Fernverbindung

Tipps: WLAN-Reichweite erhöhen

Drahtlose Netzwerke gehören inzwischen in den meisten Haushalten und Firmen zur Grundausstattung. Doch die begrenzte Reichweite des hochfrequenten Funk-LANs hat ihre Tücken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Reichweite deutlich erhöhen können.

  1. Tipps: WLAN-Reichweite erhöhen
  2. Empfangsbereich
  3. Netzabdeckung
  4. Ausrichtung
  5. Referenzleistung
Wohnung, wlan, reichweite

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Wohnung, wlan, reichweite

Netzzugang im ganzen Haus per WLAN ist eine praktische Sache. Es erlaubt Notebooks, Smartphones oder Webradios den kabellosen Datenzugriff und ist inzwischen in Geschwindigkeitsbereichen angekommen, die den Wunsch nach einer Kabellösung oft erst gar nicht aufkommen lässt - und das überall im Haus. Oder fast überall.

Denn bereits in einem durchschnittlichen Reihenhaus oder einer weitläufigen Wohnung kann sich das eine oder andere Funkloch auftun. Ein Einfamilienhaus vom Keller bis zum Dachboden oder eine ganze Firma lückenlos mit einen einzigen WLAN-Access-Point zu versorgen, ist in der Regel ein hoffnungsloses Unterfangen.

Ratgeber: So richten Sieein Heimnetzwerk ein

Noch schwieriger wird die Situation, wenn man größere Entfernungen - z.B. bei einem Bürgernetz oder einer Netzverbindung zum nächsten Firmengebäude um die Ecke - überbrücken will. Selbst unter optimalen Bedingungen - sprich bei unverstellter Sichtverbindung im freien Gelände - sind mit Standard-WLAN-Equipment allenfalls wenige 100 Meter machbar. Dabei wird schon ein Laubbaum oder eine Ziegelwand zum unüberwindlichen Hindernis.

Ausgebreitet

InSSIDer

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Neben der Kanalnummer der WLAN-Netze zeigt das Gratis-Tool "InSSIDer" an, wer mit 40 MHz funkt (hier Intellinet_AP) und so besonders viel Bandbreite verbraucht.

Usache der Problematik sind die hohen Funkfrequenzen, die WLAN benützt. Bei 2,4 oder gar 5 GHz ähnelt die Ausbreitung der Funkwellen immer mehr der des Lichtes. Jedes Hindernis, das sich zwischen Sender und Empfänger befindet, führt folglich zu einer deutlichen Abschwächung - der Nachrichtentechniker spricht von Dämpfung - des Signals.

Zwar durchdringen die WLAN-Funkwellen im Gegensatz zu Licht durchaus auch massive Barrieren wie Wände und Decken, die Stärke des Signals nimmt dabei aber ab und somit auch die Güte der Verbindung. Das hat wiederum ein Absinken der Datenrate zur Folge. Gips- und Ziegelwände durchdringen WLAN-Wellen noch einigermaßen gut - zumindest solange sie trocken sind.

Kaufberatung:WLAN-Router

Holzwände können auf Grund der unvermeidlichen Restfeuchte des Naturwerkstoffes schon ein stärkeres Hindernis darstellen. Noch hinderlicher wirkt sich Beton, bzw. die darin befindliche Stahlarmierung aus. Entsprechend sind Stahlbetondecken, wie sie im Hausbau üblicherweise Verwendung finden, ernsthafte Hindernisse für eine brauchbare WLAN-Verbindung.

Innerhalb der eigenen vier Wände stören zudem Reflexionen an Wänden, Möbeln oder Personen, die spontan zur Verstärkung oder Abschwächung bis hin zur völligen Auslöschung des Signals führen.

MIMO machts möglich

WLAN-Router bzw. Accesss-Points mit MIMO-Antennentechnik sind bezüglich störender Reflexionen weit weniger anfällig. Viemehr kann MIMO (Multiple In Multiple Out) sogar die durch Reflexionen verursachten, unterschiedlichen Ausbreitungspfade der Funkwellen zur Erhöhung der Datenrate nutzen. Dazu verwenden die Geräte mehrere Antennen gleichzeitig.

MIMO-Antennentechnik findet sich bei manchen WLAN-Routern und -Access-Points (APs) bereits seit dem 802.11g-Standard, normiert ist sie jedoch erst seit dem WLAN-Standard 802.11n. Bei schwierigen Empfangsverhältnissen in den eigenen vier Wänden kann der Umstieg von einem älteren Router, der noch mit 802.11b/g arbeitet, auf ein modernes MIMO-Gerät mit 802.11n durchaus die entscheidende Verbesserung bringen. Nach unserer Erfahrung schließen sich damit die WLAN-Lücken im häuslichen Umfeld.

Leider steht längst nicht überall MIMO drauf, wo MIMO drin ist. Auf der anderen Seite müssen WLAN-Geräte nach 802.11n nicht zwingend MIMO unterstützen. So ist z.B. in kompakten USB-WLAN-Sticks schlicht und ergreifend gar kein Platz für die aufwändige Antennentechnik. Auch diverse preiswerte Router, APs, Repeater und Notebooks sind mangels zwei oder mehr Antennen nicht in der Lage, mehr als einen Datenstrom zu handhaben.

Eine Hilfestellung gibt hier die beworbene Datenübertragungsrate. Steht 150 MBit/s auf der Packung, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kein MIMO drin. 300 MBit/s lassen sich nur mit zwei Antennen erreichen (2x2 MIMO), für 450 MBit/s braucht's deren drei und 600 Bit/s sind nur mit vier parallelen Datenströmen und somit vier Antennen möglich. Das bloße Antennezählen hilft übrigens nur bedingt. Geräte mit zwei Antennen, können sich durchaus auf simples Diversity beschränken.

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