Mit Spiegelreflex, Digicam oder Smartphone

Fotografieren an Weihnachten: Tipps für tolle Bilder

Ob funkelnder Weihnachtsbaum oder Geschenke im Kerzenlicht: Beachten Sie für gelungene Bilder diese Tipps zum Fotografieren an Weihnachten.

Weihnachtsfeier mit der Familie

© shutterstock/Syda Productions

Fotografieren am Weihnachtsabend: Wer einige Tipps beachtet, kann tolle Schnappschüsse machen.

Wer an Weihnachten schöne Fotos zur Erinnerung aufnehmen will, stellt schnell fest: Fotografieren in geschlossenen Räumen mit verschiedenen Lichtquellen ist eine schwierige Sache. Die Beleuchtung blendet, der Blitz hellt die Szene zu sehr auf oder durch zu wenig Licht werden Bilder unscharf. Damit werden die Stimmung und die Ausstrahlung der aufgenommenen Situation meist nicht richtig wiedergegeben.

Einige Grundregeln helfen, damit Sie solche Situationen vermeiden. Fotos zu Weihnachten sind dann ganz einfach und die Erinnerungen werden perfekt festgehalten. Hier unsere Tipps zum Fotografieren an Weihnachten:

Tipp 1: Testlauf vermeidet Enttäuschungen

Gleich ein wichtiger Tipp am Anfang: Machen Sie einige Probeaufnahmen, bevor die Gäste kommen. Dann haben Sie genügend Zeit, um die richtigen Einstellungen zu finden. Wenn etwa der Weihnachtsbaum noch nicht steht, nutzen Sie die Adventslichter für einen Test. Kaffee, Stollen oder eine Schale mit Weihnachtsplätzchen sind ideale Übungsobjekte.

Versuchen Sie verschiedene Perspektiven und Kameramodi. Bei einigen Smartphones gibt es die Einstellung Nacht. Sie eignet sich für Aufnahmen mit Kerzenlicht. Notieren Sie sich optimale Einstellungen für den Einsatz etwa am Weihnachtsabend.

Tipp 2: Bitte kein Blitz

Eine Grundregel für Fotos zum Weihnachtsfest: Deaktivieren Sie das Blitzlicht, wenn Sie mit einer Kleinkamera oder einem Handy fotografieren. Besitzer einer Spiegelreflexkamera sollten über den Einsatz eines Diffusors nachdenken. Diese Aufsätze mindern den Einfluss des Blitzes, reduzieren Lichtreflexe und erzeugen natürlichere Aufnahmen.

Alternativ zu einem gekauften Diffusor-Modell bastelt man sich aus Pappe oder Plastik einen passenden Aufsatz. Er lenkt das Blitzlicht ab und hellt damit die Szene nicht zu sehr auf. Diffusoren gibt es für das eingebaute Blitzlicht und für aufgesteckte Geräte. Ein nützlicher Nebeneffekt beim Verzicht auf das Blitzlicht: Es entstehen keine rote Augen.

PicknBuy Blitz Diffusor

© PicknBuy

Solch ein Diffusor-Aufsatz für Spiegelreflexkameras wie der von PicknBuy macht das Blitzlicht weicher und reduziert zugleich Lichtreflexe.

Tipp 3: Grundeinstellungen anpassen

Mit deaktiviertem Blitzlicht verlängert sich die Belichtungszeit. Deswegen muss die Kamera oder das Handy eine feste Position haben. Ein Ministativ ist in diesem Fall eine gute Anschaffung. Bei langen Belichtungszeiten verhindern Sie so das Verwackeln während des Fotografierens. Kleine Stative gibt es für ca. 20 Euro. Der Markt bietet auch Modelle mit Klemmen für Smartphones.

Eine weitere Maßnahme ist die Erhöhung der ISO-Werte bei dunklen Aufnahmesituationen. Bei hohen ISO-Werten entsteht aber ein störendes Rauschen in den Bildern. An dieser Stelle gilt: Probieren geht über Studieren. Hier muss man die passenden Einstellungen für die Kamera oder das Handy finden. In den meisten Fällen reicht der Einsatz der ISO-Automatik aus.

Um zu dunkle Aufnahmen zu verhindern, helfen zusätzliche indirekte Lichter in der Szene. Eine Stehlampe etwas abseits positioniert, liefert meist die passende Ausleuchtung beim Fotografieren zu Weihnachten. Um die Stimmung einzufangen, schalten Sie den Weißabgleich in der Kamera oder im Handy ab. Damit erscheinen die hellen Töne wärmer, und die Aufnahmen wirken dem Anlass entsprechend. Einige Telefonkameras haben nur verschiedene Modi für den Weißabgleich. Benutzen Sie dann die Option Innen.

Tipp 4: Blendende Lichter verhindern

Lampen sollten auf keinen Fall hinter den Objekten oder Personen stehen und direkt in das Objektiv der Kamera strahlen. Sonst entsteht Gegenlicht, das die anvisierten Ziele verdunkelt. Hier gilt wie bei Aufnahmen im Freien: Nie gegen das Licht fotografieren. Verwenden Sie immer zum Aufhellen eine Lampe mit indirektem Licht.

Damit Leuchten oder Strahler nicht im Fenster spiegeln und die Aufnahme stören, ziehen die Vorhänge zu. Wenn das nicht möglich ist, wählen Sie eine andere Aufnahmeposition. Eine Variante, um die Spiegelungen im Fenster zu verhindern: Man öffnet die Tür für Balkon oder Terrasse und fotografiert in das Zimmer hinein.

Tipp 5: Die HDR-Funktion verwenden

Viele neue Kameras und Handys besitzen eine automatische HDR-Funktion. Bei dieser Technik erzeugt die Funktion bei der Aufnahmen unterschiedliche Belichtungsstufen. Daraus entwickelt die Software in der Kamera das bestmögliche Bild. Bei Aufnahme in Räumen mit relativ wenig Licht sorgt die HDR-Funktion für bessere Ergebnisse.

Fotografieren Sie ein Motiv mit den normalen Einstellungen und im Vergleich mit HDR. Sie werden die Unterschiede schnell erkennen. Die Aufnahmefunktion eignet sich auch bei Außenaufnahmen in der Dämmerung. Sollte Ihr Handy keine HDR-Funktion besitzen, installieren Sie eine passende App wie Camera HDR Studio für Android.

HDR iPhone

© Weka/ Archiv

Auch beim iPhone gibt es bei den neuen Modellen einen HDR- Modus für Fotos bei wenig Licht.

Tipp 6: Geschenke und Essen ablichten

Für Aufnahmen von Objekten sollten Sie sehr nah an das Essen oder die Geschenke herangehen. Ein Stativ hilft, bei schwächerem Licht unscharfe Bilder zu vermeiden. Versuchen Sie unübliche Perspektiven, dann werden die Fotos interessanter. Wenn Sie auf die das Objekt fokussieren, dann verschwimmt der Hintergrund. Das Geschenk oder das Essen zieht so die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.

Ist ein Weihnachtsbaum im Hintergrund, gibt es zusätzlich einen tollen Lichteffekt. Die Farben der Lichter und Kugeln sind dann weichgezeichnet. Bei sehr kurzem Abstand zwischen Kamera und Objekt kann der Makro-Modus bessere Ergebnisse liefern. Wer kein Stativ besitzt, fixiert die Kamera oder das Handy auf einem Kissen oder drückt sie in einen Beutel, der mit Reis gefüllt ist.

GoPod von Joby

© Joby

Kleine Stative wie das GoPod von Joby verhindern, dass Fotos verwackeln.

Tipp 7: Achtung bei Gruppenaufnahmen etwa vor dem Weihnachtsbaum

Für das Foto mit allen Gästen empfiehlt sich der Einsatz eines Stativs. Positionieren Sie die Personen nicht direkt vor dem Weihnachtsbaum. Wählen Sie einen Ort seitlich davor mit mindestens einem Meter Abstand. Die Lichter überstrahlen oder blenden dann nicht. Zusätzlich tragen sie zur natürlichen Beleuchtung bei.

Der Fokus wird auf die Personen im Vordergrund gerichtet. Schalten Sie das Blitzlicht aus, und stellen Sie Kamera bzw. Smartphone auf ein Stativ. Nutzen Sie eine kurze Zeitverzögerung. Damit kommt die Kamera nach dem Auslösen auf dem Stativ zur Ruhe. Außerdem hat der Fotograf genügend Zeit, sich zur Gruppe zu begeben, um auf dem Familienfoto mitverewigt zu werden.

Fotos mit Personen

© shutterstock/kryzhov

Fotos mit Personen sollten nicht direkt vor Lichtquellen entstehen. So rückt die Person besser in den Vordergrund und das Licht in den Hintergrund.

Noch ein Tipp für Handy-Besitzer: Eine Fernauslösung bietet die App Snap Clap. Das kostenlose Programm gibt es für Telefone mit Android, iOS und Windows. Die Kamera wird dabei platziert und eine Zeitverzögerung definiert. Der Fotograf stellt sich zu den anderen Personen und löst mit einem Klatschen der Hände die Aufnahme aus. Weitere Informationen zur App finden Sie im Internet unter snapclap.org oder in den einschlägigen App Stores der Smartphone-Hersteller.

Tipp 8: Fotos vom Weihnachtsmarkt

Bei einem Ausflug auf den Weihnachtsmarkt entstehen farbenfrohe Motive. Für Aufnahmen vom Weihnachtsbaum auf dem Markt sollten Sie am besten bei Anbruch der Dunkelheit vor Ort sein. Das Restlicht der Sonne hilft beim Fotografieren. Schalten Sie auf jeden Fall das Blitzlicht aus. Haben Sie kein Stativ dabei, können Sie die Kamera etwa auf einer Mauer aufsetzen. Nutzen Sie die Zeitverzögerung. Das verhindert verwackelte Aufnahmen.

Für Fotos von den Ständen mit Leckereien oder Geschenken wählen Sie eine Position, die direktes Licht und Gegenlichtaufnahmen vermeidet. Stecken Sie Kamera oder Handy nach der Aufnahme in eine Tasche, damit die Kälte den Akku nicht in Mitleidenschaft zieht.

Tipp 9: Bilder entwickeln und als Geschenk verschicken

Die Bilder vom Fest sollten Sie mit einer Bildbearbeitung noch verbessern. Dazu können Sie eine App wie Snapseed für Android oder Apple iOS benutzen. Damit lassen sich per Fingertipp die Farben und der Stil anpassen.

Fotor Web

© Fotor

Mit der Online-Bildbearbeitung fotor.com lassen sich schnell Bilder im Webbrowser verbessern oder Effekte hinzufügen.

Mit Fotor, das Sie unter fotor.com erreichen, bearbeiten Sie Bilder auf dem Computer im Webbrowser oder per gleichnamige App auf einem mobilen Gerät. Im rechten Bereich der Webseite ganz unten bei Language wählen Sie den Eintrag Deutsch. Die Bedienung ist sehr einfach und es gibt viele Voreinstellungen. Die fertigen Bilder drucken Sie am Automaten im Drogeriemarkt aus und können diese als Erinnerung am Neujahrstag verschenken.

Eine weitere Möglichkeit ist die Entwicklung der Bilder bei einem Online-Dienst. Die meisten Dienste aus dem Internet bieten eine Möglichkeit, unabhängig von Auftraggeber- und Rechnungszahleradresse die Fotos an die Empfänger zu versenden. Sie sollten nach den Aufnahmen am Weihnachtsabend die Einstellungen in der Kamera auf die ursprünglichen Werte zurücksetzen. Damit verhindern Sie beim nächsten Fototermin falsche Aufnahmen.

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