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Ratgeber: Urheberrecht Was tun bei Content-Klau?

Einzigartige Inhalte bieten Lesern Mehrwert und sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Ärgerlich, wenn sich jemand durch Kopieren an fremden Ergebnissen bedient und damit auch noch das Google-Ranking schwächt.
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Gute Inhalte sind der wesentliche Erfolgsfaktor einer Website - Seiten ohne nennenswerten Content werden weder verlinkt noch über Suchmaschinen gut gefunden und sind auch für potenzielle Kunden als Auslöser für Kaufimpulse uninteressant. Ganz zu schweigen davon, dass unterhaltsam aufbereitete Informationen auch ein wertvolles Aushängeschild für jede Firma sind.

Texte werden von ziemlich vielen Site-Betreibern leider trotzdem als Aufgabe betrachtet, die man ganz nebenbei laufen lassen kann: Unzähligen kleinen bis sehr großen Websites merkt man an, dass der Firmenprospekt 1:1 ins Internet gestellt wurde, dass der Webdesigner texten durfte oder man schnell irgendwelche Seitentexte zusammengeschaufelt hat. Denn kosten soll ausgerechnet Text ja meistens auch nichts oder nicht viel, frei nach dem Motto "Schreiben kann schließlich jeder".

Texten aber scheinbar nicht, wie man auf erstaunlich vielen Internetseiten nachlesen kann. Nicht nur die detaillierte suchmaschinenfreundliche Aufbereitung der Webtexte fehlt dann, sondern von Anfang über Botschaft bis zum einladendem Fazit eigentlich alles, was einen informativen Text ausmacht.

Da werden Plattitüden gestapelt, Füllsätze aneinandergereiht und ganze Textbrocken verwendet, die so klingen, als könnten sie auch von jeder anderen Website stammen - und ganz oft ist das sogar so. Denn was ist einfacher, als sich Teile eines Postings oder gleich ganze Artikel per Copy-und-paste mitzunehmen und auf die eigene Website zu stellen?

Freche Textdiebe

Leider ist es für die betroffenen Autoren interessanter Texte nicht nur eine ärgerliche Unverschämtheit und eine Verletzung der Urheberrechte , wenn ihre Texte ungefragt zweitverwertet werden - es kann ganz konkrete negative Auswirkungen haben, wenn "Duplicate Content" online steht und Inhalte unter mehreren URIs auffindbar sind.

Suchmaschinen und insbesondere Google arbeiten mit ausgefeilten Algorithmen, um die Ergebnislisten von Doppel- und Dreifachnennungen der gleichen Inhalte frei zu halten. Schließlich nutzt es niemandem, dieselbe Information dutzendfach angezeigt zu bekommen und ohne Nutzen gibt es auch keinen Gewinn durch Werbepartner und -anzeigen.

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Auch typische Spamseiten mit unzähligen Wiederholungen werden durch diese Filter ausgebremst und so gewinnt in der Regel die Quelle mit dem höheren Ranking, die ältere Seite oder die größere Website, während entweder die Kopien oder leider eben auch das Original abgewertet und im schlimmsten Fall aus dem Index geworfen werden.

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Es gibt also neben dem Image-Faktor, einzigartige und tolle Texte zu haben, auch ganz handfeste Argumente in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung (SEO), warum Duplicate Content unbedingt vermieden werden sollte.

Der kleine Textdieb von nebenan mit der Copy-und-paste-Methode ist zwar ein Ärgernis, aber noch harmlos im Vergleich zu so genannten Scrapern, die mit Robot-Funktionen Texte aus RSS-Feeds ziehen und mit unzähligen anderen vermischen, um ganze Portale aus zusammengewürfelten Artikeln oder aus langen Zitaten zu bauen, die dann mit Werbeanzeigen gepflastert werden.

Nicht ganz so automatisiert, aber ebenso routiniert und schädlich arbeiten Content-Portale, die Inhalte anderer Websites wie zum Beispiel Nachschlagewerke einsammeln und diese Texte dann etwas oder ganz und gar umbauen. Diese Methode des Recyclings heißt Content Spinning und bedient sich ungeniert am fremden Expertenwissen und an den sorgfältig recherchierten Informationen anderer, seriöser Anbieter.

Text geklaut?

Wenn Sie feststellen, dass einer Ihrer Inhalte nicht mehr gut rankt oder Sie generell prüfen möchten, ob ein bestimmter Text geklaut wurde, so geben Sie als ersten Schritt einfach einige aussagekräftige Sätze (in Anführungszeichen und mit den prägnantesten Fachwörtern) in die üblichen Suchmaschinen ein, in erster Linie natürlich in Google. So können Sie schnell und pragmatisch für einzelne Inhalte prüfen, ob diese noch anderswo online veröffentlicht wurden.

Sind die Ergebnislisten zu unübersichtlich oder es geht um mehrere Texte oder gleich eine ganze Website, die vom Klau betroffen sein könnte, ist dieser Weg zu aufwändig und wir empfehlen, auf die automatisierte Recherche mit Hilfe eines professionellen Tools zurückzugreifen. Da Content ein so wichtiger Erfolgsfaktor ist, haben sich Anbieter wie Copyscape.com darauf spezialisiert, beim Auffinden von Plagiaten behilflich zu sein.

Mit Copyscape können Sie Kopien eigener Texte online finden und mit dem Premium-Account dann auch frisch erworbenen Content auf Originalität prüfen: www.copyscape.com. © Internet Magazin
Mit Copyscape können Sie Kopien eigener Texte online finden und mit dem Premium-Account dann auch frisch erworbenen Content auf Originalität prüfen: www.copyscape.com.

Durch die Eingabe der URL ins Suchfeld findet Copyscape ganz oder teilweise kopierte Texte und sogar solche, die umgeändert wurden. Bis zu 10.000 Unterseiten auf einer Domain werden erfasst beziehungsweise auf Duplikate geprüft. Mit dem Copyscape-Premium-Account zahlt man 5 US-Cent pro Artikel. Wenn es um ein hohes Textvolumen geht, gibt es auch noch die Option, die Coypscape Premium API zu nutzen, um Copyscape nahtlos in ein Content-Management-System zu integrieren, damit jeder frisch eingestellte Text automatisch überprüft wird.

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Solche Dienste wie Plagaware und Copyscape sind auch für alle von Interesse, die professionelle Texter oder SEO-Content-Fließbandtexter mit der Erstellung von Unique Content beauftragen: Mit wenigen Klicks erfahren Sie mit Hilfe von Copyscape, ob die gelieferten Inhalte tatsächlich einzigartig sind und für eine Veröffentlichung in Frage kommen - oder ob Sie um ein Haar selbst zum Textdieb geworden wären, wenn auch unwissend und auf Umwegen.

Maßnahmen gegen Textdiebstahl

Doppelte Inhalte auf der eigenen Domain lassen sich auch noch im Nachhinein durch Aufräum- und Fleißarbeit vermeiden, detaillierte Anleitungen finden sich überall im SEO-interessierten Internet . Kopien auf fremden Websites zu entfernen, ist schon schwieriger, weil der andere Webmaster das Problem anerkennen und bei der Behebung behilflich sein muss - und das kommt bei Textdiebstahl eher selten vor.

Mit der Plagiate-Software von Akademie.de können Sie schnell Urheberrechtsverletzungen aufspüren: www.akademie.de/wissen/plagiate-software-finden. © Internet Magazin
Mit der Plagiate-Software von Akademie.de können Sie schnell Urheberrechtsverletzungen aufspüren: www.akademie.de/wissen/plagiate-software-finden.

In der Regel werden Textdiebe einfach nur frech, leugnen den Kopiervorgang, behaupten, selbst bestohlen worden zu sein, schieben die Schuld auf den unfähigen Azubi oder schlagen dreist sogar vor, die Urheberrechtsverletzung als Kompliment zu sehen: Schließlich wird nur kopiert, wer gut genug als Quelle ist.

Mancher Urheberrechtsverletzende erschreckt sich zwar auch und entfernt schleunigst den geklauten Text, aber damit ist dieser leider immer noch nicht aus dem Google-Index verschwunden, denn er müsste dazu über die Google Webmaster Tools einzeln abgemeldet werden und das kann wiederum nur der andere Website-Betreiber.

Es sei denn, Sie können Ihre Urheberschaft eindeutig belegen und melden den Schaden selbst bei Google, damit der Dieb mit seinem Plagiat aus dem Index fliegt.

Der automatisierte Klau durch Scraper lässt sich gezielt bekämpfen, indem Sie die IP der Scraper-Site für Ihren Server blocken, den Feed nur noch kurz anteasern oder dafür sorgen, dass ein Copyright-Hinweis statt der hochwertigen Grafiken eingeblendet wird.

Copy-und-Paste verhindern

Wer direkt und unmittelbar Artikeltext von einer Website klaut, wird allerdings nicht so leicht aufzuhalten sein, denn was im Browser angezeigt werden kann, lässt sich auch kopieren, als Screenshot darstellen und von der ausgedruckten Version abtippen.

So arbeiten SEO-Fließbandtexter, die ihre Inhalte per Content Spinning erzeugen: Sie wühlen sich durch Hunderte fremder Seiten und extrahieren wesentliche Informationen, um daraus neue oder zumindest auf den ersten Blick einzigartig wirkende Artikel zu erzeugen.

Über die übliche Inspiration durch andere Autoren geht diese Vorgehensweise weit hinaus, denn Content Spinner haben in der Regel überhaupt kein Hintergrundwissen über das behandelte Thema: Sie sind einfach nur gut darin, fremdes Wissen zu halbwegs sinnigen Texten zusammenzukleben.

Anti-Klau-Script: Hurdle

Ein Anti-Diebstahl-Skript kann mit Hilfe von Javascript den Diebstahl per Copy-und-paste verhindern und bei der Ausgabe mit Paste einen Copyright-Vermerk statt des Artikeltextes ausgeben.

Nachteil: Die mit einem Skript kopiergeschützten Texte dürfen nicht bei der VG Wort gemeldet werden und wer Javascript ausgeschaltet hat, bemerkt diesen Schutz gar nicht.

Vorteil: Die große Masse der "Fremdcontent-Inspirierten" wird bei aktiviertem Skript den Aufwand scheuen, nun mühsam herauszufinden, wie man den Kopierschutz knackt und einfach weiterziehen.

Rechtliche Schritte

Ob ein Anwalt Ihre Rechte beim Content-Klau vertreten kann, hängt leider unter anderem von der so genannten Schöpfungshöhe ab: "Nicht geschützt sind damit etwa die reine Wiedergabe von bereits Vorhandenem sowie die handwerksmäßige Zusammenstellung von Material, selbst wenn dafür gewisse Fertigkeiten erforderlich sind." und auch davon, ob "nur" Zitate aus Texten verwendet wurden und wie ausführlich diese eingesetzt wurden. Leider kann das sogar bedeuten, dass eher allgemein gehaltene Website-Texte nicht geschützt sind, weil keine nennenswerte Schöpfungshöhe erreicht wurde.

Wenn Sie einen Diebstahl bemerkt haben, sollten Sie im ersten Schritt Beweise sichern, nämlich Zeugen auf die Kopie schicken, Screenshots und Offline-Kopien der anderen Website erstellen, zum Beispiel mit HTTrack und alles Relevante ausdrucken sowie den Stand der eigenen Seiten ebenso sorgfältig dokumentieren, um den direkten Vergleich zu ermöglichen. Dokumentieren Sie Ihre Urheberschaft, zum Beispiel über den Archiv-Eintrag .

Erst nach der Beweisaufnahme ist ein Klärungsversuch angesagt: Kontaktieren Sie denjenigen, der die Kopie erstellt hat, und finden Sie heraus, ob es sich glaubwürdig um Unbedarftheit gehandelt hat, weil beispielsweise ein Schüler an einem Artikel gebastelt hat und dies auch nachvollziehbar zu belegen ist. In dem Fall wird der Schuldige sich erschrecken und dazu beitragen, dass die Kopie wieder verschwindet, um keinen Ärger zu bekommen. Er wird vermutlich auch eine Unterlassungserklärung unterzeichnen.

Eine rechtliche Einschätzung für Ihren Fall kann nur ein Rechtsexperte treffen, auch wenn man online Muster für eigene Abmahnschreiben wie unter plagaware.de findet.

Wenn Sie Anlass zu der Annahme haben, dass es sich um kriminelle Aktivitäten handelt, der Betreiber der anderen Site nicht reagiert und die Inhalte weiter online stehen, sollten Sie juristischen Beistand suchen und sich beraten lassen, ob die nötige Schöpfungshöhe erreicht wurde, ob eine Unterlassungserklärung Sinn macht oder ob Sie gerichtlich vorgehen sollten.

Wichtige Inhalte hinterlegen

Je wertvoller Ihre Webdokumente sind und je aufwändiger deren Erstellung war, desto sinnvoller kann es sein, einen Notar mit der Archivierung der Belegexemplare zu beauftragen.

In den meisten Fällen allerdings betrifft Content-Klau die Syndizierung von guten Blogs durch Scraper-Bots und den gezielten Copy-und-paste-Diebstahl von Webtexten durch einzelne Personen. Beide sollten Sie immer stoppen, damit Ihre Inhalte einzigartig bleiben. Denn Unique Content ist die Währung des Internets in einer Zeit, in der das Erreichen vieler geschäftlicher Ziele von der zuverlässigen Auffindbarkeit mit Hilfe von Google abhängt.

Duplicate Content

Doppelte Inhalte sind das Gegenteil vom Idealziel "Unique Content". Man spricht immer dann von "Duplicate Content" (DC), wenn Texte unter mehr als einer Adresse/URL erreichbar sind. Häufig entsteht DC innerhalb ein- und derselben Internetpräsenz, wenn Druckversionen, Archivseiten, Kategorieübersichten und Ähnliches oder alle Seiten unter Domainadressen mit und ohne www gleichwertig und parallel von Suchmaschinen erfasst werden.

Aber auch Kopien von Artikeln auf anderen Websites sind DC und können sich schädlich auf das Ranking auswirken oder sogar zu einer Sperrung führen. Duplicate Content sollte grundsätzlich vermieden werden, wo immer dies machbar ist, denn doppelte Artikeltexte schwächen das Suchmaschinenranking-Potenzial einer Website.

Das gilt für Websites, die parallel eine gedoppelte Mobilversion der eigenen Texte bieten, aber auch für fremde Site-Betreiber, die Textkopien verwenden. Wo möglich, sollten diese Kopien verschwinden: schlimmstenfalls durch Content Spinning und eigenen neuen Unique Content (den es dann wieder zu verteidigen gilt).

 
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