Die Raubvögel unter den Suchmaschinen

Verschwiegene Google-Alternativen

Während Google bei der Suche nach Musik, Filmen und Software nicht alle Internet-Inhalte listet, finden andere Suchmaschinen einfach alles. Wir zeigen, wie es geht.

  1. Verschwiegene Google-Alternativen
  2. Teil 2: Verschwiegene Google-Alternativen

Wer ausschließlich mit Google sucht, der verpasst eine ganze Menge. Denn Google sortiert von vornherein Suchergebnisse aus, die unerwünscht sind. Das betrifft zum Beispiel Download-Links zu Musik-Dateien, Filmen und Software-Raubkopien, aber auch erotische Fotos in der Bildersuche. Was Google nicht zeigen will, zeigt es nicht.

Google und die Konkurrenz

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Wir stellen Ihnen Suchmaschinen vor, die Suchergebnisse nicht filtern. Im Umgang mit diesen Adleraugen ist aber Vorsicht angebracht, denn längst nicht alles, was Sie darüber finden, dürfen Sie auch herunterladen. Wenn Downloads gegen Urheberrechte verstoßen, machen Sie sich strafbar.

Neben ganz heiklen Suchmaschinen für Musik, Filme und Software zeigen wir Ihnen in diesem Artikel auch weniger bedenkliche, daführ sehr nützliche Google-Alternativen. Zum Beispiel solche, mit denen Sie herausfinden, welche Infos über Sie selbst im Netz gespeichert sind und mit denen Sie nachsehen können, wie eine bestimmte Website früher ausgesehen hat.

Musik, Filme, Software

Mit illegal verbreiteten Serials (Seriennummern) aus dem Internet schalten viele Nutzer Demoversionen bekannter Programme frei und nutzen so dauerhaft alle Funktionen, ohne dafür zu bezahlen. Die großen Brüder der Serials heißen Keygen und Crack. Keygens sind Programme, die auf Knopfdruck Serials zur Freischaltung einer anderen Software erzeugen. Cracks hingegen verändern die Original-Software so, dass keine Freischaltung mehr notwendig ist. Beiden gemein ist das Risiko, dass sich auf diesem Weg Schadsoftware auf den Piraten-Rechnern einschleichen können.

Gibt es keine Demoversion, dann wird die geknackte Software durch so genannte "Release Groups" - zu Deutsch: "Piratenbanden" - zum Herunterladen bereitgestellt. Das geschieht oft in Form von auf unzählige ZIP- oder RAR-Archive aufgeteilten CD- bzw. DVD-Abbildern (Images), die sich nach dem Auspacken direkt brennen oder mit einer Software wie Daemon Tools öffnen lassen. Auf diese Weise werden auch Filme über das Netz verteilt. TV-Serien und Musik-Alben kursieren eher als Dateien in Formaten wie AVI, MPG und MP3.

Frisch geknackt

Verbreitung findet die heiße Ware über verschiedene Kanäle. Insidern haben Zugang zu passwortgeschützten Web-Foren, in denen Neuerscheinungen zuerst auftauchen. Von dort nehmen sie ihren Weg in Tauschbörsen wie BitTorrent und eDonkey und gelangen so auf FTP-Server (File Transfer Protocol). Von dort nehmen sie ihren Weg in die Newsgroups des Usenet und den Internet Relay Chat (IRC). Auf Webseiten finden sich vor allem Serials, Keygens und Cracks, während sich vermeintliche Links auf raubkopierte Softwares in den meisten Fällen als Irrlichter erweisen.

Spezialsuche NFOrce

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NFOrce zeigt neue Releases, deren Dateigröße sowie mitgelieferte Dateien wie CD-Cover.

In der Fülle der Neuerscheinungen den Überblick zu behalten, gelingt Piraten nur mithilfe von speziellen Suchmaschinen wie NFOrce.nl. Sortiert in Rubriken wie "PC Game Rips" für PC Spiele oder "XXX" für Erotikfilme steht hier, welche Release Group welche Raubkopie veröffentlicht hat. Links enthält NFOrce.nl aber ebenso wenig wie das auf Filme spezialisierte VCDQuality.com.

Piraten-Google: Zoozle

Ganoven, die per NFOrce herausgefunden haben, welche Raubkopien im Netz kursieren, stöbern aktuelle Download-Adressen anschließend mit Suchmaschinen wie Zoozle.net auf. Die aus Deutschland stammende Suchmaschine erfreut sich als "Google der Piraten" wachsender Beliebtheit.

Sicherheitstools auf DVD

Wer sich die Lieblings-Suchmaschinen der Piraten selbst ansehen möchte, sollte das nicht ungeschützt tun. Auf solchen Seiten lauern erfahrungsgemäß besonders viele Programme, die Sicherheitslücken ausnutzen und Schaden auf Ihrem Rechner anrichten.

Serials, Cracks und Keygens

Neben Zoozle existiert eine große Zahl weiterer Dienste im Netz, die sich ebenfalls der Suche nach illegalem Material verschrieben haben, dabei aber auf bestimmte Inhalte oder Download-Verfahren spezialisiert sind. In diese Kategorie fällt zum Beispiel die auf Serials, Keygens und Cracks spezialisierte Funktion unter Astalavista.box.sk, die sich im Laufe ihrer über zehnjährigen Existenz scheinbar unbehelligt von der Justiz zum Klassiker unter den einschlägigen Diensten entwickeln konnte. Dabei sind es nicht nur die zahlreichen Pop-ups und Werbebanner, die Piraten von der Nutzung abschrecken sollten, sondern auch die Tatsache, dass zum Beispiel Firefox 3 wegen von der Seite ausgehender Sicherheitsrisiken vor deren Besuch warnt. Alternativen gibt es aber zuhauf, zum Beispiel Andr.net, Ilsearch.com, Astalavista.com oder TheBugs.ws. Weil Werbebanner hier gänzlich fehlen, geht es auf Subserials.net und Crackportal.com vergleichsweise ruhig zu - fündig werden Piraten hier dennoch.

Piraten-Website Atalavista.box.sk

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Dass von Piraten-Websites Sicherheitsrisiken ausgehen, zeigt Firefox 3 bei Atalavista.box.sk.

MP3s, Videos und Programme

Bei Serials, Keygens und Cracks handelt es sich um Mini-Downloads, die Piraten bevorzugt über Websites abwickeln. Die mehrere Hundert Megabyte großen Downloads von Programmen, Filmen, TV-Serien und Musik laufen dagegen hauptsächlich über die Tauschbörse BitTorrent, über FTP-Server, Newsgroups und den IRC (Internet Relay Chat). Auf das per BitTorrent zugängliche Angebot haben sich Torrents.to, Torrentz.com und Isohunt.com spezialisiert. Links zu FTPDownloads, die sich beispielsweise per Oth.net und Filesearch.ru aufspüren lassen, erweisen sich in vielen Fällen als nicht funktionsfähig. Mal wurde der Server vom Netz genommen, ein andermal sind nur die begehrten Dateien verschwunden oder der Download bricht immer wieder ab. Ebenso unzuverlässig ist das Herunterladen aus dem IRC, dessen illegalen Inhalten sich die Suchmaschine Packetnews.com widmet und für die man eine Software wie Mirc benötigt.

Die so genannten Binary Newsgroups, in denen heiße Ware ebenfalls getauscht wird, bieten hingegen zuverlässige Adressen und Übertragungsgeschwindigkeiten, mit denen sich auch schnelle DSL-Anschlüsse ausnutzen lassen. Doch neben einer zum Download notwendigen Shareware wie Newsleecher kostet auch der Zugang zu diesen Gruppen monatlich Geld. Mit Binsearch.info steht Piraten aber eine kostenlose Suchfunktion zur Verfügung. Sie kann auch die Adressen der verschiedenen zu einem Release gehörenden Dateien in einer Datei im NZB-Format bündeln, mit der sich Newsleecher füttern lässt.

Bildergalerie

Spezialsuche NFOrce
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Google ist nicht alleine

NFOrce zeigt neue Releases, deren Dateigröße sowie mitgelieferte Dateien wie CD-Cover.

Tyoogle: Hintertür zu Google

Dass Google bei Internet-Gaunern so unbeliebt ist, hat einen einfachen Grund: Die Formulierung von Suchabfragen, die zu echten Download-Links führen, ist relativ aufwändig. Eine wenig bekannte Lösung für dieses Problem existiert in Form von Tyoogle.com. Der Dienst ergänzt ein eingegebenes Keyword, zum Beispiel den Namen eines Filmes, mit speziellen Suchbegriffen und bittet Google um Antwort. So entsteht eine Trefferliste, die deutlich mehr Download-Links enthält.

Noch einen Schritt weiter gehen Piraten, die sich den recht laxen Umgang mit Raubkopien in Ländern wie China zunutze machen. Sie verwenden beispielsweise die chinesische Version von Google, indem sie über www.google.de und [int]Einstellungen/Sprache der Benutzeroberfläche[/int] dorthin wechseln. Ausgerüstet mit dem Firefox-Plug-in Translator übersetzen sie die notwendigen Texte und Suchbegriffe vom Chinesischen ins Englische bzw. umgekehrt und finden auf diesem Weg zur heißbegehrten Ware.

Personen

Mit Yasni finden Sie gezielt Infos zu anderen Menschen, die Sie interessieren. Das können Prominente, Freunde und Verwandte, aber auch ein neues Vereinsmitglied oder ein Bewerber in Ihrer Firma sein. Seien es Foren- und Newsgroup-Beiträge, die persönliche Homepage, das MySpace- oder Xing-Profil oder einfach nur eine Erwähnung "irgendwo" im Web: Yasni findet es heraus und spart Ihnen so die manuelle Suche auf unzähligen verschiedenen Seiten. Auch wenn Sie herausfinden möchten, was im Internet über Sie selbst zu erfahren ist, eignet sich Yasni hervorragend. Umgekehrt können Sie sicherstellen, nicht das Opfer unangenehmer Verwechslungen mit Namensvettern zu werden, indem Sie die Yasni-Treffer, die Sie tatsächlich betreffen, einem eigenen Profil zuordnen.

Online-Schnüffler Yasni

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Gläserner Mensch: Yasni hilft Ihnen bei der Suche nach Leuten im Internet

Ganz ähnlich wie Yasni funktioniert das englischsprachige Spock, das bevorzugt Menschen in den USA aufspürt. Dieser starke USA-Bezug gilt auch für Zoominfo, das Infos über Personen und Firmen zutage fördert.

Bilder

Ob Google, Yahoo oder AllTheWeb.com: Jede große Suchmaschine bietet auch eine Funktion zur Suche nach Bildern. Integrierte Filter, die jugendliche Nutzer vor nicht altersgerechtem Material schützen sollen, verhindern aber, dass Sie alles finden, was es im Netz gibt. Am Beispiel von Altavista zeigt Ihnen der Workshop oben auf dieser Seite, wie Sie einen solchen Filter deaktivieren. Zusätzlich kann sich der Einsatz einer auf Fotos und Grafiken spezialisierten Suchmaschine lohnen. Picsearch etwa lockt mit zusätzlichen Infos zu jedem gefundenen Foto wie dessen Größe, Farbzahl und Animations-Status. Laut Anbieter durchforstet die Suchmaschine einen Bestand von satten zwei Milliarden Bildern - und das völlig legal. Die Suchmaschine Ditto greift ebenfalls auf den Bildbestand von Picsearch zu und ergänzt diesen mit zusätzlichem Material, findet also noch mehr.

Spezielles

Wer erst einmal damit anfängt, das Web mithilfe von Google-Alternativen zu erkunden, der kommt bald nicht mehr davon los. Für fast jeden Zweck findet sich ein Spezialist und mancherlei Exot ist auch dabei. So können Sie bei Babondo ein virtuelles Gesicht zusammenklicken, wie es Ihnen am besten gefällt. Anschließend durchforstet der Dienst über sechzigtausend Kontaktanzeigen in verschiedenen Online-Partnerbörsen nach Menschen, die Ihrer Vorgabe ähneln.

Online-Zeitmaschine Archive.org

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Archive.org weiß es noch: So sah die Website der PCgo vor zehn Jahren aus.

Möchten Sie herausfinden, wie eine Website früher ausgesehen hat, sind Sie mit der Funktion Wayback Machine gut aufgehoben. Immer in Erinnerung behalten sollten Sie bei jeder Suchmaschine: Nicht alles, was Sie finden, dürfen Sie auch legal ansehen oder herunterladen.

Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen in Mini-Workshops, wie Sie im Internet auch ohne Google fündig werden.

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