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Von Blog-Software zum CMS WordPress 3.0 als CMS

WordPress hat einen Versionssprung gemacht: Im Juni 2010 erschien Version 3.0, von Entwicklern „Thelonious“ genannt. Sie bringt Neuerungen, die auf Verwendung als CMS jenseits reiner Blog-Funktionalität zielen.

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© Olivia Adler, Daniela Schrank

Die erste Innovation werden Sie bereits bei der Einrichtung von WordPress 3.0 bemerken: Die Benutzerregistrierung im Installationsvorgang wurde überarbeitet, um die Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit zu erhöhen. Früher wurde bei der Installation ein Standard-Administratorenkonto mit dem Benutzernamen admin und einem zufallsgenerierten Passwort angelegt.

Der neuer Dialog in der Installation zur Benutzerregistrierung.
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© Olivia Adler, Daniela Schrank
Der neuer Dialog in der Installation zur Benutzerregistrierung.

Da viele Anwender diesen Standard-Namen nie änderten, erleichterte das Angriffe auf die WordPress-Installationen, da Angreifer nur das Passwort erraten mussten. Ab Version 3.0 kann man schon bei der Installation einen individuellen Benutzernamen für den Administrator angeben und ein individuelles Passwort.

Wie beim Ändern des Passworts wird auch hier bei der Eingabe farblich signalisiert, wie sicher das Passwort ist (rot = unsicher, grün = sicher). Damit entfällt auch der zusätzliche Arbeitsaufwand, nach der Installation das automatisch vergebene Passwort ändern zu müssen.

Eine Neuerung bei der Installation sind auch die neuen Sicherheitsschüssel (Secret Keys), die vor der Installation in der wp-config.php eingetragen werden und die vorrangig für die Multiuser-Funktionalität gedacht sind, aber auch außerhalb dieser für die Funktion wp_salt() genutzt werden, die sicherheitsrelevant ist und diverse Hashes erstellt (blog.wordpress-deutschland.org/2010/04/29/neue-schluessel-ab-wordpress-3-0-fuerdie- konfiguration.html ).

Systemanforderungen


  • PHP Version 4.3 oder höher
  • MySQL Version 4.1.2 oder höher (ab Word-Press Version 2.9)
  • Das Apache mod_rewrite Modul, für schönere URIs



Änderungen im Dashboard

Die Änderungen im Dashboard sind eher geringfügig – einige Untermenüpunkte wurden umbenannt, und die schwarzen Balken sind hellgrauen Balken gewichen, sodass das Dashboard jetzt luftiger wirkt.

Außerdem wird nun ein deutlich sichtbarer Hinweis neben dem Blognamen angezeigt („Suchmaschinen werden blockiert“), falls bei der Installation der Suchmaschinenzugriff abgewählt wurde. Vorher konnte es schon einmal vorkommen, dass man sich als Blogbetreiber verzweifelt fragte, warum das Blog nicht in Google gelistet wird, weil man sich an diese Einstellung nach einer Weile nicht mehr erinnerte.

Darüber hinaus enthält der Hilfe-Button inzwischen fast überall kontextsensitive Inhalte, die über den jeweils aktiven Menüpunkt aufklären, ohne dass man das Dashboard verlassen und auf externe Links klicken muss.

Zentrale Aktualisierungen

Im Menücontainer Dashboard gibt es einen neuen Unterpunkt Aktualisierungen, der gebündelt auf verfügbare Core-Updates, Plugin-Updates und nun auch Theme-Updates hinweist. Damit können alle notwendigen Dateien zentral aktualisiert werden.

An dieser Stelle aber der dringende Tipp: Sichern Sie vorher die vorhandenen Dateien. Vor allem beim Update von Themes kann es sonst passieren, dass manuelle Anpassungen mit der neuen Version überschrieben werden. Hier wird der Einsatz von Child-Themes empfohlen, die wir Ihnen weiter unten im Zusammenhang mit dem neuen Default-Themes genauer erläutern werden.

Bestehende Installationen

Wie bei jedem Update wird empfohlen, vor der Aktualisierung ein Backup der auf dem FTP-Webspace liegenden Dateien und der Datenbank zu machen. Beim Update von 2.9.x muss die Datenbank konvertiert werden, das macht WordPress wie üblich selbst im Lauf der Installation, man muss die Konvertierung lediglich wie gewohnt mit Mausklick bestätigen.

Kompatibilität von Themes und Plugins

Nicht alle Themes und Plugins sind mit WordPress 3.0 kompatibel. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, vor dem Update des Live-Servers einen Testlauf auf einem Testserver zu machen, auf dem die Live-Konfiguration einschließlich Themes und Plugins gespiegelt wird. Sollte sich dann herausstellen, dass einzelne Plugins oder verwendete Themes mit der neuen Version nicht lauffähig sind, kann man sich um Ersatz oder Umprogrammierung bemühen, ohne den reibungslosen Betrieb des Liveservers zu beeinträchtigen.

Die Versionsangaben im WordPress-Pluginverzeichnis (wordpress.org/extend/plugins/ ) für die einzelnen Plugins sind eine erste Hilfe – bei jedem Plugin ist eine Information enthalten, bis zu welcher Version es lauffähig ist. Wenn die neueste Version nicht dabei ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass das Plugin nicht unterstützt wird, der Einsatz erfolgt dann aber auf eigene Gefahr. Das Gleiche gilt für Themes.

Benutzerdefinierte Menüs

Ein sehr erfreuliches neues Feature ist das neue Menü-Management, das den Einsatz vieler Plugins überflüssig macht. Hierbei geht es um Menüs im Frontend, also in dem Bereich, den der Besucher des Blogs zu sehen bekommt.

Früher war es eher umständlich und nur mit Tricks möglich, individuelle Menüs zu erstellen. Jetzt kann jeder mit ein paar Mausklicks maßgeschneiderte Menüs bauen, in denen Artikel, Seiten, Kategorien, Tags und Links munter durcheinander kombiniert werden können. Diese Menüs können dann sowohl in Menüleisten als auch in Widgets im Theme eingebaut werden.

Diese neue Funktion finden Sie im Container Design unter Menüs. Standardmäßig wird das neue Menü als primäre Navigation im Theme angeordnet und ist dann dort sofort sichtbar. Will man das nicht, muss man im Container Anordnung im Theme den leeren Eintrag über dem neu angelegten Menü auswählen und Speichern anklicken.

Interessant ist, dass auch beliebige externe Links mit der neuen Funktion ins Menü aufgenommen werden können, beispielsweise eine Sitemap, ein Impressum oder eine Seite mit AGB, die sich außerhalb der WordPress-Struktur befinden.

Diese individuellen Menüs lassen sich auch über die Widget-Funktionalität in die Sidebar einbinden – das funktioniert auch mit älteren Themes, die die neue Menüfunktionalität noch nicht implementiert haben.

WordPress 3.0 bringt auch ein neues Default-Theme mit sich, das mehr Möglichkeiten bietet als sein Vorgänger „Kubrick“. So gibt es jetzt eine vertikale Hauptnavigation, in der Untermenüpunkte via Aufklappmenü zugänglich sind. Außerdem können Hintergrund und Kopfzeile (Header) über die Menüpunkte Design – Hintergrund und Design – Kopfzeile individuell eingestellt werden.

Darüber hinaus ist das neue Default Theme auch blogmodisch auf der Höhe der Zeit und orientiert sich optisch am neuen Trend, die Schrift wieder größer und mit Serifen zu gestalten. Der Name „2010“ ist auch nicht zufällig, denn zukünftig soll jedes Jahr ein neues Default- Theme herauskommen. Wenn Sie die neue Menüfunktion auch in anderen Themes nutzen wollen, tragen Sie folgende Zeile in die Datei functions.php in Ihrem Theme ein:

add_theme_support( 'nav-menus' );



Damit haben Sie die Menüs aktiviert. Um sie in Ihrem Theme zu nutzen, bauen Sie den folgenden Code an der gewünschten Stelle ein (beispielsweise im Header):

<?php wp_nav_menu( array( 'sort_ column' => 'menu_order', 'container_ class' => 'menu-header' ) ); ?>

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