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Windows Vista Service Pack 1

Windows Vista ist nicht so erfolgreich wie Microsoft sich das wünscht. Abhilfe soll das Service Pack 1 schaffen, das aber nicht nur System-Updates bringt, sondern auch bekannte Vista-Cracks aushebelt.

Windows Vista: Service Pack 1

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Windows Vista: Service Pack 1

Windows Vista ist mittlerweile seit gut einem Jahr auf dem Markt und auf aktuellen Computern vorinstalliert. Trotz vieler Online-Updates sind bislang nicht alle wunden Punkte korrigiert. Das Service Pack 1 ist entsprechend eine umfassende Überarbeitung von Vista: Es behebt Fehler und optimiert das System. Für ältere Vista-Installationen holen Sie die Software über das Windows-Update oder bestellen eine CD bei Microsoft.

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Installationshürden

Bevor Sie das SP1 einrichten, sollten Sie zunächst installierte Beta-Versionen des SP1 über das Systemsteuerungsmodul Programme und Funktionen nach Einschalten der Option Installierte Updates anzeigen entfernen.

Daneben sollten Sie auf dem Zielrechner ausreichend Speicherplatz frei haben: Bei 32-Bit-Installationen immerhin circa 1,2 GByte, bei 64-Bit-Vista sogar knapp 1,5 GByte. Die Download-Größe für das SP1 über die Update-Funktion beträgt 65 MByte. Die Installation erfordert je nach Rechnerleistung mehr als eine Stunde Zeit sowie mehrere Systemneustarts.

Windows Vista: SP1-Installation

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Freundlicher Hinweis: Das langwierige SP1-Update erfordert mehrere Systemneustarts.

Weil bei einem derartig tiefen Eingriff in Windows Probleme nicht auszuschließen sind, sollten Sie vorab wichtig Daten sichern und am besten ein Komplett-Image der Windows-Partition anlegen. Und wer eine gecrackte Version von Vista nutzt, sollte die Finger vom SP1 lassen: Zwei bekannte Methoden zum Überlisten der Vista-Aktivierung beseitigt das Update nämlich ebenfalls.

Der Modus mit reduzierter Funktionalität, den Vista bisher bei einem Lizenzverstoß aktivierte, fällt dagegen weg. Das soll vor allem Firmenkunden besänftigen, denen vor unbenutzbaren PCs bei einem Update-Fehler graut. 

Sicherheits-Updates und Hotfixes

Kategorie Updates
Allgemeine Updates Kumulatives Update zum Windows Media Player 11
Kumulative Zeitzonenaktualisierung
Microsoft XML Core Services 6.0
Kumulative Sicherheits-Updates für Outlook Express und Microsoft Mail
Kumulative Sicherheits-Updates für Internet Explorer.
Update zur Leistungssteigerung
MMC (Microsoft Management Console)
Unterbindung von unerlaubter GDI-Optimierung
Code-Ausführung CSRSS-Optimierung (Client/Server Runtime Subsystem)
Windows Gadgets-Optimierung zur Vista-Seitenleiste
Vector Markup Language-Optimierung
Windows-Media-Player-Optimierung
Verhindern von Denial-of-Service-Attacken RPC-Optimierungen (Remote Prcodedure Calls)
und unzulässigen Datenfreigaben Unterbindung von Informationsfreigaben in der Vista Firewall
SAM-Optimierung (Security Accounts Manager)
Systems Management Server (SMS)/Systemsteuerung
Sicherheitsoptimierungen
Verhindern des Rechtewechsels Windows Services for UNIX-Optimierung
Zugriffe auf WebDAV-Seiten
Allgemeine Fehlerbereinigung circa 130 kleinere Updates und Hotfixes
Allgemeine Aktualisierungen Anwendungskompatibilitätsaktualisierung
Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit in Vista Windows
UNX-Subsystem-Aktualisierung
PowerShell-1.0-Installationspaket

Das SP1 bündelt bereits verfügbare Aktualisierungen, Sicherheits-Updates und Hotfixes für Vista in einem einzigen Paket. Außerdem vereinheitlicht Microsoft Kernfunktionen des Betriebssystems mit dem neuen Windows Server 2008, um künftig die Pflege beider Systeme zu vereinfachen.

Als Anwender spart man sich nach einer Neuinstallation von Vista durch das SP1 den wiederholten zeitraubenden Aufruf des Windows-Updates. Grundlegende Funktionen, die das SP1 korrigiert und verbessert, stellt die Tabelle zusammen.

Systemoptimierung

Die Systemaktualisierung macht erweiterte Hardware-Funktionen verfügbar, die in der PC-Technik seit der Vista-Veröffentlichung Einzug gehalten haben. Microsoft hat etwa die Direct3D-Schnittstelle zur Version 10.1 überarbeitet, um neue Funktionen aktueller Grafikkarten zu unterstützen. exFAT ist ein neues Dateisystem für große Dateien in Flash-Speichermedien, also USB-Sticks und die aufkommenden Flash-Disks.

Ebenso ist die Unterstützung für HD-DVD- und Blu-Ray- Laufwerke und Add-ons zum Windows Media Center verbessert. Auch die Kompatibilität zu Software, die nicht speziell für Vista entwickelt wurden, hat Microsoft nach eigener Aussage verbessert.

Kaum einem Anwender dürfte bei der Arbeit mit Vista entgangen sein, dass das System mitunter hängen bleibt und sogar abstürzt. Ursache hierfür sind neben unbotmäßigen Windows-Anwendungen wie der Media Player, häufig aber auch Gerätetreiber. Um die Fehler zu beheben, hat Microsoft detailliert auf die Informationen zurückgegriffen, die Anwender bei Programmabstürzen über die Fehlerberichterstattung verschickt haben.

Verbesserungen ergeben sich nun etwa beim Einsatz spezieller Speichermedien oder bei der Nutzung von Netzverbindungen. So ist der Zugriff auf Netzwerkressourcen beschleunigt, der Batterieverbrauch bei Notebooks verringert und das Kopieren von Dateien erheblich getunt.

Windows Vista: Service Pack 1

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Aktuell: Auf diesem Vista-Rechner wurde Service Pack 1 erfolgreich installiert.

Auch die Sicherheit im Internet stand beim SP1 im Vordergrund. Nicht nur bekannte Sicherheitslöcher wurden gestopft, auch die Programmierschnittstelle für Sicherheits-Software von Drittanbietern hat Microsoft bei der 64-Bit-Version ergänzt. Das gilt auch für die Datenausführungsverhinderung (Data Execution Protecxtion, kurz DEP).

Um die Sicherheit zu erhöhen, dürfen nur noch authentifizierte Sicherheitsanwendungen mit dem Windows-Sicherheitscenter interagieren. Ergänzt wurde zudem die Unterstützung für neue mit IPsec genutzte Verschlüsselungsalgorithmen und neue Protokolle, darunter SSTP für VPN.

Aber auch die Desktopverwaltung und die Systemverwaltung hat Microsoft überarbeitet. Sie legen zum Beispiel nun frei fest, welche Laufwerke defragmentiert werden sollen und greifen vereinfacht auf andere Rechner im Netz zu. Auch die automatisierte Verteilung von Vista in Firmennetzwerken hat Microsoft angepasst, um Firmenkunden zum Umstieg zu bewegen.

Fazit

Vista wartet zwar mit einer schicken Oberfläche auf, aber Performance und Systemstabilität lassen Wünsche offen. So sind vorhandene Geräte mitsamt ihren Treibern oft ein Knackpunkt, das gilt auch für ältere - und gegebenenfalls auf Gerätetreibern basierende - Programme.

Das SP1 geht einen großen Schritt in die richtige Richtung und zeigt sich in der Treiberaktualisierung zeitgemäß, auch wenn es weitere Verbesserungswünsche gibt und der Weg zum SP2 bereits jetzt vorgezeichnet ist. An einer Installation führt alleine schon wegen der enthaltenen Fehlerkorrekturen kein Weg vorbei. Aber denken Sie an das Backup der Systempartition.

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