Zubehör für den Apple-Player

Vergleichstest: iPod-Docks und -Kabel

Unplugged ist der iPod ein toller Reisebegleiter. Doch der Entertainer von Apple etabliert sich auch mehr und mehr an der HiFi-Anlage als ernstzunehmender Zuspieler. Wir nahmen Dockingstationen und Anschlusskabel unter die Lupe und ging der Frage nach: Gibt es im blühenden Markt Qualitätsunterschiede?

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Vergleichstest: iPod-Docks und -Kabel

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Vergleichstest: iPod-Docks und -Kabel

iPod und die HiFi-Kuppler

Der Apple iPod revolutionierte vor fünf Jahren den Zugang zur Musik. Wer sich einmal mit dem iPod-Virus infiziert hat, empfindet CDs mit zunehmender Zeit immer mehr als Staubfänger. Die Schutzhüllen erfüllen meist nach einmaligem Herunterfallen nicht mehr ihre Funktion und die passenden Interpreten sind bei Bedarf nicht zur Hand, je weiter Umfang der CD-Sammlung und Affinität zum akribischen Archivieren auseinanderdriften - was bei den meisten Leuten mit den Jahren der Fall ist.

Mit zig tausenden von Songs auf der Festplatte, genialer Bedienung und stundenlanger Non- Stop-Beschallung setzt der iPod nicht nur im Mitbewerber-Umfeld die Maßstäbe, sondern verändert unsere Hörgewohnheiten nachhaltig. Dennoch blieb der kleine Digital-Player von Apple, der wie "Tempo" oder "Uhu" schon zum Genre-Begriff geadelt wurde, überwiegend ein Mobil-Medium.

Zu Hause zieht er klanglich gegen CD-Player den Kürzeren und viele HiFi-Fans sind sich nicht sicher, wie sie den kleinen Entertainer, der den Markt für MP3-Player nach Belieben dominiert, am besten in ihre bestehende Stereo- oder AV-Anlage integrieren sollen.

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HiFi & MP3:MP3-Player/iPod

Advance Acoustic M-ip Station II, 400 Euro, Testurteil: sehr gut

Immer mehr Hersteller bieten Dockingstationen oder Audio-Kabel für den iPod an, deren Vor- und Nachteile sich auf den ersten Blick nur schwer vergleichen lassen. Deshalb unterzog die Redaktion acht Docks und zwei Kabel einem Hör- und Praxistest. Bedingung war, dass sich jeder Test-Teilnehmer an jeder normalen Anlage betreiben lässt.

Damit fielen die Lösungen von Firmen wie JVC, Harman oder Pioneer heraus, denn deren Docks erfordern einen Receiver beziehungsweise Verstärker des jeweiligen Herstellers und liegen wie bei Pioneers AV-Receivern teilweise nur den jeweiligen Produkten bei. Andere Firmen wie Denon oder Onkyo legen Ihre iPod-Adapter so aus, dass sie auch für Besitzer fremder Marken infrage kommen.

Advance Acoustic M-ip Station II

Mit dickem Dock baut Advance Acoustic den iPod zum Sound-Server aus. Das liegt bereits an den äußeren Merkmalen. Der perfekt integrierte Mobil-Player nimmt in dem mächtigen, in der Breite an übliche HiFi-Rackmaße angepassten Metallgehäuse so viel Platz wie ein CD-Player ein und lässt sich über Tasten an der Frontplatte wie ein edles Audio-Gerät bedienen. Die serienmäßige Fernbedienung ist schmucklos aber funktionell.

Die optische Aufwertung lässt den kleinen Festplatten-Player im HiFi-Rack nicht mehr so verloren wirken und unterstreicht auf einen Blick unmissverständlich den gesteigerten Klanganspruch von Advance Acoustic. Dem soll vor allem die Signal-Vorverstärkung mit einer Röhrenausgangsstufe gerecht werden, die dem nüchternen, meist datenkomprimierten Digital-Signal eine Brise besonderes Flair einhaucht.

Röhren hinterlassen nämlich im Signal feine, von Kennern durchaus geschätzte Spuren durch ihren gegenüber Transistoren höheren, aber sehr harmonisch im Frequenzspektrum verteilten Klirr. Damit das Signal aber keine weiteren Veränderungen erfährt, verzichteten die Franzosen auf eine eigene Lautstärkeregelung im Dock, das sich damit nicht direkt an Aktivboxen anschließen lässt - was grundsätzlich eine reizvolle Einsatzvariante für eine derart aufwändige iPod-Station wäre. Auch die Video-Ausgabe fiel dem Klang-Purismus zum Opfer.

So konnte das minimal ausgestattete Maxi-Dock nur mit außergewöhnlicher Audio-Performance bestehen und das tat es auch: Der aufgepäppelte Apple-Player klang satt und sanft, zeichnete Konturen differenziert und körperhaft nach. Wem MP3 respektive AAC bisher zu nervig klang, der kann mit der M-ip Station II Zugang zur neuen Form des Hörens finden.

Apple iPod AV Connection Kit

Apple verfolgt beim iPod eine Salami-Taktik: Der Entertainer kommt nackt beim Kunden an und muss durch den Griff ins Zubehörregal ergänzt werden, um seine volle Funktion zu entfalten. Das sinnvolle Netzteil - sonst lässt sich der iPod nur über USB-Kabel am PCoder Laptop laden - kostet 30 Euro, das praktische Universal-Dock und die passenden Kabel zum Anschluss an ein AV-System zusammen noch einmal 60 Euro.

Dann fehlt immer noch die Fernbedienung, die einzeln 20 Euro kostet. Mit dem AV- Connection- Kit bekommt der iPod die ganze Verwöhnpackung auf einmal für einen Hunderter. Dann bleiben in Design, Funktion und sogar Klang- und Bildqualität kaum Wünsche offen. Die Kabel sind von ordentlicher Qualität und sehen auch so aus. Wer will denn schon seine Design-Ikone durch Billigstrippen, die aus dem Baumarkt stammen könnten, entweihen?

Vorsorglich setzt Apple auf einen AV-Klinken-Stecker, der Bild und Stereo-Ton aus einer winzigen Buchse bezieht. Damit lassen sich keine Standard- Cinch-Kabel verwenden, wohl aber eine S-Video- Verbindung, wenn iPod-Besitzer die Bildübertragungsqualität der stark komprimierten Videos von Klinke auf Cinch als unzureichend ansehen.

Ein Highlight des Original-Zubehörs ist unbestreitbar das Netzteil, das neben der Konkurrenz nicht nur glänzt wie George Clooney neben einem Bergbaukumpel direkt nach Schichtende. Es ist extrem platzsparend und lässt sich auf Reisen wie das Apple-AV-Kabel ohne Dockmit dem iPod verwenden.

Im Hörtest überzeugte die Mutter aller Dockingstationen durch rundum ausgewogenen Klang mit sattem Basspunch, angenehmer, körperhafter Stimmwiedergabe und guter Dynamik. Da fällt der Stamm nicht weit vom Apple, der im eigenen Dock gut aufgehoben ist.

Denon ASD-1 R

Das iPod-Dock vom AV-Spezialisten Denon gehört zu den "early Adapters", die den Mobil- Player in das komplette Fernsteuer-System eines Heimanlagen-Herstellers einbinden können. Die Surround-Receiver und Mini-Anlagen zeigen auf der Front-Anzeige und via Onscreen- Display - sofern vorhanden - die Menüs des iPod auf dem angeschlossenen Fernseher an. Das ASD-1 R istmit einem Preis von 130 Euro im Vergleich zum Apple-Original-Zubehör oder der Konkurrenz von Onkyo keine billige Lösung.

Zudem müssen Besitzer von Anlagen anderer Marken auf die Fernbedienung verzichten. Dafür erhalten Sie immerhin ein Dock, an dem alles sehr hochwertig ausgeführt ist. Die Audio-Anschlüsse sind vergoldet und für Clips und Diashows gibt es S-Video-Übertragung. Damit kommt die Nobelherberge für Apples Bestseller nicht für Leute in Betracht, deren angeschlossene Komponenten nur über Cinch-Video-Eingänge verfügen.

Da Denon auf AV-Klinken-Stecker verzichtet, dürften sich alle HiFi-Fans freuen, denen nichtmal die mitgelieferten Cinch-Kabel mit vergoldeten Steckern gut genug sind: Sie können anders als am Apple-Original-Dock universelle Audio-Kabel anschließen, was einigen Tuning- Spielraum eröffnet.

Klanglich gibt es dazu allerdings kaum Anlass: Das Denon-Dock klang selbst in der Standard-Konfiguration sehr ausgeglichen und natürlich. Stimmen und Instrumente besaßen Körper, die Bässe kamen satt und druckvoll. Änlich wie die Docks von Onkyo ließ auch das ASD-1 R eine Art Markenklang erkennen: Die Receiver des Hauses klingen schließlich im Vergleich mit den direkten japanischen Mitbewerbern eine Spur körperbetonter. Für Denon-Besitzer ist das ASD-1 R erste Wahl, für alle anderen gibt es preiswertere und flexiblere Alternativen.

Kensington Entertainment Dock 500

Kensington ist ein Allrounder in Sachen Computer- Zubehör. Mit dem Entertainment Dock 500 verfolgt das Unternehmen eigene Wege. Statt auf System-Fernbedienung oder einen beigefügten kleinen Infrarot-Transmitter zu vertrauen, setzt Kensington konsequent auf Funkübertragung von Steuerbefehlen. Damit eröffnet das Entertainment Dock ganz neue Anwendungen.

Wer den iPod als zentralen Sound-Server für das ganze Haus verwenden will, dürfte diesen Luxus schnell zu schätzen wissen. Etwa 15 Meter Aktionsradius gestattet die Funkfernbedienung, für die sich im schicken Dock sogar eine integrierte Ablage findet. Um diese Freiheit auch richtig nutzen zu können, sollte in etwaigen Nebenräumen auch ein Display zur Anzeige der iPod-Menüs vorhanden sein. Sonst gerät die an sich einfache Navigation zum Blindflug.

Auch mit den Anschlüssen punktet Kensington. Nicht nur Cinch, sondern auch S-Video steht zur Bildausgabe bei den Video- und Foto-iPods zur Verfügung. Die Kabel sind recht hochwertig und mit vergoldeten Steckern ausgestattet. Allerdings besitzt das Entertainment Dock 500 einen AV-Klinken-Stecker auf der Dockseite zur gleichzeitigen Ausgabe von Bild und Ton via Cinch-Steckern auf der anderen Seite des Kabels. Das verhindert die Verwendung universeller Kabel.

Andererseits erscheint dieses Tuning wegen der harmonischen Gesamtleistung keinesfalls notwendig. Passend zur Funkfernbedienungs-Philosophie des Docks machte Roger Waters mit "The Bravery of being out of Range" den Anfang und förderte wie alle anderen Musikbeispiele eine große Neutralität und besonders klare, detailreiche Wiedergabe zutage. In Verbindung mit der ausgezeichneten Handhabung und der tollen Fernbedienung ein echtes Highlight fürs Geld.

Monster iCable

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Monster iCable (35 Euro), Testurteil: überragend

Rund zwei Meter Kabel zum gleichen Preis, für den Teufel ein ganzes Dock anbietet. Da muss Kabelspezialist Monster aus den USA schon einiges auffahren, was das Herz von Audio- Affinen zum schneller Schlagen bringt. Und diese Erwartung erfüllt die monströse Strippe von Mini-Klinke auf Cinch schon beim Auspacken.

Sie bringt ein eigenes Stoffsäckchen zur standesgemäßen, schonenden Verpackung auf Reisen mit und verfügt über äußerst solide Stecker mit Goldauflage. Das Kabel ist obendrein mit einem schützenden Gewebe überzogen und an der bruchgefährdeten Gabelung, wo sich linkes und rechtes Cinch-Ende trennen, mit Kunststoff verstärkt. Störende Knackgeräusche oder gar Tonausfall auf einem oder beiden Kanälen sind somit auch nach jahrelanger Nutzung des iCables kaum zu befürchten.

Weil etwa Apple oder Kensington an ihren Docks wie auch am iPod selbst auf einen Klinkenanschluss vertrauen, gibt es für das Monster-Kabel eine ganze Reihe von Einsatzmöglichkeiten rund um den iPod, der sich damit jedoch nur audioseitig aufrüsten lässt. Wer dennoch beim iPod-Foto oder iPod-Video nicht aufs Bild verzichten will, kann eine Zweiwege- Lösung umsetzen, die allerdings die durchgestylte Optik des weißen Weltwunders mindestens so ruiniert wie poppige Turnschuhe zum edlen Abendkleid von Dior.

Wer sich daran nicht stört, kann nämlich den iPod mit dem unteren Dockinganschluss in eine der getesteten Stationen stecken, was ihn lädt und auch Verbindung zum Fernseher halten lässt.

Das Monster-Kabel wird dann einfach in den Kopfhörer-Ausgang des iPod gesteckt und liefert gleichzeitig ausgezeichneten Sound an die Stereo- oder Surroundanlage.

Zudem gestattet das iCable eine Anwendung, die in diesem Testfeld sonst nur noch das um ein Vielfaches teurere Kabel von Phonosophie zulässt: Die solide Monsterstrippe spielt auch mit gewöhnlichen MP3-Playern, Mini-Disc- Playern und Laptops zusammen, die einen Kopfhörer- oder Lineausgang besitzen und entlockt ihnen bemerkenstwert körperhafte, homogene und dabei zugleich lebendige Klänge. Besser geht es kaum, schon gar nicht für 35 Euro.

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