WLAN beschleunigen

10 Tipps für schnelles und stabiles WLAN

In Sichtweite zum Router funktioniert das WLAN noch, im Zimmer nebenan oder ein Stockwerk höher gibt es dann schon Probleme. Wir zeigen, wie Sie aus Ihrer Verbindung alles herausholen und Ihr WLAN beschleunigen können.

  1. 10 Tipps für schnelles und stabiles WLAN
  2. Weitere Tipps: Kanalbündelung, Kanalwahl und mehr
WLAN beschleunigen

© doomu - fotolia.com

WLAN beschleunigen: Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Heimnetz auf die Sprünge helfen.

Wenn alles funktioniert, fällt WLAN als Verbindungsmethode gar nicht auf. Das Notebook ist nach dem Hochfahren gleich online, am Tablet steht sofort die aktuelle 7-Tage-Wettervorhersage bereit, und selbst der Drucker im Büro erhält seine Druckaufträge über Funk. Keine störenden Netzwerkkabel liegen herum, denn die meisten Endgeräte hängen drahtlos über WLAN im Heimnetz.

Doch leider funktioniert die WLAN-Verbindung nicht immer so, wie man es gerne möchte. Bereits wenn Sie mit Ihrem Tablet in die Küche oder ins Büro wechseln, ist der WLAN-Adapter des mobilen Geräts oft zu schwach, um das Funksignal des Routers im Wohnzimmer zu erreichen.

Sind die Entfernungen größer, oder müssen Stockwerke überbrückt werden, kommt die Verbindung oft erst gar nicht zustande. Unsere Tipps und Tricks helfen Ihnen dabei, Leistung und Reichweite Ihres WLANs um das entscheidende Quäntchen zu erhöhen.

Tipp 1: Router richtig aufstellen

Je weiter WLAN-Router und -Client voneinander entfernt sind, umso höher die Signaldämpfung. Innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung sind jedoch weniger dieEntfernung zwischen Sender und Empfänger das Problem, sondern eher die zahlreichenHindernisse in der Verbindungsstrecke. Sie dämpfen das Funksignal zusätzlich und führen damit zur Verschlechterung der Verbindungsqualität.

Antenne von Delock

© Hersteller / Archiv

Eine gerichtete Antenne, wie dieses Modell von Delock, verstärkt das WLAN-Signal in eine bestimmte Richung - und erzielt dadurch eine höhere Reichweite.

Wie stark diese Dämpfung tatsächlich ausfällt, hängt also zum einen von den baulichen Gegebenheiten innerhalb der zu überbrückenden Strecke ab. Auch einzelne Möbel, Regale, Schränke oder generell Hindernisse zwischen Access Point und WLAN-Client können die Qualität der Übertragung mindern. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihr WLAN-Router möglichst "frei" steht und nicht bereits in der unmittelbaren Umgebung auf Funkbarrieren trifft.

Anstatt Ihr Gerät in den Schrank zu stellen, platzieren Sie es lieber auf dem Schrank. Viele Heimnetzrouter besitzen an der Unterseite Aussparungen, die eine einfache Montage an der Wand ermöglichen. Zur Befestigung sind meist zwei Schrauben mit Dübel, eine Bohrmaschine und ein Schraubenzieher erforderlich. Eine Bohrschablone für den passenden Schraubenabstand ist mit Papier und Bleistift rasch angefertigt.

Tipp 2: Antennenwechsel

In jedem Router sind die Antennen grundsätzlich so ausgelegt, dass das WLAN-Signalsenkrecht zur Antennenachse in alle Richtungen gleich gut oder gleich stark abstrahlt. Solche Antennen werden auch als Rundstrahlantennen oder omnidirektionale Antennen bezeichnet. Die Rundstrahlantenne ist immer dann sinnvoll, wenn der WLAN-Router im Zentrum steht und die Clients in allen Richtungen um den Router verteilt sind.

Meist sind die WLAN-Clients ebenfalls mit Rundstrahlantennen ausgestattet, was jedochnicht unbedingt sinnvoll ist, denn die Verbindung vom Client zum Router zeigt ja immer nur in eine bestimmte Richtung. Wechselt man die Rundstrahlantenne am Client durch eine Richtantenne, auch direktionale Antenne genannt, so lässt sich die Verbindung zwischen Clients und Router meist deutlich verbessern.

Die Möglichkeit zum einfachen Antennenwechsel besteht bei einigen WLAN-Geräten mit externen, wechselbaren Antennen, wie zum Beispiel bei Webradios oder IP-Kameras. Zur Befestigung der Antennen kommt dabei häufig das RP-SMA-Gewinde zum Einsatz, wodurch sich die Antennen rasch und problemlos wechseln lassen.

Bei einem Router macht der Einsatz einer oder mehrerer direktionaler Antennen vor allem dann Sinn, wenn sich der Router nicht zentral in der Wohnung oder eines Hauses anbringen lässt, sondern eher im Randbereich.

Tipp 3: WLAN-Repeater einsetzen

WLAN-Repeater sind eine einfache Methode, die WLAN-Reichweite eines Routers zuerhöhen. Sie sind per WPS-Taste mühelos im Heimnetzt eingebunden. Dabei spielt eseigentlich keine Rolle, welchen Hersteller Sie wählen. Geräte nach 802.11b/g/n gibt es schon ab 20 Euro. Achten sollten Sie aber darauf, dass beim Einsatz von einem AC-Router auch ein AC-Repeater ins Haus kommt, die bei Preisen ab zirka 50 Euro beginnen.

Wo der beste Platz ist, den Repeater aufzustellen, ist dagegen eine schwierigere Frage. Wirklich sinnvoll ist die Erstellung eines Feldstärkeplans von Ihrer Wohnung mit dem Tool Heatmapper. Das Tool ist zwar in Englisch, aber relativ einfach gehalten. Nach dem Start des Programms werden Sie gefragt, ob Sie einen Lageplan von Ihrer Wohnung haben ("Do you have a map?").

Machen Sie sich unbedingt einen digitalen Plan, zur Not mit Paint. Das Programm zeigt Ihnen den Plan an. Erfassen Sie nun die Signalstärke, indem Sie langsam mit dem Notebook herumlaufen und "Wegpunkte" setzen. Laufen Sie den Wohnungsplan ab, und gehen Sie in jedes Zimmer. Heatmapper erfasst alle WLAN-Router und Repeater in Ihrem Empfangsbereich.

Ein Rechtsklick in die Skizze genügt, und die Feldstärke wird eingezeichnet. Ihren Repeater setzen Sie nun in einen hellgrünen oder gelben Bereich ein und wiederholen die Feldstärkemessung zur Überprüfung. Auf diese Weise verteilen Sie das WLAN optimal.

2,4-GHz-WLAN

© Hersteller / Archiv

Im 2,4-GHz-WLAN stehen die Kanäle 1-13 zur Auswahl, die auf 80 MHz Bandbreite verteilt sind.

Tipp 4: Dualband-Router einsetzen

Während ein gewöhnlicher WLAN-Router nur im überlaufenen 2,4-GHz-Band funkt, kann ein moderner Dualband-Router noch zusätzlich über das 5-GHz-Band übertragen. Ein solcher Router kann somit zwei verschiedene Funknetze mit wahlweise identischer oder auch unterschiedlicher SSID aufspannen, die auf jeweils verschiedenen Frequenzen übertragen.

Beide Funknetze sind vollständig voneinander getrennt und kommen sich aufgrund der weit auseinanderliegenden Frequenzen nicht in die Quere. So ist es problemlos möglich, beispielsweise über das 2,4-GHz-WLAN im Internet zu surfen und gleichzeitig hochauflösende Videos über das 5-GHz-WLAN zu übertragen.

Allerdings macht der Einsatz von Dualband-Routern nur Sinn, wenn auch einige der eigenen WLAN-Clients Dualband-fähig sind, also nicht nur bei 2,4 GHz, sondern auch bei 5 GHz übertragen können. Bei vielen Notebooks ist ein dualband-fähiger Notebookadapter inzwischen aber Standard.

Tipp 5: Frequenzband-Eigenheiten

Beim Einsatz von 2,4- und 5-GHz-WLAN sollten Sie jedoch immer im Hinterkopf behalten: WLAN-Signale mit 2,4-GHz sind langwelliger als 5-GHz-Signale und erfahrendadurch eine geringere Dämpfung. Zur Überwindung längerer und hindernisreicher Strecken eignet sich deshalb 2,4-GHz-WLAN besser als 5-GHz-WLAN.

Nach wie vor sind verhältnismäßig wenige Dualband-Router in Deutschland im Einsatzund somit ist das 5-GHz-Band auch in dicht besiedelten Regionen weitgehend unbelegt. Das 2,4-GHz-WLAN ist vor allem in dichter besiedelten Regionen meist komplett ausgelastet. Da die insgesamt verfügbare Bandbreite im 2,4-GHz-WLAN nur 80 MHz beträgt, können selbst bei idealer Aufteilung nur maximal vier WLANs störungsfreinebeneinander funken.

5-GHz-WLAN

© Hersteller / Archiv

Das 5-GHz-WLAN bietet die Kanäle 36 bis 64 und 100 bis 140 - sofern der Router den dynamischen Frequenzwechsel (DFS) unterstützt.

Verwenden die Geräte Kanalbündelung, also je 2 x 20 MHz, zur Übertragung bleibt sogar nur noch Platz für zwei WLAN-Netze. Im 5-GHz-WLAN steht hingegen ein Übertragungskorridor von beinahe 400 MHz bereit und damit mehr als ausreichend Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Allerdings steht dieser Platz nur dann zur Verfügung, wenn die Geräte DFS beherrschen.

Auf Seite zwei unseres Ratgebers lesen Sie 5 weitere Tipps zur Beschleunigung Ihres WLAN-Heimnetzwerks.

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