Systemstart

Windows schneller hochfahren: Boot-Ladezeiten beschleunigen

Was tun, wenn Windows langsam startet? Unsere 6 Tipps für ein schnelleres Booten bringen Windows 7, Windows 8, Windows 10 und Co. auf Trab und lassen das System merklich schneller hochfahren.

Windows 8: Starbildschirm

© Windows

Wir verraten, wie Sie Windows schneller hochfahren lassen.

Windows schneller hochfahren lassen - so geht's: Um den Systemstart zu beschleunigen, ist ein neuer, schnellerer PC nicht immer notwendig. Oft genügt es, die BIOS- und Windows-Konfiguration zu optimieren. Allein durch die richtige Konfiguration der Energieeinstellungen kann ein Desktop-PC oder Notebook mit voll einsatzfähigem Windows-Desktop und bereits geöffneten Programmen in Sekundenschnelle hochfahren.

Wenn der PC nicht nur schneller starten, sondern auch noch spürbar schneller arbeiten soll, dann kommt man um die Investition in neue Hardware nicht herum, besonders wirksam ist hier eine SSD als Systemlaufwerk. Der Tausch von Mainboard, Prozessor und Speicher ist auch effektiv, aber fast meist genauso teuer wie ein neuer PC - und bei Notebooks zudem oft schwierig.

Tipp 1: Standby-Modus clever einsetzen

Der schnellste Weg, einen PC nebst Betriebssystem zu starten, ist der, ihn gar nicht erst herunterzufahren - jedenfalls nicht komplett. Stattdessen versetzen Sie den Rechner mit dem Beenden-Kommando "Energie sparen" in den gleichnamigen Energiesparmodus. Bei diesem ist zwar der Großteil der Komponenten deaktiviert, der Arbeitsspeicher (RAM) wird aber weiterhin mit Spannung versorgt.

Der Start aus dem Energiesparmodus ist zudem extrem schnell: Wir haben bei unserem Testsystem mit Intel Core-i7-Prozessor eine Zeit von nur vier Sekunden gemessen. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Kaltstart dauert 58 Sekunden.

Lesetipp: Automatische Anmeldung in Windows - so geht's

Aber aufgepasst: Die im RAM gespeicherten Informationen würden einen Stromausfall nicht überleben. Dies verhindern Sie so: Rufen Sie in der "Systemsteuerung" nacheinander "Hardware und Sound/Energieoptionen" auf.  Unter Windows 10 navigieren Sie zu “Einstellungen”, “System”,“Netzbetrieb und Energiesparen” und dann “Zusätzliche Energieeinstellungen”. Hinter dem aktuellen Energiesparplan, etwa "Ausbalanciert", klicken Sie auf "Energiesparplaneinstellungen ändern".

Jetzt sehen Sie die Grundeinstellungen dieses Energiesparplans. Klicken Sie dort auf "Erweiterte Energieeinstellungen ändern" und es öffnet sich ein Dialogfenster. Ist dort unter "Energie sparen" die Einstellung "Hybrider Standbymodus zulassen" auf "Ein" gestellt, dann wird das System beim Standby parallel auf Platte gesichert. Bei einem Stromausfall oder wenn der Notebook-Akku leer ist, wird das System alternativ von dort geladen.

Tipp 2: Ruhezustand spart Strom

Ein Rechner verbraucht im Energiesparmodus immer ein paar Watt an Strom. Deshalb empfehlen wir den PC, wenn er längere Zeit nicht genutzt werden soll, besser herunterzufahren oder alternativ in den Ruhezustand zu versetzen. In diesem Modus wird der Speicherinhalt nur auf einen nicht flüchtigen Massenspeicher (HDD oder SSD) in der versteckten Datei hiberfile.sys gesichert.

Diese Datei liegt im Stammverzeichnis des Systemlaufwerks, in der Regel also auf "C:". Da hier der Startvorgang bis auf das Laden des Betriebssystems eher einem Kaltstart gleicht, dauert er auf unserem Testsystem mit 32 Sekunden deutlich länger als das Aufwachen aus dem Energiesparmodus. Der Vorteil der schon geladenen Programme und Daten spricht aber für den Ruhezustand.

Tipp 3: Den Kaltstart beschleunigen

Wenn Sie Ihren Rechner lieber richtig ausschalten und deshalb Tipp 1 und Tipp 2 nicht nutzen, machen sinnvolle Einstellungen im BIOS oder dessen Nachfolger UEFI den Rechner trotzdem um einige Sekunden schneller. So sollte als Boot-Laufwerk die Festplatte oder die SSD eingestellt sein, von der das Betriebssystem geladen wird.

Das Booten über das Netzwerk sollte deaktiviert werden. Auch zusätzliche, nicht genutzte Controller können Zeit kosten, wenn das Mainboard beim Start nach nicht vorhandenen Laufwerken sucht. Um in das BIOS- oder UEFI-Setup zu gelangen, muss man beim Kaltstart in der Regel die [Entf]- oder [F2]-Taste drücken. Gespeichert wird hier meist über die [F10]-Taste. Näheres entnehmen Sie dem Handbuch Ihres Rechners.

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Tipp 4: Schneller starten mit SSD

Den größten Zeitgewinn beim Kaltstart bringt der Einsatz einer SSD als Systemlaufwerk. Unser Testsystem startet mit einer Samsung Evo in 35 Sekunden und damit 18 Sekunden schneller als von HDD. Und die SSD bringt zudem auch noch mehr Leistung im weiteren Betrieb von Windows beim Arbeiten am Rechner.

Lesetipp: SSD einbauen – so einfach geht’s

Die Voraussetzung dafür, dass eine schnelle SSD wie die Samsung 850 Evo ihre volle Leistung entfalten kann, ist eine SATA-Schnittstelle mit 6,0 Gbit/s ("SATA-III") notwendig. Wenn Sie einen PC ohne SATA-III auf SSDs upgraden wollen, dann sollten Sie zusätzlich noch in einen SATA-III-Controller in Form einer PCI-Express-Karte investieren. Diese Karten kosten rund um die 30 Euro.

Tipp 5: Systembremsen finden & lösen

Eines der besten Tools, um unerwünschten Programmen auf die Schliche zu kommen, die die Arbeit behindern, ist Autoruns von Microsoft. AutoRuns geht weit über das hinaus, was das in Windows 7 oder 8 enthaltene Programm msconfig.exe leisten kann.

AutoRuns listet alle Programme, Dienste und Treiber auf, die beim Windows-Start oder der Anmeldung beim Betriebssystem geladen werden. Darunter sind viele Performance-Bremsen, die nicht nur den Systemstart unnötig verlängern, sondern auch im späteren Betrieb die Performance von Windows senken.

Lesetipp: Windows 7 - Programme aus dem Autostart entfernen

Unter dem Register "Everything" sehen Sie in AutoRuns alles, was das Programm findet. Dabei blendet das Tool in der "Default"-Einstellung alle Windows-eigenen Einträge aus, was die Übersicht und die Suche nach unerwünschter Software von Drittanbietern erleichtert. Weitere Register in AutoRuns zeigen jeweils einen Teilbereich an. Interessant sind hier vor allem "Logon", "Services", "Scheduled Tasks" und "Drivers". Unbekannte Einträge markiert AutoRuns rot, fehlerhafte Einträge, also solche, die sich auf nicht vorhandene Software beziehen, werden gelb hinterlegt. Sie sind in der Regel durch ein Betriebssystem-Update entstanden, etwa von Windows 7 auf 8.

Besonders praktisch ist die Menüoption "Entry/Search Online", mit der eine Internetsuche zu verdächtigen Einträgen gestartet wird.  Ein bekanntes Beispiel für so einen Performance-Fresser ist etwa die Ask-Toolbar, die oft durch Freeware-Programme mitinstalliert wird. Sie sucht alle fünf Minuten nach Updates - selbst dann, wenn der Webbrowser gar nicht benutzt wird.

Auch andere Programme bringen heutzutage gerne eigene Updater mit, die bei jedem Browserstart nach neuen Programmversionen suchen. Wenn Sie dagegen die von Ihnen genutzte Software selbst auf einem aktuellen Stand halten, können Sie diese Update-Zugriffe unbesorgt deaktiveren.

Tipp 6: Schnellstart unter Windows 8

Windows 10, Windows 8 und 8.1 starten generell schneller als Windows 7. Mit dazu bei trägt die Schnellstart-Funktion der neuen Windows-Varianten. Verwenden Sie jedoch auf Ihrem Rechner per Multiboot auch andere Betriebssysteme, dann sollte die Funktion besser deaktiviert werden. Das geht so:

Drücken Sie die Tastenkombination [Windows]-Taste + [X]. Wählen Sie aus dem angezeigten Menü "Energieoptionen". Im gleichnamigen Dialogfenster klicken Sie in der linken Spalte auf "Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll". Schalten Sie die Funktion über das Kontrollkästchen bei "Schnellstart aktivieren" ab.

Lesetipp: BIOS Setup öffnen in Windows 8.1

Ist die Option nicht zugänglich, müssen Sie zuvor oben im Fenster auf "Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar" klicken. Wenn Sie kein Multiboot-System verwenden, sollte die Schnellstart-Funktion natürlich aktiviert bleiben.

Hier finden Sie das große Franzis Handbuch für Windows 10.

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