YouTube to go Videoclips für Handys und Smartphones
Wer kennt das nicht: Zu fortgeschrittener Stunde versammelt sich das interessierte Party-Publikum schon mal gerne um den Mini-Bildschirm eines Handys. Mittelpunkt des Interesses und zugleich Auslöser für weinkrampfartige Lachanfälle sind nicht selten die neuesten Spaß-Clips von Internet- Videoportalen wie YouTube, MySpace, MyVideo, Clipfish oder Google Video.
Um das eigene Handy zur Video-Spaßzentrale aufzubohren, braucht es hingegen weder ein potentes Smartphone neuester Generation noch einen mobilen Datenzugang: Ein halbwegs aktuelles Kamera-Handy sowie ein PC nebst passender Software genügen fürs Erste. DasGros der Konvertierungsprogramme sind ausgesprochene Formatkünstler und unterstützten meist Dutzende verschiedene Formate, so dass sich auch eigene Aufnahmen und TV-Mitschnitte konvertieren lassen.
VDownloader
Einzig die Ausgabeformate und Einstellungsmöglichkeiten für Handys fallen etwas dürftig aus und beschränken sich auf 3GP in QCIF-Auflösung (176 x 144 Bildpunkte). Die übrigen unterstützten Ausgabeformate wie AVI oder MPEG eignen sich eher für PC-Videoarchive, Streaming- Clients oder mobile Gadgets wie PDAs, iPOD oder PSP. Für Letztere wartet VDownloader mit passenden Profilen auf – allerdings ohne Unterstützung für das moderne MPEG- 4-AVC-Format.
Die Bedienung gestaltet sich ob der wenigen Einstellungsmöglichkeiten vergleichsweise unkompliziert, sodass auch Einsteiger schnell zu brauchbaren Ergebnissen gelangen. Andererseits fehlen Möglichkeiten, um die Zieldatei gegebenenfalls in kleinere Dateihäppchen aufteilen oder die Zielgröße respektive die Bitrate beeinflussen zu können.
SUPER
Darüber hinaus wartet SUPER mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten auf: Bitrate, Bildwiederholrate, Bildauflösung, Seitenverhältnisse sowie die Sample-Frequenz der Tonspur lassen sich in feinen Schritten regulieren. Für erste Experimente sind die vorbereiteten Handy-Profile ein guter Einstiegspunkt. Der größte Nachteil von SUPER ist die etwas eigenwillige Bedienung und die mit Optionen und Parametern überfrachtete Benutzeroberfläche. Für Einsteiger ist SUPER daher eher weniger geeignet.
Handy-Kino: Die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner
Der kleinste gemeinsame Nenner bei den Videoformaten ist das 3GPContainerformat in Verbindung mit einer H.263-kodierten Videospur, dem Standardformat für Video-MMS.
Die Auflösung beträgt üblicherweise 176 x 144 Bildpunkte (QCIF). Als Audioformat unterstützen alle Handys den AMR-NB-Codec, der zugleich als Sprach-Codec beim Telefonieren zum Einsatz kommt. Typische Problemkandidaten sind preiswerte Prepaid-Handys sowie Handys der ersten Kamera-Handy-Generation wie das Siemens S65. Mehr als 30-Sekunden- Sequenzen bei mageren 128 x 96 Bildpunkten (SQCIF) und ruckelnden 15 Bildern pro Sekunde lassen sich aus solchen Geräten kaum herauskitzeln.
Speicherplatz und Prozessorleistung sind hier die limitierenden Faktoren. Sind die Videofähigkeiten des eigenen Handys unbekannt, empfiehlt es sich, zunächst mit 3GP-Testdateien in QCIF-Auflösung bei 15 Bildern/s und einer maximalen Bitrate von 200 kBit/s zu beginnen. Spielt das Handy mit, können Sie Auflösung, Bildwiederholrate und Bitrate schrittweise steigern.
Aktuelle Kamera-Handys und Smartphones sind für die Videowiedergabe deutlich besser gerüstet. Standard sind momentan Zwei-Zoll-Displays in QVGA-Auflösung (320x240 Pixel). In der Regel bieten die verbauten Prozessoren genügend Rechenpower, um Videos in nativer Displayauflösung ruckelfrei abzuspielen. Bei weniger hoch auflösenden Displays liegt die Grenze nach wie vor bei 176 x 144 Bildpunkten. Der Speicher lässt sich bei den aktuellen Geräten dank der integrierten Speicherkarten- Slots unkompliziert und preiswert aufrüsten.
Bei den derzeit gängigen Speicherkapazitäten von 2 GByte ist genügend Platz vorhanden, um selbst komplette Spielfilme mit auf Reisen zu nehmen. Die aktuellen Multimedia-Handys haben auch in puncto Audioformate zugelegt: Neben AMR-NB unterstützen viele auch das AAC- sowie MP3-Format, was eine deutlich bessere Klangqualität ermöglicht.
Bei Smartphones und PDAs mit Windows-Mobile-Betriebssystem kommen darüber hinaus die Microsoft- Formate WMV sowie WMA hinzu. Die Crème de la Crème der Video-Handys wie das Nokia N93 spielen gar Videos in VGA-Auflösung mit bis zu 30 Bildern/s ab und unterstützen PC-Videoformate wie MPEG-4 und H.264 alias MPEG-4 AVC.
Videoclips herunterladen und abspielen
Zu den unterstützten Videoportalen zählen unter anderem YouTube, MySpace und Google Video. Praktisch: Ist die Firefox-Erweiterung DownThemAll! installiert (ein Download-Manager, der Downloads in mehrere Segmente aufteilt und diese anschließend parallel herunterlädt), arbeiten beide Add-ons Hand in Hand, was den Download der Videos um ein Vielfaches beschleunigt.
Weitere Alternativen sind die Add-ons Video Download und DownloadHelper. Letzteres saugt selbst ASF-Streams und Clips im DivX-Format von Stage6 herunter. Die Add-ons finden Sie über die integrierte Add-on-Verwaltung (Erweiterungen herunterladen) oder alternativ auf der Seite . Anhänger des Internet Explorers finden im TubeDownload (www.windowsmarketplace.com) ein vergleichbares Plugin, das – anders als der Name vermuten lässt – auch den Video-Download von anderen Portalen beherrscht.
Um die heruntergeladenen Videoschnipsel ohne die Hilfe des Browsers abzuspielen, braucht es noch einen passende Software-Player wie den VLC media player () oder einen universellen DirectShow-Filter wie ffdshow.
XMedia Recode
Einzig und allein eine Download-Hilfe zum Herunterladen der Internetvideos sowie eine Möglichkeit, um die Zieldateigröße festzulegen oder das Zielvideo beim Kodieren gegebenenfalls in mehrere kleinere Dateien aufzuteilen, fehlen dem Programm zur perfekten All-in-one-Lösung.
3GP Ripper/3GP Movies Free
Ein kostenloses Programm, das die genannten Anforderungen erfüllt und zugleich mit intuitiver Bedienung glänzt, ist der 3GP Ripper. Neben Auswahlfunktionen für Titel, Kapitel sowie Audiospuren bietet der 3GP Ripper eine Trim- Funktion zum Entfernen überflüssige Trailer und Abspannsequenzen. Die übrigen Einstellungen beschränken sich auf das absolut Notwendige:
Neben der Auflösung und dem Datei- Splitting lässt sich lediglich noch das Zielverzeichnis sowie die Bitrate in fünf Schritten festlegen. Ist hinsichtlich der Importformate mehr Flexibilität gefragt, bietet sich 3GP Movies Free aus gleichem Haus an.
Letzteres importiert deutlich mehr Formate, wartet ansonsten aber mit ähnlichem Funktionsumfang und nahezu identischer Benutzeroberfläche auf. Lediglich die DVD-Importfunktion seines Konterfeis fehlt dem Programm. Zwar gelingt der Import von VOB-Dateien, allerdings ohne die Möglichkeit, zwischen Tonspuren wählen oder gezielt nur einzelne Kapitel umwandeln zu können.
videoraptor
Eine kommerzielle Alternative ist videoraptor von RapidSolution. Wie VDownloader wartet auch videoraptor mit einer integrierten Download-Hilfe auf, die Videos von Seiten wie YouTube, Googel Video und Clipfish auf Mausklick herunterlädt. Dazu genügt es, den gewünschten Clip im Internet Explorer abzuspielen, während videoraptor im Hintergrund läuft. Die Videos landen so zunächst in einer Videoliste.
Anschließend genügt ein Mausklick, um die Videos herunterzuladen und in einem Rutsch in das gewünschte Format zu konvertieren. Bei den für Handys interessanten Profilen wartet videoraptor mit verschiedenen vorgefertigten 3GP-, MP4- sowie WMVProfilen auf. Zudem besteht die Möglichkeit, eigene Profile zu ergänzen, wobei sich Videoauflösung, Bildwiederholrate und Bitrate individuell festlegen lassen.
videoraptor saugt zudem nicht nur Videos aus dem Netz, sondern spürt mittels der integrierten Suchfunktion auch frei erhältliche MP3s aus Quellen wie Mpeg- Search.com, ProjectPlaylist.com und Mp3-Realm.com auf.
MovieJack Mobile 5
Das Ausgabeformat lässt sich zudem nicht direkt, sondern nur über die Wahl des Profils beeinflussen. Auch wenn die Zahl der unterstützten Ausgabeformate auf den ersten Blick üppig ausfällt: Speziell für Handys steht lediglich ein einzelnes, allgemeines Profil zu Auswahl. Immerhin besteht die Möglichkeit, neben der Videobitrate auch die Bildauflösung nachträglich anzupassen. Unverständlicherweise ist die Bildwiederholrate beim Handy-Profil aufmaximal 16 Bilder/s beschränkt.
Reif für die DVD
Mit herkömmlichen Videobearbeitungsprogrammen ist dem Problem hingegen nicht beizukommen. Zwar rechnen die Programme die Bildwiederholrate gegebenenfalls hoch, aber dies geschieht lediglich durch das mehrfache Hintereinanderreihen identischer Einzelbilder – das Ruckeln bleibt (Ausnahme: Adobe After Effects). Die einzig erfolgversprechende Lösung liegt daher in der Berechnung synthetischer Zwischenbilder, die die fehlenden Bewegungsphasen mittels Bewegungsanalyse ergänzen.
Solche Zwischenbilder lassen sich beispielsweise mit dem Videoframe-Server AviSynth () in Verbindung mit den MVTools (http://avisynth.org.ru/mvtools/mvtools.html) berechnen. Unser folgendes Beispielskript rechnet ein 3GP-Video von 15 auf 25 Vollbilder/s hoch. Um die 3GPDatei mit AviSynth öffnen beziehungsweise bearbeiten zu können, empfiehlt sich der Importfilter FFmpegSource ():
Das Skript lässt sich beliebig verfeinern und ergänzen, beispielsweise um einen effizienten Rauschfilter wie fft3dgpu ([ext:http://forum.doom9.org/showthread.php?t=89941]/ext[]), dessen Berechnungen statt auf der CPU auf der GPU ablaufen.
Eine halbwegs aktuelle DirectX-9-kompatible Grafikkarte vorausgesetzt, gelingt das Entrauschen nahezu in Echtzeit. Ebenso lässt sich das Video im gleichen Atemzug mittels eines hochwertigen Skalierungsfilters auf DVD-konforme 720 x 576 Bildpunkte vergrößern. Dazu genügt es beispielsweise, die erste Zeile des Skripts mit Folgendem zu ergänzen:
Probleme bereitet zuweilen das Auslesen der Audiodaten mittels FFmpegSource aus dem 3GP-Container, sofern die Audiodaten nicht im AAC-Format vorliegen. Grund: Zwar liest und verarbeitet FFmpegSource prinzipiell auch Audiodaten aus 3GP-Containern (Option: atrack = -1), allerdings fehlt ein passender Decoder für Tonspuren im AMR-NB/WB-Format.
Als Workaround empfiehlt sich stattdessen die Extraktion und Umwandlung der Tonspur mittels eines der im Beitrag vorgestellten Tools wie beispielsweise SUPER. Anschließend führen Sie Bild und Ton entweder direkt im AviSynth-Skript über den Befehl AudioDub wieder zusammen oder überlassen diese Arbeit Ihrer DVD-Authoring-Software.
| Anbieter | Enrique Puertas | eRightSoft | Sebastian Dörfler | Acala Software | RapidSolution Software AG | S.A.D |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Produktname | VDownloader | SUPER | XMedia Recode | DVD 3GP Ripper/3GP Movies Free | Videoraptor | MovieJack Mobile 5 |
| Preis | kostenlos | kostenlos | kostenlos | kostenlos | 24,90 Euro | 36,99 (Download)/39,99 (Versand) |
| Internet www. | vdownloader.es | erightsoft.com | xmedia-recode.de | cutedvd.com | videoraptor.com | s-a-d.de |
| Funktionsumfang | ||||||
| Integrierte Download-Funktion/ unterstützte Videoplattformen (Auswahl) | ja (YouTube, Google Video, DailyMotion, MySpace, Stage6, Metacafe) | nein/entfällt | nein/entfällt | nein/entfällt | ja (YouTube, Google Video, ClipFish, MyVideo, Online Glotze.tv, CNetTV) | nein/entfällt |
| Vorschaufunktion | ja (Browser-Ansicht) | ja | ja | ja | ja | ja |
| Quellformate | FLV, AVI, WMV | WMV, VOB, TS, SWF, RM, QT, OGG, MP4, MOV, MKV,MPG, FLV, DAT, AVI, ASF, 3GP, VIV, FLC | WMV, TS, SWF, MPG, MP4, MOV, FLV, AVI, ASF, 3GP, M1V, M2V, VOB, NSV | DVD/AVI, MPEG, ASF, RM, DAT, MOV, SWF, FLV, MP4, | FLV, WMV | DVD, AVI, MPG, MP4, WMV |
| Zielformate (Video) | AVI, 3GP, MPEG-1/4 (Simple Profile) | WMV, VOB, TS, SWF, RM, QT, OGG, MP4, MOV, MKV, MPG, FLV, DAT, AVI, ASF, 3GP, 3G2, VIV, FLC | WMV, TS, SWF, MPG,MP4, MOV, FLV, AVI, ASF, 3GP, M1V, M2V | 3GP/3GP, 3GPP, 3G2, 3GPP2 | 3GP, AVI, MP4, WMV7, WMV9 | 3GP, 3GPP, MP4, ASF |
| Zielformate (Audio) | AMR-NB | AMR-NB, AMR-WB, AAC, MP3, WMA | AMR-NB, AMR-WB, AAC, MP3, WMA, AC3 | AMR-NB | AAC, MP3, OGG, WAV, WMA, WMA Pro | AMR-NB, AAC |
| Unterstützte 3GP-Auflösungen | 176 x 144 | 128 x 96, 176 x 144,220 x 176, 240 x 192, 320 x 240, 352 x 288 | 128 x 96, 176 x 144, 352 x 288, 704 x 576 | 128 x 96, 176 x 144, 320 x 240 | beliebig von 128 x 96 bis 720 x 576 | 128 x 96, 176 x 144, 300 x 180, 320 x 240, 352 x 288 |
| Videoschnittfunktion | nein | nein | ja (Trimmen) | ja (Trimmen) | nein | ja (Trimmen) |
| Bitrate einstellbar | nein | ja | ja | ja (fünf Stufen) | ja | ja |
| Zieldateigröße einstellbar | nein | nein | nein | nein | nein | ja |
| Split-Funktion | nein | nein | nein | ja | nein | ja für Zieldatei |
| Geräte-Profile | ja(iPOD, PSP) | ja (Nokia, NEC, Siemens, Sony Ericson) | ja (Motorola V547/V635/ V710; Nokia 6620/6630; Samsung D500/D600; Sanyo 5600; Sony Clie PEG-ZJ35/37; Sony Ericsson K700i/K750i) | nein | nein | ja (Handy, PSP, Windows-Mobile-PDA, Gizmodo, Nintendo DS, GameBoy Advanced, iRiverH320/340, iPod u.a.) |
| Besonderheiten | Gleichzeitige Online-Suche auf mehreren Plattformen, Download-Historie, einfache Bedienung | Umfangreiche Einstellungs-möglichkeiten, breite Formatunterstützung | Durchdachtes Bedienkonzept, umfangreiche Einstellungs-möglichkeiten, Stapelverarbeitung | Komfortable Titel-und Kapitelauswahl bei DVD-Material (nur 3GP Ripper), einfache Bedienung | Gleichzeitige Online-Suche auf mehreren Plattformen, einfache Bedienung, für Video-und Musik-Downloads geeignet | Komfortable Titel-und Kapitelauswahl bei DVD-Material, Stapelverarbeitung, einfache Bedienung |