Mit GPS zurück in den Urlaub

Workshop: Fotos mit Geodaten aufwerten

Digitalen Fotos kann man Informationen hinzufügen, die später zeigen, wo ein Foto aufgenommen wurde. Wir möchten Ihnen einige Möglichkeiten für eine Foto-Verortung vorstellen.

  1. Workshop: Fotos mit Geodaten aufwerten
  2. Foto-Tools und Geodaten für alte Bilder
Fotos mit Geodaten aufwerten

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Fotos mit Geodaten aufwerten

Bei Fotofreunden wird es immer beliebter, die digitalen Motive mit den Koordinaten des Aufnahmeortes zu versehen. Man spricht hier auch von Geotagging oder Foto-Verortung. In den Bildinformationen werden Geodaten wie Längen- und Breitengrad hinterlegt. Mit bestimmter Software ist es dann möglich, diese Daten interaktiven Landkarten zuzuordnen und die Orte der Aufnahmen auf den Karten mit Trackpunkten sichtbar zu machen. In vielen Fällen ist es zudem möglich, den Trackpunkt mit dem entsprechenden Foto zu verlinken. Ein Klick auf den Trackpunkt zeigt dann gleich das zugehörige Foto. Wir möchten ihnen drei verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie Sie Ihre Fotos "verorten" können. Im folgenden Artikel "taggen" wir die Fotos mit GPS-Kameras, sogenannten GPSLoggern oder einfach nur mit spezieller Software.

Methode 1 - Route per GPS aufzeichnen

Für etwa 100 Euro gibt es im Fachhandel sogenannte GPS-Logger zu kaufen. Diese kleinen, elektronischen Begleiter zeichnen automatisch in Sekundenabständen den jeweiligen Standort auf. Die Daten lassen sich dann später mit der beiliegenden Software auslesen.

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Der GPS-Logger V-900 von Columbus mit 2-GByte-Speicherkarte und USB-Kartenlesestick kostet rund 120 Euro.

Je nach Software lässt sich die Route danach über den PC und das Internet auf eine Karte übertragen. Hier kommen in der Regel die Karten von Google Earth zum Einsatz. Wir haben uns mit dem GPS-Logger V-900 von Columbus rund um unseren Redaktionssitz auf den Weg gemacht. Im Anschluss haben wir die Daten von der beiliegenden MicroSD-Karte auf den PC überspielt und mit der Software von Columbus in ein von Google Earth lesbares Format gewandelt. Wenn man die Zeit seiner Fotokamera mit dem Logger abgleicht, ist es ein Leichtes mit der beiliegenden Software dann auch die auf der Strecke aufgenommenen Fotos in die Route zu exportieren. Mit dem V-900 lassen sich sogar an wichtigen Wegpunkten Sprachaufnahmen tätigen, die sich dann ebenso wie die Fotos zuordnen lassen. Beim V-900 werden die Trackpunkte in einer Excel- Datei gelistet (Dateiformat "CSV").

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Aus den Rohdaten des Geo-Loggers erstellt die beiliegende Software eine Route für Google Earth.

Wenn Sie mehrere Routen miteinander verbinden möchten, schreiben Sie einfach eine neue Datei. Hier müssen Sie nur einmal die Kopfzeile kopieren und im Anschluss die Trackpunkte der einzelnen Routen nacheinander in die neue Datei exportieren. So lassen sich beispielsweise täglich neu aufgezeichnete Routen eines mehrtägigen Ausflugs zu einer Gesamtansicht zusammenfügen. Die Genauigkeit konnte überzeugen. Wir waren weiterhin überrascht, dass der Logger die Trackpunkte auch aus der Jackentasche heraus nahezu exakt setzte. Dass die später auf Goggle Earth übertragene Route über ein Feld führte, obwohl wir uns auf einer Straße bewegten, lag mit Sicherheit an der veralteten, Google Earth hinterlegten Satellitenaufnahme. Denn die von uns genutzte Straße wurde erst neu eröffnet.

Methode 2 - Kameras mit GPS-Modul

Mittlerweile gibt es Digitalkameras mit integriertem GPS-Modul oder externe GPS-Module, die sich mit Kameras verbinden lassen. Diese Module ergänzen die Fotoinformationen bei Bedarf und bestehender GPSVerbindung beim Auslösen einer Aufnahme mit den entsprechenden Geodaten. Diese Daten ermöglichen es, das jeweilige Foto dem genauen Standpunkt des Fotografen zur Zeit der Aufnahme zuzuordnen. Den Kameras liegt in der Regel eine Auswertungs-Software bei, mit der sich die Fotos über den PC interaktiven Landkarten zuordnen lassen.

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Auch hier greifen die Hersteller meist zum Kartenmaterial von Google Earth. Für diesen Artikel standen uns die Kompaktkameras WB650 und ST 1000 von Samsung sowie die DSCNX5V von Sony zur Verfügung. Weiterhin konnten wir auf eine Nikon D90 mit dem optional erhältlichen Nikon-GPS-Modul GP-1 zurückgreifen. Für die Nikon stand uns zusätzlich noch das externe GPS-Modul nGPS von Columbus zur Verfügung. Die externen Module werden bei der Nikon D90 auf den Blitzschuh geschoben und per Kabel mit der GPS-Schnittstelle der Kamera verbunden.

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Ob Ihre Kamera GPS-tauglich oder für externe GPS-Module geeignet ist, entnehmen Sie bitte dem Handbuch zu Ihrer Kamera. Nach der Aktivierung des GPS-Modus der Kamera oder dem externen Modul dauert es meist ein wenig, bis der GPS-Empfänger per Satellitenpeilung den Ausgangsstandort definiert. Danach dauert es beim erneuten Zuschalten nur Sekunden und man kann seine Aufnahme mit Geodaten tätigen. In der Regel zeigt ein Bereitschaftssymbol auf dem Kamera-Display den Status der GPS-Verbindung. Nach Ihrer Foto-Tour können Sie die Bilder auf einen PC mit Internetverbindung laden und mit der entsprechend beiliegenden Software auf eine interaktive Karte übertragen.

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