Surfen mit virtuellem Zweit-PC

Virtual Box - Freeware macht Ihren PC sicher wie nie

Mit der Freeware Virtual Box surfen Sie sicher im Internet und können Dinge ausprobieren. Wir zeigen, wie Sie das kostenlose Tool installieren und einstellen.

Virtual Box: Seien Sie auf der sicheren Seite, mit einem virtuellen Zweit-PC.

© Oracle

Virtual Box: Seien Sie auf der sicheren Seite, mit einem virtuellen Zweit-PC.

Höchstmögliche Sicherheit bietet ein Zweit-System auf einem virtuellen PC mit Windows als Betriebssystem. Die Freeware Virtual Box lässt Sie sicher surfen. Es läuft isoliert ohne Zugriff auf das Host-System (das "echte" Windows) und ohne Zugriff auf Daten, die auf der lokalen Festplatte oder im Netzwerk gespeichert sind. Fängt man sich beim Surfen oder beim Ausprobieren von Software eine Malware ein, kann sie sich nur im virtuellen System ausbreiten. Nicht nur bei Cracks, Cheats oder Bundesliga-TV-Tools ist diese Gefahr groß. Setzt man den PC auf einen zuvor gespeicherten Systemzustand zurück, sind alle Änderungen und somit auch ein Schädling wieder verschwunden.

1. Zweit-Windows mit Virtual Box einrichten und verwalten 

Die Freeware Virtual Box (Download) bietet Ihnen einen besonders einfachen Einstieg in die Welt der virtuellen Computer. Starten Sie das Setup von Virtual Box. Die Installation des Programms erfolgt auf Englisch. Beim späteren Einsatz erscheint die Oberfläche dann aber automatisch in deutscher Sprache. Klicken Sie im Willkommenfenster auf Next. Übernehmen Sie die Vorgaben und ändern Sie bei Bedarf mit einem Klick auf Browse den vorgeschlagenen Zielpfad für Virtual Box auf der lokalen Festplatte. Beachten Sie, dass der Installationsassistent die aktiven Netzwerkverbindungen kurz unterbricht, um die eigenen Netzwerk-Treiber einzurichten. Fahren Sie mit einem Klick auf Install fort und beenden Sie das Setup mit einem Klick auf Finish. Bleibt das Häkchen vor Start Oracle VM VirtualBox after Installation gesetzt, wird das Programm direkt ausgeführt.

Erstellen Sie mit einem Klick Auf Neu einen ersten virtuellen PC. Es öffnet sich ein Assistent, der Sie durch alle Schritte führt. Drücken Sie Weiter, und geben Sie im nächsten Fenster einen beliebigen Namen für den neuen virtuellen Rechner ein, und wählen Sie im Ausklappfeld darunter das Betriebssystem und die Version aus. Nach einem Klick auf Weiter legen Sie fest, über wie viel Arbeitsspeicher der virtuelle PC verfügen soll. Tragen Sie hier nicht mehr als den halben Wert Ihres echten RAMs ein. Windows XP läuft ab 256 MByte Arbeitsspeicher, Windows Windows 7 und 8 ab mindestens 512 MByte. Falls der zugewiesene Wert für den virtuellen PC zu hoch ist, beginnt das Host-System Daten aus dem zu knappen verbliebenen RAM in die Auslagerungsdatei auf der Festplatte zu speichern. Dadurch sinkt gesamte die PC-Leistung deutlich.

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Im virtuellen PC installieren Sie zuerst Windows und danach die Software, die Sie für Ausflüge ins Internet benötigen.

Achtung: Microsoft sieht jeden virtuellen PC als neuen PC an, für den eine legale Lizenz vorhanden sein muss. Zumindest eine alte, nicht mehr verwendete XP-Lizenz sollten die meisten Anwender jedoch haben.

Die virtuelle Maschine benötigt noch eine Festplatte. Die Option Festplatte erzeugen ist voreingestellt. Klicken Sie auf Erzeugen, und übernehmen Sie den vorgeschlagenen Dateityp VDI für die virtuelle Festplatte. Im nächsten Schritt markieren Sie Dynamisch alloziert und bestätigen Sie mit Weiter.

Im nächsten Schritt übernehmen Sie den vorgeschlagenen Namen für die virtuelle Festplatte. Die Größe ist für Windows 7 standardmäßig auf 25 GByte voreingestellt. Schieben Sie den Regler nach links oder rechts, um die Größe der Festplatte zu reduzieren oder zu vergrößern. Oder tippen Sie den gewünschten Wert in das Feld rechts ein. Klicken Sie auf Erzeugen. Der Assistent wird geschlossen, der neue virtuelle Rechner ist angelegt.

2. Windows im virtuellen Zweit-Rechner installieren

In einen leeren virtuellen Rechner lässt sich nicht sofort ein Betriebssystem installieren. Richten Sie zunächst ein virtuelles CD-ROM-Laufwerk ein. Markieren Sie dazu links Ihren neuen virtuellen PC und klicken Sie rechts unter Details auf den Eintrag Massenspeicher. Es öffnet sich ein Fenster. Hier verwalten Sie die virtuellen Festplatten und die CD/DVD-Laufwerke. Soll ein Betriebssystem von einer CD oder DVD installiert werden, wählen Sie in der Liste unter Massenspeicher das CD-Symbol aus. Im rechten Fensterbereich wählen Sie nach einem Klick auf das CD-Icon den Laufwerksbuchstaben Ihres echten CD/ DVD-Laufwerks aus. Wenn Sie Windows von einer ISO-Imagedatei installieren wollen, wählen Sie sie aus.

Wichtig ist noch der Punkt Netzwerk. Hier statten Sie virtuelle PCs mit bis zu fünf virtuellen Netzwerkkarten aus. Es gibt unterschiedliche Betriebsmodi, voreingestellt istNAT: In diesem Network-Address-Translation-Modus nutzt der virtuelle PC die IP-Adressedes Host-Computers. Der Gast-PC hat über eine interne IP-Adresse Zugriff auf das Netzwerk und auf den Internet-Anschluss. Im Modus Host-Only Adapter greift der virtuelle Rechner direkt auf die Netzwerkkarte des Host-Computers zu und erhält die vom Internetprovider oder vom Router zugewiesene IP-Adresse.

Um nun mit der Installation von Windows7 von der Setup-DVD zu starten, legen Sie siein das DVD-Laufwerk des Host-Computers ein. Starten Sie den virtuellen PC mit einemKlick auf das grüne Symbol im Virtual-Box-Manager. Nach dem Booten der Setup-DVDbeginnt die Installation von Windows 7. Sie unterscheidet sich nicht von der gewohntenVorgehensweise bei einem echten PC. Das Kopieren der Daten von der DVD auf Festplatte und die Einrichtung von Windows 7 dauern rund 30 Minuten.

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Die Gasterweiterungen der Virtual BOX stellen Ihnen Funktionsextras und zusätzliche Geräte zur Verfügung.

Ist die Installation erledigt, sollten Sie die Gasterweiterungen (englisch: Guest Additions)von Virtual Box installieren. Sie erweitern die Integration zwischen Host- und Gastsystem. Mit dem neuen Grafikkarten-Treiber ist es möglich, das Fenster der VM mit der Maus zu verlassen, ohne die Host-Taste benutzen zu müssen. Die Grafikauflösung wird auf maximal 64.000 x 64.000 Pixel in 32-Bit-Farbtiefe erweitert; dadurch wird auch Mehrschirmbetrieb ermöglicht. Weiterhin gibt es den nahtlosen Fenstermodus, OpenGL-Unterstützung sowie gemeinsame Ordner für den Datenaustausch zwischen dem Host- und Gastsystem.

Starten Sie den ausgeschalteten virtuellen PC mit Windows 7 per Klick auf den grünen Pfeil in der Virtual-Box-Konsole. Klicken Sie im Menü Geräte auf Medium mit Gasterweiterungen einlegen. Es öffnet sich der Setup-Assistent. Folgen Sie den Anweisungen mit Klicks auf Weiter, und schließen Sie die Einrichtung ab. Nach einem Windows-Neustart passen Sie die Bildschirmauflösung von Windows 7 an. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Desktop, und wählen Sie Bildschirmauflösung. Wählen Sie eine andere Größe, und übernehmen Sie die Änderung.

Der Zweit-PC kann nun wie ein gewöhnlicher Rechner genutzt werden. Sie können Windows ganz nach Ihren Vorlieben anpassen und beliebige Programme installieren. so können Sie Programme, beispielsweise Freeware Tools, die Sie beim Surfen entdeckt haben, aus dem Internet erst mal testen, ohne Angst zu haben, dass diese Virenverseuchtsind. Falls Sie Malware enthalten, ist nur Ihre virtuelle Maschine infiniziert. Und diese können Sie mit einem Klick reinigen.

3. Mit Tor anonym im Internet unterwegs

Bei Ausflügen ins Internet wollen Sie unerkannt bleiben, denn es geht ja schließlich niemanden etwas an, welche Webseiten Sie besuchen, welche Software Sie laden und ob Sie manchmal auch die Grenzen zu möglicherweise verbotenen Aktivitäten überschreiten. Über die vom Internetprovider zugewiesene IP-Adresse sind Sie rückverfolgbar - übrigens auch in der virtuellen Maschine.

Der einfachste und kostengünstigste Weg anonym zu bleiben, führt über den Tor-Browser, der gratis zu haben ist. Das Kürzel Tor steht für The Onion Router und basiert auf einem weltweiten Netzwerk aus einzelnen Tor-Servern. Der Browser baut eine zufällige Verbindung zu einem verschlüsselten Tor-Server auf. Dieser verbindet sich noch zwei Mal mit weiteren Servern im Tor-Netzwerk und verschleiert damit die Identität des Surfers. Die eingegebene Zieladresse wird an die einzelnen Server weitergeleitet - jeder Server kennt nur die Adresse seines Vorgängers. Der letzte Tor-Rechner fordert die Daten für die gewünschte Webseite an und sendet die Daten zurück.

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Verwenden Sie den Tortilla-Adapter, um den Internet-Verkehr in der virtuellen Maschine über das anonyme Tor- Netzwerk zu leiten.

Mit Tor stoppen halten Sie den Verbindungsaufbau an. Weiterleitung einrichten startet einen lokalen Tor-Server und treten wie andere Rechner dem Netzwerk zur Anonymisierung bei. Netzwerk betrachten zeigt eine Weltkarte und alle verfügbaren Tor-Server. Wenn Sie Ihre bestehende Tor-Verbindung ändern wollen, klicken Sie auf Eine neue Identität verwenden. Tor baut dann eine neue Verbindung mit dem Netzwerk auf und fordert neue Verbindungsdaten an.

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