Tablets 2011

WebOS

HP: Eigene Wege mit WebOS

Vor 10 Monaten hat HP den PDA-Pionier Palm gekauft und damit auch dessen Betriebssystem WebOS. WebOS basiert wie Android auf einem Linux-Kernel, allerdings mit einem propietären Userland. HP will das OS nicht nur für Smartphones und Tablets nutzen, sondern auch für Drucker und als eine Art Zweitsystem für PCs und Notebooks. Wie sich das gestalten wird, hat HP aber noch nicht verraten.

Im letzten Monat hat HP die ersten Smartphones und das Tablet TouchPad auf Basis des neuen WebOS 3.0 präsentiert. Das HP-Tablet erinnert mit seinem 9,7-Zoll-Display und 1024 x 768 Bildpunkten Auflösung optisch sehr an das iPad.

Als CPU setzt HP einen Dual-Core-Prozessor ein, allerdings nicht den bei den Android-Tablets üblichen Tegra 2, sondern einen 1,2-GHz-Snapdragon von Qualcomm. HP wird den TouchPad mit 16 oder 32 GByte Flash ausliefern und es wird Modelle mit und ohne 3G geben; über einen GPS-Empfänger verfügen nur die 3G-Versionen des Tablets.

Interessant beim TouchPad ist aber vor allem das Betriebssystem. WebOS 3.0 ist für den Multitasking-Betrieb optimiert, die Apps werden dabei als eine Art Kartenstapel dargestellt, der einen schnellen Wechsel zwischen den Programmen erlaubt. Mit der enormen Zahl an Android-Apps kann der WebOS-Apstore zwar nicht mithalten, HP hat aber ein Entwicklerkit herausgebracht und auch schon Zusagen von wichtigen Software-Anbietern.

So wird etwa QuickOffice für den Zugriff auf MS-Office-Dateien zur Verfügung stehen und auch Facebook, Twitter und Amazons Kindle sind mit an Bord. Eine echte Besonderheit ist die Kommunikation mit den neuen WebOS-3.0-Smartphones: Für den Austausch von Webseiten, Texten oder Musikfiles genügt es, das HP-Smartphone auf das Tablet zu legen.

Das TouchPad soll im Sommer in den Handel kommen, einen Preis für das innovative Tablet nennt HP derzeit noch nicht.

BlackBerry spielt auch mit

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© PC Magazin

Verwandlungskünstler: Das 10-Zoll-Atom-Tablet ViewPad 10Pro bootet wahlweise Windows 7 oder Googles Android 2.2.

Ein weiterer Mitspieler mit einem eigenen Betriebssystem ist RIM mit dem BlackBerry PlayBook. Als OS auf dem PlayBook wird das auf Unix basierende QNX eingesetzt, das bisher vor allem im Embedded-Bereich verbreitet ist und das auch mit einem stabilen und schnellen Multitasking aufwarten kann. Daher setzt RIM im PlayBook mit dem OMAP 4430 von Texas Instruments auch einen Dual-Core-ARM-Prozessor ein.

Die CPU steckt in einem kompakten Gehäuse mit einem 7-Zoll-Touchscreen, der 1024 x 600 Pixel darstellt. RIM wird das PlayBook nicht nur in einer WLAN- und einer 3G-Variante anbieten, sondern auch Modelle mit 4G- und sogar WiMax-Unterstützung bringen. Zudem soll auch das PlayBook in der Lage sein, problemlos und schnell Daten drahtlos mit BlackBerry-Smartphones auszutauschen.

Abzuwarten bleibt, wie bald und wie viele native Apps für das PlayBook zur Verfügung stehen werden. Daher plant RIM, auch Android-Apps zu unterstützen und so mit einem Schlag eine breite Auswahl an Apps zu bieten.

Dabei setzt man nicht auf die Google-eigene Dalvik-Java-Software, sondern auf eine andere Lösung, die nicht durch den Patentstreit zwischen Google und Oracle bedroht ist. In Deutschland ist das BlackBerry-Tablet für das zweite Quartal dieses Jahres angekündigt, der Preis wird wohl auf iPad-Niveau liegen.

Fragezeichen Windows

Ein großes Fragezeichen steht immer noch hinter der Tablet-Strategie von Microsoft. Denn Windows 7 ist zwar wunderbar für Tablet-PC-Convertibles mit Stiftbedienung geeignet, bei der Steuerung mit den Fingern macht es aber verglichen mit reinen Tablet-Betriebssystemen keine besonders gute Figur. Die Nische für Windows-Tablets ist derzeit daher vor allem der Einsatz in Firmen, wo man auf die gewohnten Windows-Anwendungen angewiesen ist.

Bei Consumer-Geräten behelfen sich Hersteller wie Dell oder Samsung mit kompakten Geräten wie dem Inspiron Duo oder dem Sliding-PC, die auch über eine Tastatur verfügen und zudem mit eigenen Oberflächen und Applikationen für den Touch-Betrieb aufwarten.

ViewSonic geht beim ViewPad 10Pro einen anderen Weg und packt einfach zwei Betriebssysteme auf das 10-Zoll-Tablet. Das Gerät mit Intels neuem Oak-Trail-Atom bootet wahlweise Windows 7 zum Arbeiten und Android 2.2 zum Surfen oder für soziale Netzwerke.

Zwar hat Microsoft mit Windows Phone 7 ein OS für die Multitouch-Bedienung und ARM-Prozessoren, plant aber derzeit nicht, es auch für Tablets zu verwenden. Statt dessen 2011setzt man wohl auf Windows 8, das auch auf ARM-Prozessoren laufen wird und eventuell für Tablets eine eigene, Tile-basierte Oberfläche ähnlich der von Phone 7 mitbringen wird.

Aber selbst wenn sich das nächste Windows dann flüssig mit den Fingern steuern lässt, bliebe das Problem der vielen Windows-Anwendungen, die für Maus und Tastatur ausgelegt sind. Hier könnte die Lösung in dem für Windows 8 geplanten integrierten Windows Marketplace liegen, über den man dann speziell für Tablets ausgelegte Silverlight-Applikationen beziehen kann.

Allerdings betont der gewöhnlich gut informierte Paul Thurrot, dass es sich hier nur um Gerüchte und keine bestätigten Informationen handelt.

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