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Videothek per Knopfdruck

Videothek per Knopfdruck

Neben TV-Programm bietet IPTV über seinen Online-Rückkanal auch Shopping-Funktionen. Häufigste Anwendung: die Online-Videothek. Jeder Anbieter liefert Filme gegen Gebühr. Solche Bezahlfilme starten, sobald sie der Zuschauer auf der Fernbedienung per "OK"-Taste bestellt. Oft lässt sich zuvor ein kostenloser Trailer anschauen. 

Abgerechnet wird über die Telefonrechnung. Eine Geheimzahl soll vor Missbrauch schützen. Doch nicht alle Abruf-Filme kosten extra. T-Home hat ein großes Archiv an TV-Inhalten auf Lager, die sich unabhängig vom aktuellen Programm anschauen lassen. Auch Alice bietet ein Archiv mit Gratis-Filmen, das aber im Vergleich um einiges dünner ausfällt.

Online-Gimmicks auf dem TV-Gerät, wie sie neuerdings immer mehr Fernseher bieten (siehe Net-TV- Bericht ab Seite 24), haben die IPTV-Boxen bislang nicht auf Lager. YouTube-Videos, die Mediatheken von ARD, ZDF und anderen Sendern sind für die Anbieter bislang kein Thema. T-Home kündigte zur Computermesse CeBIT immerhin an, dass Entertain-Zuschauer ab Sommer über den MR 300 E-Mails lesen können.

Auch Musik und Fotos, die der Nutzer in einem speziellen Internet-Speicher ablegt, sollen sich über die Boxen vorführen lassen. Informationsangebote wie ein Online-Wetterbericht oder Live- Sportergebnisse plant T-Home ebenfalls. Theoretisch könnten alle Anbieter ihre Boxen per Software- Update mit diesen neuen Funktionen nachrüsten.

Die Internet-Anbieter servieren über ihre IPTV-Plattformen zudem auch Radioprogramme. T-Home bietet über die Webradio-Technologie Zugriff auf viele Tausend Radiosender. Alice und Arcor streamen alle deutschen, öffentlich-rechtlichen Radioprogramme.

Kosten variieren

Neben Free-TV-Sendern, die bei den IPTV-Anbietern ähnlich belegt sind wie in digitalen Kabelnetzen, bieten alle drei Internet-Verbreiter auch Pay-TV-Kanäle an. T-Home hat zum Beispiel alle Premiere- Pakete im Angebot und liefert auf Wunsch auch alle Live-Spiele der Fußball-Bundesliga auf das heimische Display.

Hinzu kommen drei wählbare Pakete mit Spartenprogrammen aus Sport, Unterhaltung und Dokumentation. Spartensender a la "Kinowelt TV", "13th Street", "Extreme Sports", "Kabel 1 Classics" oder "Sat1 Comedy" haben auch Alice und Arcor im Programm.

Im normalen Digital-TV liefern Settop-Boxen einen je nach Modell mehr oder weniger informativen Programmüberblick. Beim IPTV-Empfang gehört die TV-Vorschau zum Service des Anbieters. Alle drei IPTV-Varianten liefern tabellarische Programm-Vorschauen mit Inhaltsangaben und teils sogar TV- Tipps.

Arcor etwa präsentiert seine Tipps in Zusammenarbeit mit der TV-Zeitschrift "TV Movie". Bei T-Home Entertain dient die Programmvorschau auch zur Aufnahmeprogrammierung für den Festplattenrecorder - ganz so, wie das auch in digitalen Antennen-, Kabel-oder Sat-Empfangsboxen mit Festplatte funktioniert.

All diese Services gibt es natürlich nicht für lau - jedenfalls nicht immer. Alice bietet den kompletten Free-TV-Spaß per Internet zurzeit ohne Aufpreis zum Telefon- und Internet-Anschluss im Tarif "Alice Fun" an, wenn man die Empfangsbox für knapp 70 Euro kauft oder für mindestens zwei Jahre mietet. Allerdings ist der Empfang nur noch für kurze Zeit gratis: Ab Juli 2009 zahlen IPTV- Kunden 4,90 Euro pro Monat zusätzlich zum Telefon- und Internet-Zugang.

Bei Arcor kostet IPTV 9,95 Euro extra zu jedem Telefon-/DSL-Anschluss ab sechs Megabit pro Sekunde. Die Empfangsbox kostet 49,95 Euro. T-Home hat eine ganze Reihe an IPTV-Angeboten auf Lager. Das Günstigste kostet zusammen mit DSL-16000-Anschluss, Internet- und Festnetz-Flatrate 44,95 Euro. Das sind fünf Euro mehr, als das günstigste T-Home-Paket aus DSL-6000- und Telefon-Flatrate kostet.

Wie viel man für das Fernsehen via Internet tatsächlich auf Dauer berappen muss, lässt sich nur selten zweifelsfrei sagen. Die Anbieter bündeln TV-, Telefon- und Internet-Tarife munter zu Paketen, in denen sie in bestimmten Aktionszeiträumen mehrere Monate lang die Grundgebühren erlassen, den Kaufpreis für Geräte subventionieren oder gar Gutschriften versprechen. Kein Wunder: Schließlich tobt ein harter Konkurrenzkampf um die privaten TV- und Internetzugänge, in dem mittlerweile bekanntermaßen auch die Kabelnetzbetreiber mitmischen.

Auf der anderen Seite verdienen die Telefonanbieter häufig über teure Gesprächsgebühren für Handy- oder Auslands-Gespräche ihr Geld. Auch die Vertragslaufzeiten variieren: Wer sich für einen Anschluss der Telekom entscheidet, legt sich für zwei Jahre auf den IPTV-Vertrag fest, Alice dagegen erlaubt in den meisten Tarifen eine Kündigung zum Monatsende.

Die Bild- und Tonqualität von IPTV lässt sich mit der des herkömmlichen Digitalfernsehens vergleichen. Ähnlich wie bei der DVB-Übertragung gibt es auch in IPTV von Sender zu Sender Qualitätsunterschiede.

Ob IPTV besser als "normales" Fernsehen ist, steht auf Seite 3...

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