Film- und TV-Bosse in Angst

Vor diesen Tools zittert die Filmindustrie

Immer weniger Kinobesucher, immer schlechtere Einschaltquoten. Einfache Kopier- und Download- Programme beunruhigen die Film- und TV-Verantwortlichen.

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Vor diesen Tools zittert die Filmindustrie

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So gut wie alles kann man heutzutage brennen.

Mit dem Verkauf von Kinotickets, DVD- und Blu-ray-Scheiben verdient die Filmbranche zwar immer noch viel Geld, doch die sprudelnden Einnahmequellen geraten in Gefahr. Einfache Kopier-Tools und immer schneller werdende Download-Angebote fu?r das Internet machen die Verfu?gbarkeit von illegalen Kopien immer einfacher.

Auch das klassische Fernsehen muss schwindende Zuschauerzahlen verkraften, weil viele Anwender TV-Serien lieber tagesaktuell aus dem Internet holen, anstatt auf eine zeitversetzte Ausstrahlung im deutschen TV zu warten.

Illegal ist egal

Dass das Kopieren von Film-DVDs verboten ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Mit Kampagnen wie "Raubkopierer sind Verbrecher" oder "Nur original ist legal" versucht die Filmindustrie seit Jahren ein Unrechtsbewusstsein zu schaffen. Zwar wandert fast nie ein privater Kopierer in den Knast, doch es drohen Schadensersatz- und Unterlassungsklagen (mehr dazu unter irights.

Die Appelle fruchten offenbar kaum - wie sonst wären die hohen Umsätze mit Brennern, DVD-Spindeln und immer größeren Festplatten sonst zu erklären. Dass diese allein zur Sicherung persönlicher Daten dienen, ist angesichts der Mengen kaum glaubhaft. Dabei ist das Duplizieren von Filmen schwieriger, als man meint.

Legen Sie einmal einen kommerziellen Film auf DVD in das PC-Laufwerk und versuchen Sie eine 1:1-Kopie zu brennen: Der Kopiervorgang wird schon beim Versuch des Auslesens der Scheibe abgebrochen. Nero meldet etwa, dass die eingelegte DVD kopiergeschu?tzt sei und nicht gelesen werden könne.

Egal, welches Programm Sie hierzulande kaufen, sei es nun Nero, WinOnCD oder CloneDVD - selbst die teuerste Software verweigert den Gehorsam. Der Grund dafu?r liegt nicht in der Unfähigkeit der Programmierer, sondern ist allein in der deutschen Gesetzgebung zu suchen, die den Verkauf von Programmen untersagt, die einen Kopierschutz umgehen. Praktisch alle DVDs, die man kaufen oder leihen kann, sind mit einem Kopierschutz versehen. Dass dieser de facto schon seit Ende der 90er-Jahre geknackt ist, interessiert dabei nicht.

Seit damals gibt es im Internet jede Menge Kopierprogramme fu?r DVDs - in Deutschland ist der Verkauf und die Verwendung allerdings untersagt. Das hält offensichtlich nur wenige davon ab, sich Tools wie AnyDVD von Slysoft zu beschaffen. Das Programm knackt im Hintergrund die eingelegte DVD oder Blu-ray.

Legale Kopierprogramme wie Nero oder der AmoK DVD Shrinker lassen sich von AnyDVD täuschen und duplizieren die Scheiben dann anstandslos. Genauso verboten wie AnyDVD ist der Einsatz von DVDF ab HD Decrypter. Dieses laufend auf dem neuesten Stand gehaltene Tool kopiert den vollständigen Inhalt der DVD auf die Festplatte und entfernt dabei den Schutz. Mehr Funktionen bietet erst die kostenpflichtige Version DVD Fab Platinum, die natu?rlich genauso illegal wie die Freeware-Variante ist.

Verbotenes aus dem Netz

Mit dem Bann der Kopier-Tools konnte die Filmindustrie in Deutschland zwar einen Teilerfolg erringen, doch schon lange haben die Filmbosse eine neue Gefahrenquelle ausgemacht: das Internet. Dank schneller DSL-Leitungen mit kombinierten Flatrates schreckt der Download von Filmen heute nur wenige ab. Waren es zunächst nur schlecht abgefilmte Kinofilme, die es online zu finden gab, haben die Raubkopierer inzwischen nachgelegt.

Neben Filmen im DivX-Format (mit Endung AVI) wandern auch vollständige 1:1-Kopien von DVDs und Blu-rays u?ber die Datenleitungen. Klassische Tauschbörsen wie eMule sind wegen der hohen Entdeckungsgefahr inzwischen verpönt, getauscht wird meist u?ber das BitTorrent-Verfahren. Alles, was man dazu benötigt, ist ein völlig legales Download-Programm ("BitTorrent-Client") wie etwa uTorrent.

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