Hacker müssen draußen bleiben

WiFi-Security: Sicherheit im WLAN-Funknetz

Wer sein WLAN und damit den eigenen Online-Zugang nicht ausreichend absichert, wird leicht zum Opfer krimineller Schwarzsurfer. Selbst wenn der Eindringling scheinbar keinen Schaden verursacht hat, drohen dem ahnungslosen Anschlussinhaber unangenehme Folgen. Kluge Nutzer machen daher ihre WLANs dicht.

WLAN-Sicherheit

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WLAN-Sicherheit

Die Mehrheit der deutschen Notebook-Besitzer kann sich einen Online-Zugang ohne WLAN nicht mehr vorstellen. Über das drahtlose Funknetz surft es sich im Wohnzimmer ebenso komfortabel wie in der Küche oder vom Liegestuhl auf dem Balkon. Doch die drahtlose Freiheit im Heimnetz birgt auch Fallstricke -- vor allem, was die Sicherung des eigenen WLANs anbelangt. Denn im Gegensatz zu einem herkömmlichen kabelgebundenen Netzwerk lässt sich ein Funknetz nicht exakt auf die eigenen vier Wände eingrenzen.

Das kann jeder WLAN-Nutzer bestätigen, der in dichter besiedelten Regionen wohnt. So erscheinen im Verbindungs-Client oder unter "Drahtlosnetzwerke" in Windows neben dem eigenen Funknetz auch fast immer eines oder mehrere WLANs aus der Nachbarschaft. Und ebenso wird natürlich auch das eigene WLAN auf den Notebooks der Nachbarn angezeigt.

Funknetze in Reichweite

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In den meisten Wohngebieten ist die Dichte an WLAN-Routern inzwischen sehr hoch.

Wer den Zugang zum eigenen Funknetz nur unzureichend oder gar nicht verschlüsselt, kann sehr leicht Opfer von Schmarotzern und Kriminellen werden. Die Eindringlinge müssen sich nur ein geeignetes Plätzchen mit ausreichend gutem Empfang suchen, die Verbindung zum Funknetz herstellen und schon sind sie über den Online-Anschluss eines ahnungslosen Bürgers mit dem Internet verbunden. Die unterschiedlichen Nachteile, die einem gehackten WLAN-Besitzer entstehen können, hängen dabei von der Absicht des WLAN-Hackers ab.

Schwarzsurfer und Anschwärzer

Der so genannte "Schwarzsurfer" nutzt ungeschützte WLANs, um einen kostenlosen Internetzugang zu erhalten. So mancher Besitzer eines WLAN-fähigen PDAs oder Notebooks, der unterwegs mal schnell seine Mails prüfen möchte, zieht den kostenlosen Online-Zugang eines ungesicherten WLANs dem Zugang eines kostenpflichtigen WLAN-Hotspots vor.

Es soll sogar Schmarotzer geben, die grundsätzlich über das WLAN des ahnungslosen Nachbarn online gehen und sich dadurch die Kosten für den eigenen Online-Zugang sparen. Diese Art der "Fremd-Nutzung" kann gut gehen, solange der Schmarotzer im angezapften WLAN keinen zusätzlichen Schaden verursacht.

Verbindung mit ungesichertem Funknetz

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Ironischerweise warnt Windows XP den Eindringling, wenn dieser sich mit einem ungesicherten Netzwerk verbindet.

Problematischer wird es, wenn sich im drahtlosen Heimnetz freigegebene Ordner mit wertvollen oder sensiblen Daten befinden. Dazu zählen neben privaten Dokumenten wie Steuererklärungen oder Bewerbungen beispielsweise auch die MP3- oder die digitale Fotosammlung.

Neugierige Nachbarn und jeder beliebige WLAN-Nutzer in Reichweite können aus sicherer Entfernung darin herumschnüffeln, alle Inhalte im Netzwerk betrachten, kopieren und je nach Einstellung der Benutzerverwaltung sogar vollständig löschen.

Außerdem könnte der Eindringling auf freigegebene Ordner problemlos illegale oder kompromittierende Dateien verschieben. Sollte der Datenspeicher aufgrund von anonymen Hinweisen bei der Polizei beschlagnahmt werden, könnte der WLAN-Betreiber in Schwierigkeiten kommen.

Offene WLANs: Wer haftet bei Straftaten?

Noch problematischer wird es, wenn Kriminelle schlecht oder gar nicht gesicherte WLANs gezielt missbrauchen, um die eigene Identität zu tarnen. Verbotene Up- und Downloads oder generell illegale Datenübertragungen lassen sich auf diese Weise unter falscher Flagge durchführen: Der Online-Kriminelle bewegt sich als Teilnehmer eines gehackten Funknetzes offiziell unter der Internetadresse des ahnungslosen Heimnetzbetreibers.

Illegale Piraterie

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Raubkopierer sind Verbrecher

Stellt die Staatsanwaltschaft Nachforschungen an, landet sie über die Verbindungsdaten des entsprechenden Providers automatisch beim Online-Anschluss des ahnungslosen Heimnetzbesitzers. Dieser muss dann unter Umständen für Online-Straftaten geradestehen, die er selbst gar nicht begangen hat. Denn einer Meldung des Bundesverband Musikindustrie zufolge nehmen immer mehr Gerichte bei Fällen von Internetpiraterie den Anschlussinhaber in die Verantwortung. So habe nach ähnlichen Entscheidungen in Köln und Hamburg nun auch das Oberlandesgericht Düsseldorf die so genannte Störerhaftung in einer aktuellen Entscheidung bestätigt.

Internetnutzer haben demnach für die über ihren Anschluss begangenen Urheberrechtsverletzungen einzustehen. Der Fall tritt häufig ein, wenn in Familien oder Wohngemeinschaften mehrere Personen auf einen Internetanschluss zugreifen. Im vorliegenden Fall wurde zunächst zweifelsfrei festgestellt, dass geschütztes Musikrepertoire über den Internetanschluss des Gegners illegal verfügbar gemacht wurde. Offen blieb, ob diese Urheberrechtsverletzungen durch seine Kinder, deren Freunde oder unbefugte Dritte über den vorhandenen WLAN Anschluss begangen wurden.

Das OLG Düsseldorf entschied, dass der Anschlussinhaber in jedem Fall für die über seinen Internetanschluss begangenen Rechtsverletzungen haftet. Im Einzelnen führte das OLG aus: "Der Antragsgegner (= Besitzer des Online-Anschlusses) hat zumutbare Sicherungsmaßnahmen unterlassen. Er hat eine neue Gefahrenquelle geschaffen, die nur er überwachen kann. Objektiv gesehen hat er es Dritten ermöglicht, sich hinter seiner Person zu verstecken und im Schutze der von ihm geschaffenen Anonymität ohne Angst vor Entdeckung ungestraft Urheberrechtsverletzungen begehen zu können. Von daher ist es gerechtfertigt, ihm zumindest die Sicherungsmaßnahmen abzuverlangen, die eine Standardsoftware erlaubt...".

In der Konsequenz dieser Rechtsprechung sind Personen verpflichtet, ihre privaten Anschlüsse gegenüber Zugriffen Dritter zu schützen. Besonders WLAN-Anschlüsse sollten hier ausreichend vor Fremdzugriffen bewahrt werden. Allerdings muss hier ergänzt werden, dass die Sicherheit eines WLAN-Zugangs in erster Linie durch korrekte Hardware-Einstellungen (Verschlüsselung) und weniger durch den Einsatz von "Standard-Software" zu erreichen ist.

Auf der folgenden Seite finden mehr über das Problem unverschlüsselter WLANs und die Tools der WLANs-Hacker. Ein Workshop auf der letzten Seite beschreibt, wie Sie Ihren WLAN-Router absichern.

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