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Windows 10 Telemetriedaten: Was machen die eigentlich?

Ihr Windows-10-PC überträgt Daten via Internet an Microsoft. Wir erklären, was die Telemetriedaten machen und welche Einstellungsmöglichkeiten es gibt.

Künstlich hervorgerufener Verschleiß: Hersteller sollen tricksen, damit Geräte schneller kaputt gehen.

© Calado - Fotolia.com

Nicht nur Autos, auch PCs sammeln Telemetriedaten. Wo es beim Auto zum Beispiel um Daten zur Verbrennung oder zum Reifendruck geht, dreht sich beim PC vieles um Sicherheit und Stabilität. Hersteller leiten aus diesen Daten ab, ob sich ihre Fahrzeuge beziehungsweise Betriebssysteme in der Praxis bewähren und ob Veränderungen notwendig sind. Der wichtigste Unterschied: PCs haben fast immer eine Online-Verbindung und die Übertragung findet einfach so statt, ohne deutlichen Hinweis von Microsoft und ohne die Möglichkeit, sie gänzlich abzuschalten. Das kann natürlich Ängste wecken. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das, was da an Daten übertragen wird.​

Sicherheit gibt es nur für Windows Enterprise und Education​

Windows 10 Feedback Diagnose

© Screenshot WEKA / PC Magazin

Die Einstellungen zu den Telemetriedaten stecken tief verborgen unter „PC Einstellungen \> Datenschutz \> Feedback und Diagnose“.

Den Umfang der Datenübertragung steuern Sie über verschiedene Stufen, die Sie in den PC Einstellungen auswählen können. Als Nutzer der am weitesten verbreiteten Windows-10-Varianten, Home und Professional, sehen Sie hier seit dem Creators Update nur die Stufen „Einfach“ und „Vollständig“. Die dritte Stufe namens „Sicherheit“, die vom Datenumfang her noch unter „Einfach“ liegt, ist Windows Enterprise und Education vorbehalten.​

Weil die Stufen aufeinander aufbauen, beginnen wir trotzdem mit der Stufe „Sicherheit“. Hier übertragt Ihr PC grundlegende Informationen zur Version des Betriebssystems, eine eindeutige Geräte-ID (Device Identifier) und ob es sich um einen Desktop-PC oder Server handelt. Darüber hinaus sendet Windows die Protokolldateien des Malicious Software Removal Tool​ und von Windows Defender - also von den Windows-Komponenten, die der Abwehr von Schadprogrammen dienen.​

Tipp: Sollten Sie über Windows Enterprise oder Education verfügen, dann können Sie die Stufe „Sicherheit“ aktivieren. Das geht allerdings nicht über die PC Einstellungen, sondern über die Windows Gruppenrichtlinien.​

Einfach ist das Minimum für Windows 10 Home und Pro 

Die Stufe „Einfach“ umfasst den geringsten Umfang an Telemetriedaten, die Windows 10 Home und Pro an Microsoft senden. Sie enthält alle Daten der Stufe „Sicherheit“ und zusätzlich noch Daten zur Verbesserung der Stabilität und Kompatibilität von Programmen. Dazu gehören zum Beispiel:​

  • ​Daten zu Abstürzen und Hängern, zur Verwendungsdauer, zum CPU- und Speicherverbrauch einzelner Programme 
  • Daten zum Prozessor und Arbeitsspeicher 
  • Informationen zum Akku und anderer Hardware
  •  die Spezifikationen der Webcam 
  • Internet Explorer Versionsnummer 
  • Windows 10 Variante - Infos zu Downloads, Updates, und Seitenabrufen im Windows App Store​

Die vollständige Liste aller übertragenen Informationen​ hat Microsoft ins Netz gestellt.​

Vollständig ist die Voreinstellung 

In dieser Voreinstellung überträgt Windows Telemetriedaten auf der Stufe „Vollständig“. Darüber erhält Microsoft auch Informationen darüber, wie die hauseigenen Programme und Hardware genutzt werden, was funktioniert und was nicht. Zusätzlich zu den Daten aus „Sicherheit“ beziehungsweise „Einfach“ verschickt Windows hier zum Beispiel Informationen:​

  • ​zum Zustand von Windows-Komponenten, Microsoft-Anwendungen und -Hardware 
  • zur Verwendung von Netzwerk, Speicherplatz, Cortana und der Virtualisierungsfunktion Hyper-V
  • zur Häufigkeit, mit der Sie Funktionen von Windows, Microsoft-Anwendungen und -Hardware-Funktionen nutzen 
  • über den Medienkonsum in Microsoft-Programmen, zum Beispiel die Videobreite, -Höhe und Kodierung oder die Sprache von E-Books​

Außerdem schickt Ihr PC ausführliche Daten zu Programmabstürzen an Microsoft. Tritt ein Fehler häufiger auf und lässt er sich nicht auf Basis dieser so genannten Crash Dumps beheben, kann Microsoft auch weitere Details von ausgewählten PCs anfordern. 

Bei PCs, die am Windows Insider Programm teilnehmen (und darüber neue Windows-Versionen vorab erhalten) ist „Vollständig“ standardmäßig aktiv. Auch die Infos, die auf der Stufe „Vollständig“ übertragen werden​, hat Microsoft veröffentlicht.​

Fazit 

Dass Microsoft Telemetriedaten erfasst, lässt sich mit Windows-Bordmitteln nicht gänzlich unterbinden, aber einschränken. Sie können aber von „Vollständig“ auf „Einfach“ oder sogar „Sicherheit“ zurückschalten (bei Enterprise und Education), um den Umfang der erhobenen Daten zu reduzieren. Umgekehrt gilt aber auch: je mehr Windows-Nutzer davon Gebrauch machen, um so geringer die Möglichkeiten für Microsoft, Windows auf Basis realer Probleme weiterzuentwickeln. Ob das Grund genug ist für ein Belassen der Einstellung auf „Vollständig“, muss jeder für sich selbst entscheiden.​

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Quelle: PCgo
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