, das Panel schmelzen oder der Projektor abbrennen. Weitere AV-Geräte unter den Projektor zu stellen ist ebenfalls keine gute Idee, da sie teils erhebliche Betriebshitze abgeben. Vibrationsfrei sollte die Unterlage zudem sein. Gekippte oder geneigte Lagen eignen sich nicht.

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WS-CE Deckenlift (1.683 Euro). Der Deckenlift ist sicherlich die edelste Platzlösung für den Projektor

Möbelstück: Dem Bücherregal vorzuziehen ist deshalb die Tischprojektion, für die der Projektor auf einem Möbelstück platziert wird. HiFi-Racks lasssen sich ebenfalls prima für Projektoren benutzen, nur sollten sie die richtige Höhe besitzen. Das Objektiv sollte auf Höhe der Leinwandunterkante sein. Als Maßwerkzeug dient beispielsweise eine Laser-Wasserwaage aus dem Baumarkt.

Decke: Optimal sind Halterungen für die Decke. Denn dann sind Projektor und Kabel aus dem Weg, auch bei Nichtbenutzung. Einstiegsmodelle wie der WS-Easy von WS-Spalluto schlagen mit gerade mal 118 Euro zu Buche. Eine so genannte Universalspinne lässt sich dabei auf verschiedene Gewindeabstände auf der Projektorenunterseite justieren. Schwere Geräte benötigen jedoch massivere Konstruktionen mit Bodenplatten, die müssen genau nach Typ gekauft werden. Zudem gibt es Varianten mit Teleskopstange, beispielsweise für hohe Räume in Altbauten, oder mit Kugelgelenk für Dachschrägen.

Wer das Glück hat, unter einer abgehängten Decke mit Zwischenraum zu wohnen, oder den Aufwand nicht scheut, seine Decke selbst abzuhängen, der greift zu der schicken Variante des Deckenlifts. Motor und Gestänge werden dann in den Hohlraum montiert, eine Verblendung auf die Unterseite des Lifts. Per Knopfdruck senkt sich der Projektor wie von Zauberhand aus der Decke und verschwindet nach dem Kinoabend wieder.

Das störende Gefühl eines wuchtigen Fremdkörpers an der Decke im unbenutzen Zustand ist damit passe. Zusätzlich zum Installationsaufwand muss man allerdings gut 1.680 Euro, beispielsweise für WS-Spallutos WS-CE ausgeben. Eine Alternative sind Spiegelsysteme, die den Projektor ebenfalls in der abgehängten Decke verstecken und das Bild über ein Spiegelsystem auf die Leinwand bringen.

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