Modern Talking

Video on Demand

Wachsendes App-Angebot

Während anfangs noch unklar war, ob die Boxen- und TV-Hersteller genug Partner für ihr Internet-Portfolio finden würden, hat sich die Frage inzwischen geklärt. Heute tummeln sich auf den aufrufbaren Startseiten der jeweiligen Hybrid-Empfänger viele bekannte und weniger bekannte Multimedia-Angebote.

Mit dabei sind etwa der TV-Nutzung angepasste Versionen der allseits beliebten sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und YouTube - ein Hinweis, dass der Fernseher zunehmend zu einem echten Kommunikationsmedium wird, das nicht nur als Einbahnstraße Richtung Zuschauer funktioniert. Daher planen bereits auch Privatsender den Meinungsaustausch zwischen den Zuschauern, zum Beispiel zu laufenden Sendungen.

Video on Demand ist bei vielen Geräteherstellern ebenfalls inzwischen Realität. Je nach Leistungsstärke des Internet-Anschlusses können Kino-Fans Blockbuster auf Knopfdruck im Standard- und im High-Definition-Format ansehen. Selbst eine 3D-Auswahl gibt es bereits vereinzelt.

Wer noch Zeit fürs echte Kino hat, findet zudem Kinovorschau-Seiten, die nicht etwa einfach nur Inhaltsangaben und Fotos zu aktuellen Premieren liefern, sondern auch die Trailer - und das kostenlos. Das gilt auch für die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Hier darf man noch lange nach der Ausstrahlung die ARD-, ZDF- und ARTE-Beiträge jederzeit aufrufen und ansehen. "Non-lineares Fernsehen" wird diese Variante von Video on Demand genannt.

Auf Einkaufstour

Die neuesten Entwicklungen bewegen sich nun bereits in Richtung "Shopping-Erlebnis". Wenn der Programmanbieter während der aktuellen TV-Sendung für ein paar Sekunden einen roten Punkt einblendet ("Red-Button-Funktion"), signalisiert dies, dass weitere Informationen via Internet verfügbar sind.

Entsprechend dem Symbol drückt der Zuschauer die rote Videotext-Taste auf seiner Fernbedienung, woraufhin weitere Optionen zur Auswahl erscheinen. Dies können während eines Werbeblocks etwa weitere Produktangaben sein oder auch der Kaufauftrag.

Die ping24/7 GmbH aus Karlsruhe bietet ein derartiges Verkaufskonzept an. Die Erfolge aktueller Shopping-Sender, bei denen man übers Telefon das gewünschte Produkt bestellt, stimmen den Newcomer laut Geschäftsführer Carsten Urbanski hoffnungsfroh (siehe dazu das Interview).

ping 24/7 bietet Werbetreibenden sowohl die Software zum Aufruf der Infos an als auch die Zahlungsabwicklung. Wann das Angebot erstmals bei den bekannten TV-Programmen zum Einsatz kommt, wird sich zeigen. Der spontanen Pizza-Bestellung via Fernseher steht so jedenfalls nichts mehr im Weg.

VideoWeb-Box 600S

© Video Homevision

Nicht nur ein attraktives Portal bietet die VideoWeb-Box 600S. Auch HbbTV beherrscht der Pfiffikus. Ab 280 Euro ist der Receiver zu haben.

Mehr Geräte und Portatale

Auch die Zahl der Geräte, die ihre Infos zweigleisig erhalten, wächst beständig. Bisher hatten die TV-Marken eindeutig die Nase vorn, während Set-Top-Boxen im Hintertreffen blieben. Das ändert sich zunehmend. Die Empfangsspezialisten VideoWeb und Humax machten bereits vor einiger Zeit von sich reden. Vor Kurzem kamen Kathrein und TechniSat hinzu.

Nun steigen die Receiver-Hersteller Vantage und smart electronic in den Ring. Letzterer hat sich wiederum mit ping24/7 zusammengetan. Die neue Hybrid-Box von smart profiliert sich, in dem sie sich auf komfortable Weise bei allen Kommunikations- und Einkaufsseiten anmeldet, mit denen man in Kontakt stehen möchte.

Dennoch ist der Jugendschutz gesichert und unerwünschte Internet-Verbindungen bleiben aus. Ein Spagat, der gar nicht so ohne Weiteres zu schaffen ist (siehe den Infokasten).

Die Vielzahl der zweigleisigen Boxen und Fernseher hat jedoch auch ihre Tücken. Denn wie in der Heimkinowelt üblich, kochen viele Hersteller ihr eigenes Internet-Süppchen.

Standardisiert ist lediglich Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV). Die Technik integriert das Internet direkt ins laufende TV-Programm. Die Portale der einzelnen Hybrid-Gerätehersteller sind dagegen jeweils eigene Entwürfe mit individuellen Angeboten, den sogenannten Apps. Nur Philips, Loewe und Sharp kooperieren.

Dies führt dazu, dass der Receiver- oder TV-Interessent vor der Kaufentscheidung das jeweilige Portal genau studieren muss, um keine etwaige Wunsch-App zu verpassen.

Auf der anderen Seite müssen die App-Entwickler die Besonderheiten der einzelnen Portale berücksichtigen und jedes Mal eine technisch darauf abgestimmte Lösung programmieren. Das ist ein aufwendiges Unterfangen. Lars Friedrichs, Leiter Teletext und Hybrid TV bei ProSieben.Sat1 Digital, urteilt entsprechend hart: "Es ist ein Unding, für jede Plattform den Content neu aufbereiten zu müssen."

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