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Wordpress-Shop-Plugins

Soll eine Wordpress-Webseite um einen Shop ergänzt werden, kann der Betreiber auf eine Reihe von Plugins zurückgreifen.

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Sprachanpassung

Wer ohne umfangreiche Programmierarbeiten auskommen will, muss entweder einen separaten Shop aufsetzen, um diesen später dann über Erweiterungen in sein Wordpress zu integrieren (zum Beispiel mit Magento). Oder er greift zu einem Plug-in für Wordpress selbst, das einen separaten Shop zur Verfügung stellt.

Entscheidungshilfe

Plug-in oder reinrassiger Shop? Diese Frage sollte weniger auf funktionaler Ebene, als vielmehr im Rahmen des Geschäftsmodells und der Bedeutung des Online-Handels gestellt werden. Alle Plug-ins für Wordpress greifen auf dessen Datenbank zurück. Diese dürfte genügend Reserven bieten, um auch größere Artikelmengen zu verwalten.Schlecht sieht indes die Verbindung zwischen Wordpress-Shop und einem bereits vorhandenen Warenwirtschaftssystem aus. Wer ein solches Programm einsetzt, wird ohne Zweifel mit einer reinrassigen Shop-Software deutlich besser fahren, da hier meist bereits definierte Schnittstellen genutzt werden können.Bis ein Shop in Sachen Optik dem übrigen Internetauftritt entspricht, sind einige Anpassungen notwendig. Der damit verbundene Aufwand dürfte sich für das Angebot einiger weniger Artikel kaum lohnen. Ist das Artikelangebot zugleich überschaubar, ein Warenwirtschaftssystem nicht notwendig und soll der Arbeitsaufwand möglichst gering sein, ist ein Plug-in ohne Zweifel vorteilhafter.

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Über die Modulverwaltung in wpshopgermany aktivieren Sie Bezahl- oder Produktarten. In den weiteren Einstellungen des jeweiligen Moduls werden die notwendigen Angaben ergänzt.

Wordpress-Plugin: Wpshopgermany

Wpshopgermany ist ein noch nicht sehr bekanntes Shop-Plug-in für Wordpress, das in Deutschland entwickelt wird. Es steht in einer Demoversion zur Verfügung, die ohne Einschränkungen 14 Tage lang ausprobiert werden kann. Interessant ist das Preismodell. So kostet die Light-Version lediglich 25 Euro und kann bereits für das Anbieten von reinen Download-Produkten verwendet werden, die dann per Paypal bezahlt werden. Wer mehr Zahlungswege wünscht und auch physische Artikel anbieten möchte, greift zur Pro- oder Enterprise-Variante, die für 45 beziehungsweise 149 Euro zu bekommen ist.Letztere kann dann auf beliebig vielen Wordpress-Instanzen installiert und genutzt werden, wobei auch der Branding-Hinweis auf den Hersteller entfernt werden kann. Die Installation verläuft nach dem üblichen Schema. Sie besorgen sich von der Seite des Anbieters die Erweiterung und laden die Datei im Backend der Installation hoch.Nachdem Sie das Plug-in aktiviert haben, können Sie bereits an die Einrichtung des Shops gehen. Die Erweiterung ergänzt die Hauptnavigation um einen eigenen Menüpunkt. Unter Shop finden Sie alle Module für die Einrichtung vor. Auf der Startseite der Einstellungen definieren Sie lediglich die Grundlagen. Dazu zählen Startwerte für die Kunden- und Bestellnummern sowie die Auswahl der Währung.Die Macher der Software wollen Ihnen die Einrichtung eines Shops erleichtern, der auch juristisch auf einem sicheren Fundament steht. Wenden Sie Ihren Blick bei der Einrichtung als Nächstes dem Abschnitt Seitenkonfiguration zu. Sie finden dort eine Liste mit Seiten, die von der Software genutzt werden. Dazu gehören der Warenkorb genauso wie die allgemeinen Geschäftsbedingungen oder ein Impressum.Über die Listenfelder weisen Sie bereits vorhandene Seiten dem jeweiligen Funktionsbereich zu. Mit einem Klick auf den Schalter Einstellungen speichern können Sie auch alle Seiten in einem Rutsch anlegen lassen, sofern Sie die Option Neu anlegen und zuordnen gewählt haben. Anschließend bearbeiten Sie die Inhalte der Seiten wie gewohnt im Back-end.

Eine wichtige Bedeutung vor der Freigabe des Shops kommt in den Einstellungen dem Bereich Module zu. Darüber schalten Sie Produktarten oder auch Zahlungssysteme frei. In der Light-Version aktivieren Sie hier wenigstens Downloadprodukte und Paypal. Nachdem das Modul freigeschaltet wurde, sind auf der dazu gehörenden Seite die Details zu hinterlegen, zum Beispiel, wie lange ein Download-Link gültig sein soll.Sind diese vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen, können Sie damit beginnen, über Shop/Produktverwaltung erste Artikel anzulegen. Sie können ein Produkt einem bereits vorhandenen Beitrag oder einer Seite zuordnen. Es funktioniert aber auch der umgekehrte Fall. Im Editor von Wordpress finden Sie einen zusätzlichen Schalter.Aus dem nachfolgenden Dialog wählen Sie das gewünschte Produkt aus, das dann in den Artikel übernommen wird. Um dem Kunden die Übersicht möglichst leicht zu machen, bietet Wpshopgermany auch ein Widget an, um den Warenkorb prominent in der Sidebar der Seite darstellen zu können.

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Wurde ein Shop-Plugin installiert, wird Wordpress um eine Reihe von Funktionen und Optionen erweitert, wie hier bei Woocommerce.

Wordpress-Plugin: Woocommerce

Woothemes hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als Anbieter eines eigenen Frameworks und professioneller Templates für Wordpress erworben. Woocommerce rundet das Produktportfolio in dieser Hinsicht mit einem eigenen Shop ab. Nachdem das Plug-in heruntergeladen und aktiviert wurde, blendet die Anwendung oben im Bereich des Backend einen eigenen Bereich ein. Mit einem Klick auf Seiten installieren wird das Setup angestoßen.Danach werden Sie unmittelbar zu den Einstellungen umgeleitet. Woocommerce ergänzt Wordpress um einige Menüeinträge, damit der Besucher schneller zur Hauptseite des Shops gelangt. Diese können Sie in den Optionen von Wordpress natürlich auch zur Startseite des Auftritts machen. Übersichtlich in verschiedene Register unterteilt nehmen Sie die Änderungen an Einstellungen des Shops vor.Die Verwaltung der Artikel erfolgt dagegen im eigentlichen Bereich Produkte. Der Editor unterscheidet sich hier nicht von dem zum Verfassen von Blogbeiträgen. Lediglich die abweichenden Kategorien und Bezeichnungen machen den Unterschied deutlich. Auch Download-Produkte sind möglich.Sollen Produkte oder Produktkategorien auf einer eigenen Seite dargestellt werden, erfolgt die Integration wie bei wpshopgermany über eine eigene Schaltfläche im Editor. Dazu muss der Redakteur aber die (selbst vergebene) Artikelnummer kennen, da Woocommerce lediglich einen Platzhalter in den Text integriert.

Herausforderung Payment

Für welches Plug-in Sie sich entscheiden, ist stark von den gewünschten Zahlungsarten abhängig, denn hier unterscheiden sich die Anwendungen erheblich voneinander. Die Integration von Paypal ist problemlos. Wer sich dagegen beispielsweise die Einbindung von Sofortüberweisung.de wünscht, wird auf den Einsatz von Woocommerce verzichten müssen.Schlechte Karten haben Sie als Anbieter, wenn Sie über eigene Verträge oder Schnittstellen zu Clearing-Stellen für Kreditkarten verfügen. Anders als im Umfeld von Magento und Co. werden für die eher exotischen Wordpress-Erweiterungen keine vorgefertigten Module angeboten. Die Integration anderer Zahlungswege ist zwar möglich, der Aufwand dafür allerdings hoch.

Rechtlicher Rahmen

Bei aller Begeisterung für die unkomplizierte Einrichtung und den Funktionsumfang von Wordpress-Erweiterungen dürfen Sie auch den juristischen Rahmen nicht vergessen, dem Sie automatisch unterliegen, wenn Sie Waren über das Internet zum Kauf anbieten.Vorbildlich hat das wpshopgermany gelöst. Die Entwickler haben die beiden häufigsten Stolpersteine zum rechtssicheren Abschluss bereits für Sie aus dem Weg geräumt. So muss der Kunde einerseits zwingend die AGB akzeptieren, um einen Bestellvorgang abzuschließen. Zum anderen weist ihn auch die Beschriftung des Schalters, ganz aktuell, darauf hin, dass er jetzt kostenpflichtig etwas bestellt.Hier leisten sich insbesondere Plug-ins aus dem Ausland naturgemäß Schwächen. Bei Woocommerce heißt es lediglich Bestellen, was inzwischen als unzureichend anzusehen ist. Eine Änderung ist zwar möglich, aber da die Buttons tief in den Template-Dateien verborgen sind, ist sie mit erhöhtem Aufwand verbunden.

Fazit

Den perfekten Wordpress-Shop, der es mit E-Commerce-Lösungen aufnehmen kann, gibt es derzeit noch nicht. Einen sehr guten Eindruck hinterlassen allerdings wpshopgermany und auch WP-shopified, die wenig bis gar keinen Anpassungsaufwand erfordern.Doch auch die anderen E-Commerce-Lösungen für Wordpress sind durchaus brauchbar, benötigen aber entweder größere Eingriffe in die Optik oder sind etwas aufwändiger in die eigene Site zu integrieren. Da es von (fast) allen Plug-ins Demoversionen gibt, die sich in das eigene Wordpress integrieren lassen, ist es ratsam, zunächst damit Erfahrungen zu sammeln, bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen.

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