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Was können Chromebooks wirklich?

Nach Android jetzt Chrome OS: Sind die günstigen Chromebooks mit Googles Betriebssystem eine Gefahr für Windows? Wir haben die Herausforderer genau unter die Lupe genommen.

Was können Chromebooks wirklich?

© Acer

Was können Chromebooks wirklich?

Kommt jetzt das Aus für Windows? Nach dem Erfolg von Android auf Smartphones und Tablets bläst Google mit Chrome OS zum Angriff auf Windows. Doch sind die günstigen Chromebooks mit Preisen ab 280 Euro für jeden geeignet? Was können die Geräte, was nicht? Wir haben alle Antworten!

Frage: Was ist ein Chromebook, was zeichnet es aus?

Chromebooks sind kleine Notebooks im 12-bis 14-Zoll-Format, auf denen Googles Betriebssystem Chrome OS vorinstalliert ist. Die ersten Geräte erschienen im Sommer 2011, seit Kurzem ist eine neue Generation von Chromebooks verfügbar: Das Acer C710 (280 Euro), das Samsung 303C12-A01 (300 Euro) und das recht ähnliche Samsung 303C12-H01 (350 Euro). Googles selbst entwickeltes Chromebook Pixel ist hierzulande noch nicht verfügbar.

Frage: Was ist Chrome OS? Ähnelt es Android?

Chrome OS ist eine von Google weiterentwickelte Linux-Distribution, in der der hauseigene Browser Chrome die zentrale Rolle spielt: Alle Anwendungen laufen als App im Browserfenster. Chrome OS ähnelt weniger Android als einem Notebook, auf dem man alles im Browser erledigt.

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Bei Acers Chromebook lässt sich der Akku leicht tauschen - bei Samsung ist er fest eingebaut.

Frage: Brauche ich zwingend eine Online-Verbindung?

Daten und Einstellungen werden in erster Linie im Internet, also in einer Cloud gespeichert - eine ständige Online-Verbindung ist also sinnvoll. Die neuen Chromebooks bringen erstmals auch einen eingeschränkten Offline-Modus mit, dazu muss man aber spezielle offlinefähige Apps installieren. Google hat diese Offline-Apps aufgelistet: Dort tummeln sich immerhin mehr als 600 Apps.

Die eigenen Daten und Dokumente müssen nicht zwingend in der Cloud abgelegt werden, sondern lassen sich auch auf lokale Datenträger kopieren.

Frage: Welche Technologie und Hardware-Komponenten stecken drin?

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Das Samsung-Chromebook besitzt immerhin einmal USB 3.0 (o.l.), Acer hat nur USB-2.0-Ports.

Bei der Hardware-Ausstattung gehen die drei Chromebook-Anbieter Acer, Google und Samsung unterschiedliche Wege. Acers C710 erinnert stark an ein Netbook: Das Gerät ist mit einem Intel Celeron 847 Dual-Core-Prozessor, 2 GByte Arbeitsspeicher und einer 320-GByte-Festplatte ausgestattet. Abgesehen vom spiegelnden Display sind die Ähnlichkeiten zum hauseigenen Netbook Aspire One 756 kaum zu übersehen.

In den beiden Samsung Chromebooks steckt dagegen Smartphone- und Tablet-Technologie: Der verbaute Exynos-5-Prozessor treibt etwa auch das Google-Tablet Nexus 10 an. Der Speicher ist mit 2 GByte RAM und 16 GByte eMMC knapp, aber ausreichend.

Das Chromebook Pixel, das Google (noch) nicht in Deutschland vertreibt, erinnert an ein Ultrabook. Dafür sprechen sein leistungsstarker Intel Core-i5-Prozessor, 4 GByte RAM und eine SSD als Laufwerk. Mit einer Auflösung von 2560 x 1700 Bildpunkten schlägt es in Sachen Pixeldichte sogar das Retina-Display eines MacBook Pro von Apple. Alle weiteren technischen Details können Sie der Tabelle entnehmen.

Frage: Wie bedient man ein Chromebook?

Chromebooks sind echte Schnellstarter: Es dauert keine zehn Sekunden, bis etwa das Samsung Chromebook einsatzbereit ist. Wie unter Windows können sich mehrere Nutzer ein Gerät teilen und haben Zugriff auf ihre Daten. Ein eigenes Google-Konto für jeden Nutzer ist dabei Pflicht. Der Chrome OS-Desktop ähnelt dem unter Windows. Man hat ein änderbares Hintergrundbild und am unteren Rand eine Taskleiste. Anstelle des Windows-Start-Buttons prangt das Chrome-Logo, das zum Starten des Browsers dient.

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Das Chromebook Pixel schlägt in Sachen Pixeldichte sogar das Retina-Display eines MacBook Pro.

Frage: Welche Software und Apps kann man benutzen?

Chrome OS ist auf die Nutzung von Webanwendungen ausgelegt, die im Browserfenster laufen. Vorhandene Windows-Programme wie Office kann man auf seinem Chromebook nicht installieren. Bei den Webapps stehen natürlich die Google-Dienste wie Google Mail, Google Play Music und Google Docs im Vordergrund. Für Google Drive bekommt jeder Chromebook-Käufer sogar 100 GByte Cloud-Speicher gratis - was allerdings auf zwei Jahre begrenzt ist.

Die Auswahl im Chrome Web Store deckt die alltäglichen Bedürfnisse weitestgehend ab. Man findet etwa Apps zur Bildbearbeitung, zum Lernen, fürs Büro oder zum Chatten. Darunter zahlreiche bekannte Namen wie Evernote, Dropbox oder Spotify. Auch einfachere Spiele wie Angry Birds, Cut the Rope oder Bastion stehen als Webapp und laufen ansprechend. Auch andere Webanwendungen und Browsergames kann man starten.

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Die Tasten und das Touchpad sind bei Samsung breiter und haben einen besseren Druckpunkt.

Wer auf Microsoft Office nicht verzichten will, kann dank der "Office Web Apps" auf die browserbasierten Versionen von Word, PowerPoint, Excel und OneNote zurückgreifen. Komplexe Online-Spiele wie World of Warcraft funktioniert dagegen nicht. Filme von DVD oder Blu-ray laufen nicht, YouTube und ähnliche Video-Plattformen im Web spielt das Chromebook dagegen ab. Drucken kann ein Chromebook nur über den Dienst Google Cloud Print

Frage: Chrome OS, Android oder Windows?

Laut Google sollen Android und Chrome OS trotz Überschneidungen getrennte Produkte bleiben: Android für Touchgeräte und Chrome OS für Notebooks mit Tastatur. Als Zweitgerät für webaffine Nutzer machen Chromebooks auf jeden Fall viel Sinn. Wenn es um leistungsintensive Anwendungen und Spiele geht, ist ein PC oder Notebook mit Windows dagegen weiterhin erste Wahl.

Download: Tabelle

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