Stromfressern auf der Spur

Stromverbrauch im Haushalt

Was verbraucht nun eigentlich wie viel im Haushalt? Und steht diesbezüglich der PC als Stromfresser da? Die Redaktion hat sich auf die Suche nach heimlichen und unheimlichen Stromverbrauchern im Haushalt gemacht und zeigt, was wieviel kostet.

Hardware Strom Sparen: Energieverbraucher im Haushalt

© Archiv

Nicht immer zaubert der Stromverbrauch ein Lächeln aufs Gesicht.

Ob nun das von uns Menschen erzeugte Treibhausgas CO2 am weltweiten Klimawandel maßgeblich beteiligt ist - wie führende Klimaforscher behaupten - oder nicht, ist letztendlich gar nicht so bedeutend. Wir gehen mit Energie längst nicht mehr so sorglos um wie früher. Und das hat ganz praktische Ursachen: Energie wird immer teurer, was man nicht nur an der Tankstelle spürt. Der Energiepreis- Schock hat wohl jeden ereilt, der seine Nebenkostenabrechnung geöffnet und dort auf die immens gestiegenen Kosten für Warmwasser und Heizung gestoßen ist. Und auch die Jahresabrechnung des örtlichen Energieversorgers ist mittlerweile genauso gefürchtet wie ein blauer Brief vom Finanzamt.

Hardware Strom Sparen: Energieverbraucher im Haushalt

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Nicht immer zaubert der Stromverbrauch ein Lächeln aufs Gesicht.

Strom ist teuer: Die Grundgebühren eingerechnet, darf man inzwischen mit gut 20 Cent für die Kilowattstunde (kWh) rechnen. Legt man den durchschnittlichen Stromverbrauch eines 3-Personen- Haushalts von 3500 kWh pro Jahr zugrunde, ergibt das jährliche Stromkosten in Höhe von 700 Euro. Was für die Durchschnitts-Kleinfamilie schon dramatisch erscheint, entlockt so manchen gut ausgerüsteten Technik- und Computerfreak allenfalls ein sanftes Lächeln. 10 000 kWh und mehr sind beim allzu sorglosen Umgang mit der Energie kein Problem - wer gar mit Strom heizt, für den sind selbst besagte 10 000 kWh kleine Fische.

Wer braucht wieviel?

Um ein wenig ein Gefühl für die Energiemenge zu bekommen, die in einer Kilowattstunde steckt, ist vielleicht der Vergleich mit dem Brennwert von Heizöl (oder Benzin) ganz hilfreich. Über den Daumen gepeilt, entspricht die Energiemenge von 10 kWh in etwa 1 Liter Heizöl (oder Benzin). 3500 kWh Durchschnitts-Stromverbrauch entsprechen folglich in etwa dem Brennwert von 350 Liter des inzwischen teuren Energieträgers. Wer aber schon mal ein paar tausend Liter Heizöl für den Winter gebunkert hat, erkennt sofort, dass der größte Teil des privaten Energieverbrauchs nicht an den Steckdosen, sondern im Heizkessel im Keller bzw. im Motor des PKWs stattfindet.

Lässt man den PKW mal beiseite, geht nicht weniger als Dreiviertel des privaten Energieverbrauchs auf Kosten der Heizung, hinzukommen nochmals rund 10 Prozent für die Warmwasserbereitung. Zusammen entfallen somit 85 Prozent des häuslichen Energieverbrauchs auf Wärme, das Kochen mit rund 4 Prozent Anteil noch gar nicht eingerechnet. Zieht man auch das Kochen ab, entfallen gerade mal 11 Prozent der Energie, die in bundesdeutschen Haushalten verbraucht wird, auf Licht (1 Prozent), Kühlschrank, Waschmaschine, Fernsehen und Radio, den heimischen PC und den ganzen Rest, angefangen bei der Telefonanlage und dem Handy-Ladegerät bis hin zur elektrischen Gartenschere.

Hardware Strom Sparen: Energieverbraucher im Haushalt

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Die Grafik zeigt den Anteil unterschiedlicher Verbraucher am gesamten Stromverbrauch in privaten Haushalten.

In diesem Zusammenhang betrachtet, erscheinen die öffentlich breitgetretenen Bemühungen der EU- Politiker, herkömmliche Glühlampen zu verbieten und durch Energiesparlampen zu ersetzen, gar nicht mehr so bedeutungsvoll. So löblich dieser Vorstoß auch sein mag, die Welt wird er sicherlich nicht retten. Genauso darf man getrost behaupten, dass ein guter Vollwärmeschutz an der Fassade oder ein Wasser sparender Duschkopf um Größenordnungen mehr zum Klimaschutz beiträgt als ein besonders sparsamer PC. Zumal beim Austausch von Geräten gerne unterschlagen wird, dass allein deren Herstellung große Mengen an Energie erfordert. Gerade bei einem PC ist es höchst fraglich, ob ein paar eingesparte Watt jemals den Energieaufwand von Herstellung, Verpackung und Transport hereinbringen.

Auf private Haushalte entfällt übrigens nur rund ein Viertel der Energie, die in Deutschland verbraucht - oder besser gesagt - umgewandelt wird. Rund 30 Prozent entfallen auf die Industrie, 16 Prozent auf Handel und Dienstleistung und nochmals rund 30 Prozent auf den Verkehr, wovon wir wiederum fast 90 Prozent durch die Auspuffrohre unserer Fahrzeuge blasen. Gerade mal 10 Prozent werden durch Flugverkehr, Bahn und Schifffahrt verbraucht. Auch dies sollte man sich vor Augen halten, um nicht im Eifer des privaten Energiesparens das Gesamtbild des Klimaschutzes aus den Augen zu verlieren. Wer nicht nur Geld sparen, sondern auch ein wenig zur Rettung der Erde beitragen will, leistet durch den Umstieg auf einen sparsameren PKW - oder besser noch auf die Bahn - ungleich mehr als durch den Umstieg auf Energiesparlampen.

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