Absolut filmreif

Videoschnitt im Test

Oskarverdächtige Filme auf dem Heim-PC zu produzieren, ist heute kein Hexenwerk mehr. Dank leistungsfähiger Programme sind Hochzeitsvideos schnell geschnitten und auf DVD gebrannt. Wie gut die neuen Videoschnittprogramme sind, zeigt unser Test.

Videoschnitt-Programme im Test

© Archiv

Filme schneiden ist spielend leicht

Wenn unvergessliche Momente auf dem Hochzeitsfilm oder auf dem Video mit der Überraschungsparty für Freunde, Verwandte und die Ewigkeit festgehalten werden sollen, ist es sinnvoll, das Material zu bearbeiten. Schließlich sollen unerwünschte Szenen herausgeschnitten, Bilder hinzugefügt und ein passender Sound dazu ausgesucht werden, um dem Film einen professionellen Touch zu geben. Und dazu braucht der ambitionierte Hobbyregisseur ein Videoschnittprogramm.Die erfreuliche Nachricht: Die neuen Programme sind nicht nur leistungsfähiger, sondern auch einfacher zu handhaben. Für knapp 100 Euro bieten die Einsteigerprogramme nützliche und witzige Effekte, lustige Übergänge sowie Vorlagen für die Heimfilme. Getestet haben wir die neuesten Programme auf dem Markt.

Das Programm von Adobe stand uns in einer Beta-Version zur Verfügung.Die weniger gute Botschaft ist allerdings die, dass durch die hochauflösenden Formate, die die neuen Camcorder heute bieten, die Datenmengen und damit auch die Bearbeitungszeiten sowie die Anforderungen an die Hardware steigen.

Teure Hardware

Hersteller von Camcordern wie Sony, Panasonic oder Canon reagieren auf diesen erhöhten Speicherbedarf, indem sie die Kameras gleich mit Festplatten ausstatten. So passen dann auf eine 40 Gigabyte große Festplatte bis zu fünf Stunden Videomaterial in höchster Qualität. Gesichert werden die Filmdaten dabei im AVCHD-Format. Die Abkürzung steht für Advanced Video Codec High Definition. Dabei handelt es sich um ein Speicherformat, bei dem das Bildmaterial mit bis zu 1920 x 1080 Pixeln aufgenommen wird. Da dabei sehr große Datenmengen anfallen, werden sie zum Sichern komprimiert. Für die Komprimierung des hochauflösenden Bildmaterials wird der MPEG4 oder H.264 Codec eingesetzt.

Wer hochauflösendes Videomaterial am heimischen Computer bearbeiten will, braucht neben leistungsfähiger Hardware vor allem eines: Geduld. Das fängt beim Übertragen der Daten - via FireWire oder USB2 - vom Camcorder auf den PC an und setzt sich bei der Bearbeitung der Daten im Videoschnittprogramm fort. Den krönenden Abschluss bildet schließlich das Berechnen eines AVCHD-Films.

Damit das Filmschneiden noch einigermaßen Spaß macht, sollte der Schnitt-PC über einen Core-2-Duo-Prozessor verfügen. Ein großzügig ausgestatteter Arbeitsspeicher ist ebenso Pflicht, wie eine schnelle Grafikkarte. Im Test kam ein Intel Core-2-Duo-Prozessor (2,66 GHz) und eine Nvidia 9600-GT-Grafikkarte zum Einsatz. Diese Hardware-Ausstattung reicht für Kurzfilme im AVCHD-Format; bei längeren Streifen, muss schon mehr Rechen- Power auf den Tisch. Ganz abgesehen davon, dass ein kostspieliger Blu-ray-Brenner ebenso zur Ausstattung gehören sollte, wie ein Monitor oder Fernseher, der die Qualität auch wiedergeben kann.

Zumindest können erfreulicherweise inzwischen auch alle getesteten Einsteigerprogramme mit hochauflösenden Video-Clips umgehen. Gleichwohl das Einspielen des Materials von der beim Test verwendeten Sony-Handycam nur bei dem Sony-Programm direkt erfolgte. Bei allen anderen Programmen im Test musste das Filmmaterial über einen Laufwerksordner importiert werden.Ob man als Hobbyfilmer wirklich durchgängig mit AVCHD-Material arbeiten muss, hängt letztlich von der Zeit ab, die man vor dem Schnitt-Computer verbringen will. Kostspielig ist es allemal, da nicht nur ein teurerer Camcorder erforderlich ist, sondern auch die gesamte Hardware mit hochauflösendem Material umgehen können muss.

Videoschnitt

Haben Sie bereits eigene Filme erstellt oder haben Sie es vor?

Ja, habe ich schon gemacht. Ist super.73.4%
Nein, bisher noch nicht. Will ich aber.18.4%
Nein, lasse ich lieber Profis machen.1.1%
Ich habe gar keine Kamera.7.1%

Einfache Software

Egal, ob AVCHD-Clips oder Videos in weniger guter Qualität, mit den Selbstgedrehten werden alle Programme im Test gut fertig. Auch der Import von Fotos oder Songs läuft. Alle gängigen Formate werden anstandslos in die Bibliothek oder in das Album des Videoschnittprogramms importiert. Ein wenig störrisch ist höchstens mal das Programm von Magix. Bei AVCHD-Material fragt Video deluxe beständig nach, ob die Filmclips nicht doch lieber in ein weniger speicherintensives Format umgewandelt werden soll. Wer hochauflösende Filme produzieren möchte, sollte besser mit dem Ausgangsformat arbeiten.

Eine Neuerung zeigt Adobe mit Premiere Elements: Die importieren Videoszenen werden auf Wunsch beim Import analysiert und mit so genannten Tags versehen. Das Programm erkennt Gesichter und Bewegungen und macht Vorschläge für die Verschlagwortung. Richtig überzeugen konnte dieses Feature jedoch nicht, was möglicherweise auch daran liegen könnte, dass im Test eine Beta-Version von Premiere Elements zum Einsatz kam.

Inzwischen präsentieren sich die meisten Videoschnittprogramme - einzige Ausnahme ist Sonys Vega Movie Studio - in einem modernen schwarzen Outfit. Wichtiger als die farbliche Gestaltung der Oberfläche sind aber für Einsteiger Hilfen zu den Programmen. Vorbildlich ist da das Programm von Magix. Grundlegendes zu der Arbeit mit dem Programm wird dabei nicht nur in einem einleitenden Videotutorial vermittelt. Vielmehr gibt es auch innerhalb von Video deluxe thematisch geordnete, sehr hilfreiche Video-Anleitungen.

Ähnlichkeiten bei den getesteten Programmmen gibt es aber nicht nur bei der Oberfläche, sondern auch bei dem Bedienkonzept. In drei Schritten soll der Hobbyfilmer seinen Film fertig produziert haben. Nach dem Importieren der Medien, bearbeitet er diese und sichert schließlich den fertigen Film. Bei Adobe sind es vier Schritte, da DVD-Menüs und Ausgabe jeweils einen Schritt ausmachen.

Konsequent auf diesen Dreierschritt getrimmt sind die Programme von Magix und Pinnacle. Drei Register am oberen Bildschirmrand weisen dabei dem Hobbyregisseur den Weg zum fertigen Streifen.

Insgesamt sind die Oberflächen sehr ähnlich aufgebaut. Neben Bibliothek oder Album für die Verwaltung der importierten Medien, gibt es ein Vorschaufenster und im unteren Bereich des Bildschirms die Timeline (Zeitleiste) oder das Storyboard (oder eine Szenenansicht). Auf diesem Schneidepults werden Video-Clips, Bilder oder Musikstücke per Drag&Drop übertragen und bearbeitet.

Um dabei möglichst präzise zu arbeiten, lässt sich die Skala der Timeline durch Ziehen mit der Maus oder durch einen Schieberegler vergrößern, sodass einzelne Bilder eines Video-Clips sichtbar werden.

Bildergalerie

Videoschnitt-Programme im Test
Galerie
Absolut filmreif

Oskarverdächtige Filme auf dem Heim-PC zu produzieren, ist heute kein Hexenwerk mehr. Dank leistungsfähiger Programme sind Hochzeitsvideos schnell…

Was die neuen Programme von Adobe oder Magix können und was es für preisgünstige Alternativen gibt, steht auf Seite 2...

Mehr zum Thema

Tablet
Anleitung

Sie wollen Ihre TV-Sender live über das WLAN auf Smartphone, PC und Co. streamen? Wir zeigen drei Lösungen samt Anleitung.
Netflix Hauptmenü
Jahresübersicht

Unsere Release-Liste verrät alle bekannten Start-Termine zu neuen Netflix Serien und Originals für 2016 und 2017 in Deutschland.
Lustigste Werbespots EM 2016
Video
TV-Werbung

Zur EM 2016 streiten viele Werbespots im TV um Aufmerksamkeit - wir haben die lustigsten Clips aus aller Welt gesammelt.
Shutterstock Teaserbild
EM 2016, Mediatheken & Co.

EM 2016, Mediatheken & Co: Wer im Ausland via Internet deutsches Fernsehen streamen will, stößt auf Ländersperren. Diese VPN-Apps helfen.
video Referenz Blu-ray
Bildoptimierung leicht gemacht

Mit der neuen video Referenz Blu-ray kann jeder sein TV-Bild perfekt einstellen. Diese Ratgeber zeigt, wie es geht.