Denn sie wissen nicht, was sie tun

Vista-Aktivierungsärger

Microsoft gängelt mit Vista seine Kunden. Der Privatuser bekommt Probleme, wenn er Vista nach dem Einbau von Hardware neu aktivieren muss, Administratoren klagen über Mehrarbeit wegen der neuen Multivolumenlizenz.

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  2. Aktivierungstricks und -Tools
Vista-Aktivierungsärger

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Vista-Aktivierungsärger

Windows Vista ist das erste Betriebssystem von Microsoft für das es keine Möglichkeit mehr gibt, die Aktivierung zu umgehen. Für das Betriebssystem wird es keine Seriennummern geben, welche die notwendige Aktivierung übergehen. Auch Firmen müssen das Betriebssystem daher aktivieren. Einzige Ausnahme sind einige PC-Hersteller wie Dell. Dort wird die Vista-Installation so angepasst, dass während der Installation keine Seriennummer eingegeben werden muss.

Allerdings funktioniert das nur, wenn die Recovery-CD des Herstellers für den Computer verwendet wird. Außerdem überprüft Windows Vista das BIOS, das ebenfalls passen muss.

Für Windows XP und Office 2003 hat Microsoft noch die Volume Activation 1.0 eingesetzt. Bei dieser Aktivierung haben Unternehmenskunden Seriennummern erhalten, die keine Aktivierung benötigten. Bei der neuen Volume Activation 2.0 von Windows Vista und Windows Server 2008 gibt es solche Möglichkeiten nicht mehr.

Alle Produkte, die unter die VA 2.0 fallen, müssen immer aktiviert werden. Microsoft stellt Unternehmen aber Tools und Funktionen wie das Volume Activation Management Tool (VAMT) oder den Key Management Service (KMS) zur Verfügung, über welche die Aktivierung automatisiert nach der Installation abgewickelt werden kann.

Die Aktivierungsprozedur ist bei Windows Server 2008 und Windows Vista identisch. Für Office 2007 gelten diese Einschränkungen übrigens nicht. Office 2007 fällt noch unter das Volume Activation 1.0. Hier erhalten Unternehmen eine Seriennummer, die keine Aktivierung erfordert. Normale Anwender bleiben aber auch hier außen vor.

Wie funktioniert die Aktivierung?

Windows Vista: telefonische Aktivierung

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Auch wenn die telefonische Aktivierung nervt, ist sie nicht so problematisch wie viele denken.

Wird Windows Vista installiert, errechnet das System auf Basis der eingebauten Hardware eine eindeutige Identifizierungsnummer (ID), die zur Aktivierung verwendet wird. Ändert sich Hardware im Computer, stimmt die ID von Windows unter Umständen nicht mehr mit der Aktivierungs-ID überein, sodass erneut aktiviert werden muss.

Dazu arbeitet Windows mit einem Toleranzwert, der nicht unterschritten werden darf. Da die Erstellung der ID auf Basis eines nicht veröffentlichten Algorithmus stattfindet, kann niemand genau sagen, welche Hardware-Änderungen zur erneuten Aktivierung führen.

Jeder Komponente im Computer wird auf jeden Fall eine bestimmte Punktzahl und damit Gewichtung zugeordnet. Ändert sich die Komponente, rückt Windows dem Toleranzbereich näher, bei dem erneut aktiviert werden muss. So muss zum Beispiel beim Wechseln der CPU, des Mainboards oder der Festplatte oft aktiviert werden, allerdings hängt das vom einzelnen System ab. Diese drei Komponenten sind am höchsten gewichtet.

Wird eine Hardware-Komponente geändert, müssen andere Komponenten noch übereinstimmen. Inoffiziellen Microsoft-Quellen zufolge, muss der Mindestwert von 26 Punkten erreicht werden, damit der Computer nicht erneut aktiviert werden muss.

Wird der Toleranzwert unterschritten, muss erneut aktiviert werden. Dieser Wert lag bei Windows XP noch bei 7 Punkten, wurde also deutlich erhöht. Laut den Quellen bei Microsoft, wird die Festplatte mit 11 gewichtet, das Mainboard mit 9, der IDE-Controller und Prozessor mit 3, Soundkarte, Netzwerkkarte und eventuell vorhandener SCSI-Controller mit 2. Arbeitsspeicher, CD/DVD-Laufwerk und Grafikkarte werden mit einem Punkt gewichtet. Insgesamt erreicht ein Computer einen Wert von etwa 35, abhängig von der eingebauten Hardware und Anzahl der Laufwerke.

Wird die Festplatte gewechselt, fällt der Wert auf beispielsweise 24, da diese mit 11 gewertet wird. Da die Schwelle bei 26 liegt, muss der Computer neu aktiviert werden. Ist der Computer mit 35 gewichtet und wird zum Beispiel der Arbeitsspeicher erweitert, eine neue Netzwerkkarte gekauft und die Grafikkarte getauscht, sinkt der Wert auf 31, es muss nicht erneut aktiviert werden. Wird auch noch das CD-Laufwerk, die Soundkarte und die Netzwerkkarte getauscht, sinkt der Wert unter den Schwellwert und es muss erneut aktiviert werden.

Der Schwellenwert läuft nach einiger Zeit auch nicht ab. Das heißt, dass die Aktivierung neu durchgeführt werden muss, wenn zum Beispiel nur das DVD-Laufwerk ausgetauscht wird und sich der Computer direkt am Schwellwert befindet. Wann genau aktiviert werden muss, hängt also nicht von der einzelnen Hardware speziell ab, sondern von den einzelnen Zusammenhängen und Gewichtungen. Es ist durchaus Spielraum für Änderungen da und Anwender können auf Basis der hier vorgelegten Zahlen selbst errechnen, wann eine Aktivierung erneut notwendig ist.

Aktivierung beim Einbau neuer Hardware

Windows Vista: Aktivierung nach Hardwaretausch

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Die Meldung nervt viele Anwender, vor allem bei Änderungen an der Hardware, wenn Windows bereits aktiviert wurde.

Da Windows nur wenige Male bequem über das Internet aktiviert werden kann, müssen Anwender, die neue Hardware in Ihren Computer verbaut haben und deren Toleranzwert unterschritten ist, unter Umständen über die Telefonhotline die Aktivierung durchführen. Diese Hotline ist zwar kostenlos, allerdings dauert der Aktivierungsvorgang durch die lange Zahlenkolonne sehr lange und nervt.

Dafür bereitet die telefonische Aktivierung aber auch kaum Probleme und die Mitarbeiter geben sich mit wenigen Informationen zufrieden, bevor die Aktivierungsnummer zur Verfügung gestellt wird. Hauptsächlich wird gefragt, auf wie vielen Computern Windows Vista installiert ist, ob Vista neu gekauft oder auf dem Computer installiert wurde und warum neu aktiviert werden muss. Da dieser Vorgang anonym stattfindet, sollten Anwender sich von der telefonischen Aktivierung nicht abschrecken lassen, auch wenn die Online-Aktivierung bequemer ist.

Auch bei Computern, die eigentlich nicht aktiviert werden müssen, weil sie bereits aktiviert ausgeliefert werden, kann es passieren, dass bei bestimmten Hardware-Änderungen oder Treiberinstallationen der Aktivierungsdialog erscheint. Das Problem liegt darin begründet, dass Vista das BIOS des Computers nicht mehr erkennt und damit auch die integrierte Aktivierung nicht verwendet wird. Das Problem erläutert der Knowledgebase-Artikel . Erfreulicherweise stellt Microsoft in dem Artikel einen Patch zur Verfügung, der das Problem behebt.

Im Internet kursieren auch Anleitungen, wie sich das BIOS des eigenen Computers so anpassen lässt, dass Vista keine Aktivierung mehr erfordert. Auch angepasste Treiber, die Änderungen am BIOS nicht mehr notwendig machen, sind im Internet zu finden. Allerdings ist diese Vorgehensweise nicht legal und bei Betriebssystempatches werden solche Lücken schnell wieder geschlossen.

Vistas Reduced Functionality Mode (RFM)

Wird Windows Vista innerhalb von 30 Tagen nicht aktiviert, schaltet sich das Betriebssystem in den so genannten Reduced Functionality Mode (RFM). Anwender können sich am Betriebsystem anmelden und bis zu einer Stunde eingeschränkt mit dem Computer arbeiten. Wird Windows innerhalb dieser Stunde nicht aktiviert, wird der Anwender automatisch abgemeldet. Durch die Installation des Service Pack 1 für Windows Vista wird diese Funktion aber auf Druck von Unternehmen aus Vista entfernt.

Auch im Windows Server 2008 wird der Reduced Functionality Mode nicht enthalten sein. Findet keine Aktivierung statt, erhalten Anwender eine Meldung, werden aber nicht mehr zwangsabgemeldet. Microsoft hat diese Funktion aus gutem Grund entfernt. Beim Debakel im August 2007 erkannten die Windows-Aktivierungsserver auf Grund eines Softwarefehlers bei 12 000 Rechnern die Lizenzen nicht mehr.

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