Workshop

Videoformate wandeln für Smartphone & Co.

Wenn das Video auf der Kamera schlummert, aber aufs mobile Gerät soll, ist guter Rat teuer. Einfaches Kopieren genügt in den meisten Fällen nicht und führt zu erheblichem Qualitätsverlust. Da muss ein Formatwandler her. Wie Sie erreichen, dass Videos auch auf mobilen Endgeräten störungsfrei laufen, verrät dieser Workshop.

Computer/ Ipad und Camcorder

© Marco Niecke, Hersteller

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Toller Urlaub - tolle Videos. So das natürliche Fazit jedes Reisenden. Wenn das erst die Freunde und Arbeitskollegen sehen... Schnell wird am PC eine Auswahl der besten Filme getroffen, alles aufs Smartphone geschoben - fertig. Doch dann der "Vorführeffekt": Das Video wird nicht unterstützt oder kann leider nicht störungsfrei wiedergegeben werden. Woher kommen diese Bild- und Tonstörungen und was kann man dagegen tun?

Copy & Paste funktioniert nicht

Filme und Musik, die auf dem Computer in brillanter Qualität laufen, weisen auf einem Smartphone, Handy oder Tablet oftmals lästige Bild- und Tonstörungen auf. Manchmal werden sie auch gar nicht erkannt. Die Ursachen sind ungünstige Datei-Formate und falsche Einstellungen beim Komprimieren.

Es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Vielzahl an Endgeräten, die Video- und Audiodateien abspielen können. Viele davon benötigen ein spezielles Format. Copy & Paste allein funktioniert nicht. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie man seine Videos auf das gewünschte Abspielgerät bekommt.

Anpassen von Audios: MP3 kann fast jeder

Bei Audiodateien ist der Formatwandel relativ einfach. Da MP3 seit Jahren das dominierende Medium für Musik ist, wird das Format von allen gängigen Endgeräten unterstützt. Die Frage der Bitrate ist dabei meist eine Frage des freien Speicherplatzes. Für den Musikgenuss mit Kopfhörern ist eine Bitrate von 128 kbit/s meist ausreichend.

Lesen Sie in der video 08/2013
3D und mehr: Camcorder im Test

Videos auf mobile Endgeräte bringen

Unterschiedliche Videos auf dem Computer wiederzugeben ist keine große Sache. Die gängigsten Formate werden von den Media-Playern der Betriebssysteme abgespielt. Wenn nicht, gibt es Plug-ins oder Software, die so gut wie alle Formate abspielen kann - beispielsweise den VLC-Player.

Was auf dem PC relativ einfach ist, gestaltet sich auf Smartphone und Co. etwas aufwendiger. Media-Player für mobile Endgeräte, die alle Formate problemlos beherrschen, gibt es nicht. Computer-Foren und Chats sind voller Fragen und Problemschilderungen zu Bild- und Tonaussetzern. Für den störungsfreien Audio- und Videogenuss ist mehr zu tun, als eine Datei aufs Zielgerät zu kopieren, in den Systemsteuerungen herumzuprobieren oder den neuen Player aus dem Web zu laden.

Folgende Parameter sind bei Videodateien vor dem Kopieren zu berücksichtigen:

  • Format
  • Kompressionsverfahren
  • Auflösung
  • Bitrate
Übertragung von der Kamera auf das Smartphone

© Marco Niecke, Hersteller

Von der Videokamera direkt aufs Smartphone: Das Video kann nicht abgespielt werden.

Das optimale Kompressionsverfahren

Blu-ray Discs haben eine Speicherkapazität von 25 GByte, DVDs von 4,7 GByte - als Dual Layer Discs jeweils das Doppelte. Ohne die Filme zu komprimieren, sind diese für mobile Endgeräte ohnehin viel zu groß. Dabei genügt ein Herunterskalieren der Auflösung (etwa von HD auf das Zielformat des Endgerätes) als alleinige Komprimierung meist nicht.

Je nach Kompressionsverfahren kann eine Videodatei um das bis zu 100-fache verkleinert werden - ohne merkliche Qualitätsverluste. Je besser das Kompressionsverfahren, desto kleiner kann ein Video sein und noch ein gutes und flüssiges Bild liefern.

Tipp: H.264 ist ein hoch effizienter Standard zur Komprimierung von Videos. Bei gleicher Qualität benötigen H.264-komprimierte Filme etwa halb so viel Speicher wie MPEG-2.

Das richtige Format wählen

Kann das Video trotz Komprimierung nicht wiedergegeben werden bzw. mangelt es am Bild oder Ton, dann fehlt dem Videoabspielprogramm auf dem Smartphone, Handy oder Tablet mit ziemlicher Sicherheit der passende Codec. Der Codec ist ein Programm, das im Hintergrund läuft. Seine Aufgaben: das Codieren und Decodieren der Videodatei - daher auch der Name Codec. Dabei werden vom Codierer (auch Encoder genannt) die Video- und Audiosignale komprimiert. Zuständig für die Wiedergabe ist dann der Decodierer.

Da Video- und Audiosignale immer separat gewandelt werden, kann es vorkommen, dass das Abspielgerät den Codec für Audio integriert hat, nicht aber den fürs Videoformat - oder umgekehrt. Im ersten Fall gibt es Ton, aber kein Bild, im zweiten Bild ohne Ton.

Kaufberatung: Die besten 3D-Camcorder

Um das zu umgehen, sollte jedes Video, das auf dem Smartphone oder Tablet landet, in ein Format gebracht werden, dessen Codecs der Player auch unterstützt. Welche das sind, findet man in den technischen Daten der Geräte und installierten Player. Wem das zu kompliziert ist, der macht aus der Originaldatei am besten ein AVI- oder MP4-File. Freeware, die das erledigt, gibt es zuhauf.

Zu beachten ist aber, dass die Dateiendung dieser Container-Formate noch keinen Aufschluss darüber gibt, welche Codecs beim Komprimieren der Datei eingesetzt wurden bzw. bei der Wiedergabe des Videos gebraucht werden.

Zwar können die meisten Player mobiler Endgeräte die Audio- und Video-Formate, die in MP4- und AVI-Containern enthalten sind, abspielen (etwa MPEG-2, H.264, Motion JPEG, DivX und AAC3), eine gute Bild- und Tonqualität garantiert die MP4 oder AVI allein jedoch nicht. Denn Faktoren wie Auflösung und die Bitrate der Videodatei beeinflussen ebenfalls die Abspielqualität von Filmen auf mobilen Endgeräten.

Tipp: H.264 (auch MPEG-4/ AVC oder MPEG-4/Part 10 genannt), ist ein Video-Codec, den die Player der meisten mobilen Android- und Apple-Endgeräte unterstützen. MPEG AAC Audio ist ein gängiger Audio-Codec. Das Container-Format, in welchem diese Codecs enthalten sind, ist MP4. Empfehlenswerte Codecs beim Windows Phone sind Windows Media Video für Video und Windows Media Audio für Audio. Das Dateiformat dieser Container ist WMF oder ASF.

Download: Optimale Bitraten und Auflösungen für Beispielgeräte (bei H.264-Komprimierung)

Die Bitrate - nicht zu groß und nicht zu klein

Die Bitrate gibt Auskunft über die Größe eines Videos. Sie bedeutet Datenmenge pro Zeit und wird in Kilobit oder Megabit pro Sekunde (Kbit/s oder Mbit/s) angegeben. Bei Filmen setzt sie sich zusammen aus Audio- und Video-Bitrate. Eine hohe Bitrate für Video und Audio ist vor allem bei hochauflösenden Bildschirmen und Dolby Surround wünschenswert, geht hier doch kein Filmdetail verloren.

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Sollen die gleichen Filme aber auf mobilen Geräten störungsfrei laufen, muss sie verringert werden. Dies geschieht in Abhängigkeit zum gewählten Kompressionsverfahren und zur Auflösung. Ein H.264-komprimiertes Video etwa kommt bei gleicher Qualität (und Auflösung) noch mit der halb so hohen Bitrate aus wie dasselbe Video bei einer MPEG-2-Komprimierung.

Tipp: Je leistungsfähiger der Prozessor, desto höher kann die Bitrate sein. Je besser die Komprimierung, desto geringer muss sie sein. Die genaue Anpassung der Bitrate übernimmt der Encoder, der entsprechend einzustellen ist. Liegt die Bitrate nach der Komprimierung in einem Bereich zwischen 500 kbit/s und 2.000 kbit/s ist das für gute Bildqualität auf mobilen Endgeräten ein vernünftiger Wert.

Die passende Auflösung wählen

Die Auflösung bezeichnet die Anzahl der Bildpunkte (Pixel), die für das vollständige Bild zur Verfügung stehen. Sie setzt sich zusammen aus Pixel pro Zeile, multipliziert mit den Zeilen des Bildschirms. Bei Full HD liegt die Auflösung bei 1.920 x 1.080 Pixeln, beim iPod nano nur bei 320 x 240.

Kaufberatung: Vier SLRs als Videokamera

Die Auflösung, die auf PC-Monitoren oder HD-Fernsehern ein gutes Bild garantiert, ist für kleine Displays mobiler Endgeräte überdimensioniert und muss ebenfalls an diese angepasst werden. Muss ein Gerät mehr Pixel darstellen, als es auf dem Display zur Verfügung hat, muss der Prozessor die Auflösung der Quelldatei erst herunterrechnen - und das bei laufendem Video. Dieser Prozess benötigt zusätzliche Rechenleistung und macht Bildstörungen wahrscheinlicher.

Tipp: Welche Auflösung fürs Zielgerät möglich ist, entnimmt man den technischen Daten zum Gerät. Eine Auflösung, die höher ist, als das Gerät Pixel ausgeben kann, sollte vermieden werden. Besser: Man bleibt eine Stufe unter der Display-Auflösung.

format wandler 5 der Software-Firma S.A.D.

© Marco Niecke, Hersteller

Beim format wandler 5 der Software-Firma S.A.D. wählt der Nutzer in einer Liste das persönliche Endgerät - und der Formatwandler konvertiert die Datei. http://formatconverter.net/de

Sicher durch den Formate-Dschungel

Um eigene Videos in bestmöglicher Qualität auf Smartphone und Tablet zu bringen, müssen zuvor einige Parameter korrekt angepasst werden. Eine Vielzahl von Programmen, womit sich Format, Bitrate, Auflösung und Co. nach Belieben verändern lassen, steht dem PC-Anwender zur Verfügung.

S.A.D. format wandler SE zum Download

Doch es gibt auf dem Markt auch Software, die beim Formatwandel gleich alle nötigen Einstellungen auf einmal vornimmt. Wer diese einsetzt, kommt ohne Experten-Kenntnisse aus. Hier wählt der Nutzer kein Zielformat, sondern sucht sein mobiles Gerät in einer Geräteliste - und hier sind die entscheidenden Parameter bereits voreingestellt.

Diese Programme sind eine optimale Lösung für alle, die viel und gerne filmen - und ihre Lieblingsvideos ohne Bearbeitungsaufwand mobil genießen möchten. Ein Verirren im Codecs- und Formate-Dschungel ist dann gar nicht erst möglich - und der Vorführeffekt hat keine Chance.

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