Sicherheit

Video-Überwachung zu Hause

Manche Dinge im Haushalt würde man gern im Auge behalten, ohne gleich ein komplettes Überwachungssystem installieren zu müssen. Das ist auch gar nicht nötig.

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Ein Video-Überwachungssystem für das Eigenheim war bisher vor allem gut betuchten Hauseigentümern mit Seegrundstück vorbehalten. Doch inzwischen hat sich die Video-Überwachungstechnik erheblich weiterentwickelt und den Schritt ins digitale Zeitalter vollzogen. Mit einer Netzwerkkamera können Sie sich zu Hause Ihr eigenes kleines Video-Überwachungssystem einrichten.

Und das ist nicht einmal teuer: Denn eine drahtlose Netzwerkkamera mit integrierter Bewegungserkennung bekommen Sie im Handel bereits für unter 100 Euro. In dieser Preisklasse bieten Hersteller wie TRENDnet, D-Link, Hama oder Sitecom bereits empfehlenswerte Geräte an.

Was ist das Besondere an einer Netzwerkkamera?

Um Verwechslungen von Anfang an auszuräumen: Netzwerkkameras und Webcams sind zwei völlig verschiedene Geräteklassen, auch wenn sie sich auf den ersten Blick recht ähnlich sehen. Webcams schließt man per USB-Kabel an Notebooks oder PCs an. In vielen aktuellen Note- oder Netbooks sind sie bereits im oberen Bildschirmrand integriert.

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Die TV-IP312W von TRENDnet mit Infrarot-Objektiv liefert Tag und Nacht ein gutes Bild.

Mit einer Webcam kann man seinen Gesprächspartner beim Chatten beobachten oder sogar Videotelefonie betreiben. Webcams sind jedoch immer vom Computer abhängig, an den sie per USB-Kabel angeschlossen oder in dessen Gehäuse sie integriert sind. Sobald diese Computer ausgeschaltet sind, besteht auch keine Möglichkeit, die Webcam zu nutzen - geschweige denn, auf Live-Übertragungen dieser Kamera zuzugreifen.

Eine Netzwerkkamera hingegen ist ein unabhängiges und eigenständiges Gerät im Heimnetz. Sie besitzt eine eigene Stromversorgung und eine eigene Benutzeroberfläche, die oft auch als Webserver bezeichnet wird.

Die Benutzeroberfläche der Netzwerkkamera inklusive des aktuell übertragenen Videobildes (Live-Stream) lässt sich von jedem PC, Notebook, Tablet-PC oder Smartphone im Heimnetz über die Browser-Oberfläche des jeweiligen Geräts aufrufen.

Um eine Netzwerkkamera im eigenen Zuhause einsetzen zu können, benötigen Sie zunächst einen halbwegs modernen WLAN-fähigen Heimnetz-Router, der im Idealfall den neuen n-WLAN-Standard unterstützt.

Soll die Kamera Video-Aufzeichnungen oder Fotos unabhängig von Ihrem PC oder Notebook speichern, so empfiehlt sich außerdem der Einsatz einer Netzwerk-Festplatte. Aufzeichnungen der Kamera lassen sich alternativ auch per E-Mail versenden oder auf einem eingeschalteten Rechner im Heimnetz speichern. Weitere Voraussetzungen bestehen nicht. Viele der im Handel erhältlichen (Heim-)Netzwerkkameras lassen sich sowohl per WLAN als auch über Netzwerkkabel mit dem Heimnetz(-Router) verbinden.

Wenn möglich, sollten Sie die Einrichtung über die drahtlose WLAN-Verbindung vorziehen. So sind Sie bei der Standortwahl Ihrer Kamera in Ihrem Zuhause weitgehend unabhängig, solange sich die Netzwerkkamera innerhalb der Reichweite Ihres WLAN-Routers befindet.

Wir haben exemplarisch einige Modelle verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Funktionalitäten zusammengestellt. "PTZ" steht etwa für "Pan/Tilt/Zoom" und bezeichnet eine Netzwerkkamera, die sich ferngesteuert über die Browser-Oberfläche schwenken (pan) und neigen (tilt) lässt sowie eine Vergrößerung (zoom) des aktuellen Bildausschnittes erlaubt.

Kamera ins Heimnetz einbinden

Eine Kamera, die Sie per LAN-Kabel mit Ihrem Heimnetz-Router verbinden, ist im Prinzip sofort nach dem Einstecken einsatzbereit. Auch das Einbinden per WLAN erfolgt mit modernen Kameras sehr flott, wenn diese die Verschlüsselung per Knopfdruck (WPS) unterstützen.

Allerdings muss dazu auch Ihr WLAN-Router diese moderne Verschlüsselungsmethode beherrschen. Die WLAN-Verbindung lässt sich auch ohne WPS einrichten, jedoch weniger komfortabel.

Kamera einrichten und nutzen

Einrichten können Sie die Kamera von einem PC oder Notebook im Heimnetz. Über ein Setup-Tool von der Hersteller-CD erhalten Sie in der Regel schnellen Zugriff auf die Benutzeroberfläche der Kamera und nehmen alle wichtigen Einstellungen vor. Die Benutzeroberfläche der Kamera lässt sich am einfachsten über den Webbrowser öffnen.

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Bewegungsbereich: Hier legen Sie fest, in welchem Bereich die Kamera auf Bewegungen reagieren soll.

Je nach Kameramodell geben Sie dazu den Namen der Kamera in die Adressleiste ein oder die Adresse, die Ihr Heimnetz-Router an die Kamera vergeben hat. Meist lässt sich diese Adresse auch im Setup-Tool der Kamera ablesen. Bei Bedarf ziehen Sie das Benutzerhandbuch zu Rate.

Haben Sie im Browser die Benutzeroberfläche der Kamera aufgerufen, sehen Sie immer ein Live-Video der Kamera, das zu Ihrem Rechner übertragen wird. Ist die Kamera mit einem Mikrofon ausgestattet, wird sogar die Geräuschkulisse vor Ort übertragen. Mit aktiviertem Mikrofon und entsprechend angepasster Lautstärke am Notebook (oder PC, Tablet-PC etc.) können Sie Ihre Netzwerkkamera zum Beispiel als Babyfon nutzen.

Nahezu alle modernen Kameras für das Heimnetz sind mit Funktionen zur Bewegungserkennung ausgestattet. Sämtliche Einstellungen lassen sich direkt in der Browser-Oberfläche der Kamera vornehmen. Damit ist jede Netzwerkkamera auch ein vollwertiges und unabhängiges Überwachungsgerät.

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Bewegungserkennung: Die Netzwerkkamera nimmt Bewegungsvideos auf die Netzwerk-Festplatte auf.

Einmal richtig eingestellt, erledigt sie vollautomatisch ihren Dienst - rund um die Uhr oder nach einem voreingestellten Zeitplan. Sie selbst bestimmen dabei, in welchem Bildbereich (Überwachungszone) die Kamera auf eine Bewegung reagieren soll. Die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung lässt sich meist über einen Regler herauf- oder herabsetzen.

Im Anschluss müssen Sie der Kamera noch mitteilen, wie sie im Falle einer registrierten Bewegung reagieren soll. Die Kamera kann etwa ein Foto schießen, eine Videosequenz bestimmter Länge aufnehmen, eine Benachrichtigung mit angehängtem Schnappschuss an Ihre E-Mail-Adresse versenden oder die Ereignis-Schnappschüsse oder Videos auf einen Datenspeicher im Heimnetz ablegen. Videosequenzen speichern Sie am besten auf einer Netzwerk-Festplatte.

Zugriff von außen per Smartphone

Wer per Smartphone von unterwegs - sprich: aus dem Mobilfunknetz - auf seine Netzwerkkamera im Heimnetz zugreifen will, sollte für diese Kamera bereits einen Zugriff aus dem Internet eingerichtet haben. Sobald Sie also von einem beliebigen PC oder Notebook aus dem Internet auf die Kamera zugreifen können, ist auch die Einrichtung des Zugriffs vom Smartphone aus möglich.

Voraussetzung ist eine SIM-Karte mit einer entsprechenden Daten-Flatrate für Smartphones, die ein bestimmtes Übertragungsvolumen bei UMTS-/HSPA-Geschwindigkeit gewährleistet. Ohne eine Daten-Flatrate empfiehlt sich der Zugriff auf eine Netzwerkkamera nicht.

Wir bedienen uns dabei der Applikation IP Cam Viewer Lite. Die in der Lite-Version kostenlose App enthält alle erforderlichen Funktionen, um das Live-Bild Ihrer IP-Kamera auf Ihr Smartphone zu bringen. Wen die zeitweise eingeblendete Werbeleiste stört, der muss sich die Vollversion zulegen. IP Cam Viewer Lite unterstützt die Netzwerkkameras aller Hersteller und wird ständig im Hinblick auf neue Modelle aktualisiert.

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