Messe-Special

Vernetzte Welt ohne Standards

  1. Die IFA verbindet: Connected World
  2. Vernetzte Welt ohne Standards

Nur wenige Standards

Dass die Welten der Hersteller so viele Möglichkeiten bieten und gleichzeitig beherrschbar bleiben, hat einen Preis: Ein Mix ist kaum möglich. Die Anbieter haben jeweils eigene Prioritäten gesetzt und individuelle Lösungen entwickelt. Bereits die drahtgestützte Vernetzung mit HDMI-Link fällt im Detail betrachtet herstellerspezifisch aus. Die Internet-Portale sind es in puncto Gestaltung und Service-Angeboten ebenfalls. Lediglich HbbTV-Fähigkeiten haben sich nahezu alle wichtigen TV-Marken ins Drehbuch geschrieben.Entsprechend fallen auch die Apps in ihrer Gestaltung unterschiedlich aus. Dies bedeutet unter anderem, dass Apple-Geräte wie iPhone und iPad mit den Android-Mobilkünstlern konkurrieren. Die beiden App-Plattformen sind jedoch nicht kompatibel zueinander, so dass die Hersteller für beide ihre kleinen Programme schreiben müssten. Das tun aber nicht alle: So konzentriert sich Loewe auf Apple, Samsung auf Android, und nur Philips bedient beide Seiten.

3D für Alle

Erneut eine große Rolle wird 3D auf der IFA 2011 spielen. Die Hersteller erhöhen nicht nur die Anzahl ihrer 3D-fähigen Produkte, sondern weiten ihre Angebote auch technisch aus. Während noch im vergangenen Jahr die Shuttertechnik dominiert hat, gesellt sich das Polfilterprinzip nun gleichberechtigt hinzu. Die Shuttertechnik bietet die volle HD-Auflösung und daher mehr Schärfe, Polfilter-TVs sind demgegenüber preisgünstiger zu haben. Immerhin kosten die Brillen nur einen Bruchteil dessen, was für die Shutter-Varianten zu zahlen ist.

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Philips 46PFL9706K
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Im Philips 46PFL9706K steckt das gesamte Können der Niederländer. Der TV ist fit fürs Netzwerk, kennt alle Bildkniffe und besitzt den neuen…

LG war Vorreiter und bringt weitere Modelle auf den Markt. Philips, Toshiba und Metz gesellen sich hinzu. Auch unter der zum türkischen Hersteller Beko gehörenden Grundig-Marke wird es wohl 3D-Polfilter-TVs geben. Newcomer wie Haier und weitere, weniger bekannte Anbieter dürften ebenfalls mit der günstigen Technik aufwarten.Ein weiteres 3D-Ass spielt Toshiba aus. Auf der IFA will der japanische Hersteller konkrete Angaben über seinen ersten marktreifen 3D-Fernseher machen, für den man keine Brille benötigt. Ob auch der Preis bekanntgegeben wird, ist offen. Als Einführungstermin gilt April 2012. Immerhin: Einen Laptop für brillenloses 3D bietet der Innovator schon dieses Jahr an. Modelle der Qosmio-Serie verfolgen mit der eingebauten Kamera die Augen, um die 3D-Darstellung zu perfektionieren (Eye-Tracking).3D-Filme liefert das TV-Universum ebenfalls. LG, Philips, Sony, die Telekom und VideoWeb halten entsprechende Kost über ihre Portale bereit.Ein zusätzliches Einsatzfeld für 3DTechnik hat Philips entdeckt. Will man bei einem Videospiel zu zweit an einem Fernseher gegeneinander antreten, gehört jedem Spieler nur eine Hälfte des Schirms. Da aber 3D-Fernseher gleichzeitig zwei komplett  unterschiedliche Bilder wiedergeben können, lässt sich auch für jeden der Gegner die eigene Spielszene in voller Größe darstellen. "Two Player Full Screen Gaming" heißt das Konzept.

Verbesserte Bildqualität

Welche Weiterentwicklungen in der TV-Bildtechnik tatsächlich die Bildqualität verbessern, müssen die Fernseher in den Video-HomeVision-Tests erst noch beweisen. Auf der IFA wollen einige Hersteller jedenfalls die Besucher mit atemberaubenden Kontrast- und Hertz-Angaben beeindrucken. Letztere reichen bis zu faszinierenden 1.200 Hertz, verspricht Philips. Zudem soll bei den Niederländern ein "Moth Eye"-Filter (Mottenauge) Reflexionen auf dem TV verhindern und den Bildkontrast um das Zehnfache gegenüber den Vorgängermodellen erhöhen.

IFA Logo

© IFA

Eine komplette Ausstellerliste stellt die IFA vor Messebeginn im Internet bereit unter www.messeberlin.de.

Sharp führt das hauseigene Vierfarbkonzept weiter. Aus Quattron wird dabei Quattron+. Die Abstimmung zwischen den Grundfarben Rot, Grün, Blau und Gelb soll noch genauer funktionieren, die Darstellung daher noch natürlicher ausfallen.Toshiba hat seine Side-LED-Lichtführung weiterentwickelt. Bei Side-LED sitzen die Dioden nicht hinter dem LCD-Schirm, sondern seitlich davon. Dennoch soll nun ähnlich wie bei der Direct-LED-Technik das An- und Ausschalten von 32 einzelnen Feldern möglich sein. Ziel ist dabei, den Schwarzwert und damit den Kontrast weiter zu erhöhen. Zudem will Toshiba eine Messsonde zur Bildverbesserung vorstellen: Mit ihr soll sich der Monitor auf den Punkt genau einstellen lassen.Auf großartige Präsentationen der OLED-Bildtechnik braucht man auf der IFA indes nicht zu hoffen. Die organischen Bildschirme preisgünstiger und damit marktgerecht anzubieten, ist bislang keinem der hier genannten TV-Hersteller gelungen.

Spar-Weltmeister

Jeder, der es sich erlauben kann, wird hingegen auf der IFA das Energieeffizienzlabel auf seinen Fernsehern anbringen. Sharp wirbt bereits seit Längerem intensiv mit sehr niedrigen Stromverbrauchswerten. Die Konkurrenz will dies freilich nicht auf sich sitzen lassen.Zu Hilfe kommen raffinierte Techniken wie die Raumüberwachung per Kamera. Sony hatte bereits die Idee, dass sich der Fernseher ausschaltet, wenn sich nichts vor dem Schirm rührt. Toshiba greift das Konzept auf und kombiniert es mit Personalisierung: Die Elektronik erkennt das Gesicht, das die im Fernseher integrierte Kamera einfängt. Daraufhin aktiviert der TV nicht nur persönliche Bild- und Programm-Einstellungen, sondern auch die Energiesparfunktionen, die das jeweilige Familienmitglied wünscht.Wer sich auf der IFA also mehr als sonst beobachtet fühlt, könnte damit durchaus richtig liegen. Aber es geschieht ja nur zum Vorteil. In diesem Sinne wünscht Video-HomeVision auch in diesem Jahr sorglosen Spaß in Berlin.

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