Neues Microsoft-Betriebssystem

Windows-8-Beta

Office-Look mit Ribbon-Band

Nach dem Hochfahren sieht die Windows-8-Beta genauso aus wie Windows 7. Dafür hat Microsoft den Windows-Explorer nun wie seine aktuellen Office-Produkte mit einem Ribbon-Band ausgestattet. Die einzelnen Menüleisten-Einträge klappen nun nicht mehr auf, wenn sie angeklickt werden, sondern stellen ihre Funktionen übersichtlich in einer Leiste dar.

Mit dabei sind auch einige neue Explorer-Funktionen, die je nach Dateityp oder Element erscheinen. Wählt man zum Beispiel ein Disk-Abbild im ISO-Format, erscheint im Ribbon-Band das Register Disc Image Tools mitsamt der Option Mount. Auch Paint und WordPad verwenden nun Ribbon-Oberflächen.

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Modern: Microsoft stattet den Windows Explorer in Windows 8 mit einem Ribbon-Band aus, das bereits die Office 2007 und 2010 einsetzen.

Neben dem Ribbon-Band will Microsoft den intelligenten Desktop verwirklichen. Dabei analysiert das OS vom Anwender ausgeführte Aktionen und kann anschließend die Oberfläche entsprechend anpassen. So vergrößert es oft angeklickte Symbole automatisch oder platziert häufig aufgerufene Programme als Verknüpfung auf dem Desktop.

Aufgeräumter Taskmanager

Microsoft hat den Taskmanager einer Frischzellenkur unterzogen und ihm ein zeitgemäßes Aussehen verpasst. Anwendungen und Prozesse stellt das Tool nun nicht mehr bunt gemischt durcheinander dar, sondern unterteilt sie fein säuberlich nach Anwendungen (Applications), Hintergrundprogrammen (Background Programs) und systemkritischen Programmen (Windows System-Critical Programs).

Zu jedem Eintrag listet der Task Manager außerdem jeweils in einer eigenen Spalte die Auslastung für CPU, RAM, Speicherplatz und Netzwerk auf. Die Einträge lassen sich über die Register Startup und Users noch weiter filtern.

Neues Design für Tablet-Computer und Desktop-PCs

Eine weitere auffällige Veränderung gegenüber Windows 7 betrifft den Desktop. Um die unterschiedlichen Hardware-Anforderungen für Tablet-PCs und Desktop-Rechner in den Griff zu bekommen, soll es zwei verschiedene Oberflächen geben: eine Wind genannte 3D-Oberfläche für Desktop-PCs und eine weitere für leistungsschwächere Geräte wie Tablet-PCs, die unter dem Codenamen Mosh (Modern Shell) läuft.

Im fertigen Zustand soll Wind nur unter 64-Bit-Systemen laufen, dafür aber von der Grafikschnittstelle DirectX 12 befeuert werden und könnte somit Desktop-Darstellungen über die GPU beschleunigen. Unsere Betaversion von Windows 8 läuft zwar nur unter 32 Bit, verwendet DirectX 11 und damit keine Spur vom Wind-UI.

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Tablet-PC-Ansatz: Der Internet Explorer lässt sich in der Betaversion in den Immersive-Modus schalten und erscheint mit veränderter Oberfläche. Diese ist für Touchscreens optimiert und auf die Bedienung per Kacheln ausgelegt.

Die häufig mit dem Zusatz Immersive erwähnte Tablet-PC-Oberfläche orientiert sich am Metro-Design, das bereits Windows Phone 7 und der MP3-Player Zune einsetzen. Deren Oberfläche ist für Touchscreens optimiert und auf die Bedienung per Tiles (Kacheln) ausgelegt, die Informationen anzeigen und durch Antippen Funktionen bereitstellen. Genau das Gleiche findet sich auch in der Betaversion von Windows 8. 

Dort lässt sich beispielsweise der Anmeldebildschirm, das Windows-Startmenü sowie der bereits in Windows 8 integrierte Internet Explorer 9 in den Metro-Look schalten. Beim IE9 ändert sich lediglich die Optik des Fensterrahmens und die Auflösung wird fest auf 640 x 480 Bildpunkte eingestellt.

Wechselt man in die Adressleiste, zeigt der Browser die am häufigsten besuchten Webseiten an und stellt jeden Link in einer eigenen Kachel dar. In der Testversion kann man per Tastenkombination zwischen der regulären Desktop-Oberfläche und der Tablet-PC-Oberfläche schnell hin- und herschalten (CTRL + SHIFT + F9).

Nützliches Plus: PDF-Reader und Sicherungsmöglichkeiten

Microsoft geht mit der Zeit und hat in Build 6.2.7955 von Windows 8 einen PDF-Reader integriert, der Software von Drittherstellern damit überflüssig machen dürfte. Allerdings mutet er noch sehr rudimentär an, denn Bedienelemente oder Menüs gibt es keine. Immerhin lassen sich PDF-Dokumente wie gewohnt durchblättern und über die Kombination STRG-Taste und Mausradbewegung auch vergrößern und verkleinern.

Interessanter ist da schon die ebenfalls neue Funktion History Vault, die sich in der Systemsteuerung unter System und Sicherheit findet und an die bereits von Windows 7 bekannten Schattenkopien erinnert.Mittels History Vault lassen sich Dateien und Ordner auf Festplatten, Wechseldatenträger oder Netzwerkverzeichnisse sichern. Anschließend kann man per Zeitleiste eine bestimmte Version davon wiederherstellen. Mit Time Machine hat Apple ein ähnliches Programm bereits in Mac OS integriert.

Das Beste kommt noch...

Einige der interessantesten Funktionen von Windows 8 sind noch nicht in der Betaversion eingebaut. Dazu gehört das in der Microsoft-Präsentation angesprochene Thema Cloud Computing. Windows 8 soll ab Werk mit einer Cloud-Anbindung ausgestattet sein und es dem Benutzer ermöglichen, an jedem beliebigen Gerät auf seine Einstellungen zuzugreifen.

Zieht man Windows 8 auf ein anderes Gerät um, könnte man so ganz einfach seine persönliche Konfiguration aus dem Internet nachladen. Damit geht auch der versprochene Reset-Schalter für Windows 8 Hand in Hand. Das Betriebssystem soll sich innerhalb weniger Minuten wieder in den Ausgangszustand zurückversetzen lassen, wobei sich Windows die Anwenderdaten dann höchstwahrscheinlich aus der Cloud holt.

Eine weitere spannende Neuerung ist der geplante App-Store von Microsoft. Laut den Blogbetreibern von www.windows8italia.com, die sich durch den Programmcode gewühlt haben, wird Microsoft seinen Online-Shop einigen Funden zufolge auf den Namen WinStore taufen und dort sowohl Vollversionen als auch Testversionen anbieten.

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