WLAN beschleunigen

Weitere Tipps: Kanalbündelung, Kanalwahl und mehr

  1. 10 Tipps für schnelles und stabiles WLAN
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Tipp 6: Kanalbündelung bei 2,4 GHz

Ein einzelner Kanal innerhalb eines WLAN-Frequenzbandes belegt grundsätzlich 20 MHz Bandbreite. Seit dem WLAN-Standard 802.11n können über das sogenannte ChannelBondings zwei Kanäle zusammengelegt werden, was die Übertragungsgeschwindigkeitverdoppelt. In den meisten WLAN-Routern oder Access Points ab 802.11n lässt sich dieses Channel Bonding forcieren, indem man als Bandbreite anstelle von 20 MHz abhängig vom Gerätehersteller Einstellungen wie 20/40 MHz, 40 MHz oder Automatic wählt.

Natürlich lässt sich die volle Bandbreite von Channel Bonding zwischen Router und Client nur nutzen, wenn auch der WLAN-Client mindestens 802.11n-WLAN in seinem Repertoire hat. Problematisch ist die doppelte Kanalbelegung bei 2,4-Ghz jedoch in dichter besiedelten Regionen. Denn hier genügen bereits zwei solcher 40-MHz-WLANs in unmittelbarer Nachbarschaft, um die gesamte Bandbreite von insgesamt 80 MHz zu belegen.

Kommen ein dritter, vierter oder noch mehr WLAN-Router hinzu, kommt es zwangsläufig zu massiven Übertragungsstörungen, da alle Geräte über dieselben Übertragungskanäle funken. In diesem Fall ist eine relativ stabile 20-MHz-Verbindung über einen Kanal deutlich effektiver als eine massiv gestörte 40-MHz-Verbindung über zwei Kanäle.

Einige Router können mit aktivierten Einstellungen wie WLAN-Koexistenz oder 20/40 MHz-Koexistenz inzwischen selbst erkennen, wie stark die Bandbreite bei 2,4-GHz durch andere Router belegt ist und entscheiden dann selbst, ob sie mit 20 MHz oder 40 MHz übertragen.

WLAN

© Hersteller / Archiv

Die Einstellung WLAN-Koexistenz kann bei hoher Router-Dichte das WLAN-Signal verbessern.

Tipp 7: Kanalbündelung bei 5 GHz

Im 5-GHz-Band stellt sich das Problem der Überbelegung derzeit noch nicht. Hier sollte im Router die maximal mögliche Bandbreite eingestellt werden. Bei Dualband-Routern nach 802.11n sind das 40 MHz mit 2 gebündelten Kanälen, bei topmodernen WLAN-Routern nach dem 802.11ac-Standard sind es bis zu 80 MHz, denn deren WLAN-Chipsätze können aktuell bis zu drei Übertragungskanäle mit je 20 MHz Bandbreite via Channel Bonding zusammenfassen. In einem 802.11ac-Router ist demnach 80 MHz oder 20/40/80 MHz die Einstellung für maximale Funkleistung.

Tipp 8: Autokanalwahl

Die meisten WLAN-Router und Access Points besitzen für das 2,4-GHz-Band eineAutokanalfunktion. Hierbei ermitteln die Geräte nach der erstmaligen Aktivierung des WLANs, welche Kanäle bereits durch Router in der Nachbarschaft oder andere Störquellen belegt sind. Auf dieser Grundlage ermitteln die Geräte dann automatisch den eigenen Funkkanal. Wenn Ihr Router diese Einstellung unterstützt, sollten Sie diese auch aktivieren.

Allerdings können sich die Verteilung der WLAN-Router in der Nachbarschaft sowie deren genutzte Kanäle ändern. Damit Ihr Router wenigstens einmal täglich die Kanalsituation prüft, schalten Sie das WLAN kurz aus und anschließend wieder an. Oder etwas komfortabler: Aktivieren Sie die WLAN-Zeitschaltung, die inzwischen in vielen Routern integriert ist. Dort können Sie einstellen, dass sich der Access Point im Router zum Beispiel um 23:00 Uhr aus- und um 07:00 Uhr wieder einschaltet.

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Beim Einschalten des Funknetzes scannt der Router im Autokanal-Modus seine Umgebung wieder neu und passt seinen eigenen Übertragungskanal entsprechend an. Falls der Router keine Autokanalfunktion besitzt, lassen sich Kanal-Belegung und Signalstärke der Router in der Nachbarschaft auch mithilfe der kostenlosen Tools inSSIDer oder zum Beispiel auch Xirrus Wi-Fi Inspector ausloten. Beachten Sie jedoch, dass sich die angezeigten Messwerte immer auf den WLAN-Adapter des Notebooks beziehen, auf dem das Tool installiert ist.

Tipp 9: DFS-Unterstützung bei 5 GHz

Im 5-GHz-Band sollten eigentlich alle Dualband-Router die dynamische Frequenzwahl oder Dynamic Frequency Selection (DFS) beherrschen, um optimale Leistung zu gewähren. Spart sich der Hersteller die erforderliche Zertifizierung, darf sein Gerät nur die unteren 80 MHz des fast 400 MHz breiten 5-GHz-Bandes nutzen.

Leider gibt kein Hersteller an, ob sein AC-Router bei 5 GHz die volle Bandbreite unterstützt. Um sicher zu gehen müssen Sie sich auf Tests stützen. In unseren letzten AC-Router-Vergleichstests haben nur AVM und Asus die dynamische Frequenzwahl unterstützt.

Asus-Router

© Hersteller / Archiv

Bei diesem Asus-Router lässt sich die Sendeleistung prozentual per Schieberegler anpassen.

Tipp 10: Mehr Signalleistung

Ist das Funknetz des Routers zu schwach, versuchen Sie einfach dessen Sendeleistung zu erhöhen. Ein Großteil der WLAN-Router bietet eine Möglichkeit, die Sendeleistung der Funkmodule herauf- oder herabzusetzen. Je nach Hersteller wird diese Sendeleistung meist als relativer Wert in Prozent, manchmal aber auch als absoluter Wert für die Sendeleistung in Milliwatt (mW) angegeben.

Um eine möglichst große Reichweite zu erzielen, sollten Sie diesen Wert jeweils auf das Maximum setzen, also auf 100 Prozent oder auf 100 mW im 2,4-GHz-Band. Dazu schieben Sie den Regler ganz nach rechts und bestätigen.

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