Dauerbrenner

Vergleichstest: DVD-Festplattenrecorder

DVD-Recorder mit Festplatte stehen in der Gunst der Käufer hoch im Kurs. Drei Neulinge von Daewoo, LG und Panasonic, alle mit HDMI-Ausgang, wollen Markt und Mitbewerber aufmischen. HomeVision klärt, ob das gelingt.

  1. Vergleichstest: DVD-Festplattenrecorder
  2. Teil 2: Vergleichstest: DVD-Festplattenrecorder
DVD

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Vergleichstest: DVD-Festplattenrecorder

Der Markt für DVD-Recorder hat sich in den letzten beiden Jahren bereinigt. Viele Firmen haben das Interesse am knallhart umkämpften Massenmarkt verloren, in dem auf der einen Seite nur noch ruinöse Billigpreise und auf der anderen hart kalkulierte Top-Qualität zählen. Unter dem enormen Preisdruck schmolz das Geräteangebot derart zusammen, dass es Billiggeräte sowie Geheimtipps ab 250 Euro gibt, Top-Produkte aber auch schon für unter 400 Euro Straßenpreis zu haben sind.

In keinem anderen Segment haben sich die Marktführer dazu hinreißen lassen, so preiswert anzubieten, dass sogar schon einige C-Marken die Segel gestrichen haben, weil sie bei der gegebenen Qualitätsdifferenz die Preise der A-Marken nicht weit genug unterbieten konnten. Den Kunden freut's.

Drei Firmen, welche schon besonders lange oben in den Topseller-Hitparaden der DVDFestplattenrecorder stehen, sind Daewoo, LG und Panasonic. Alle drei kommen gerade mit neuen interessanten Geräten in der besonders attraktiven 500-Euro-Klasse auf den Markt, von denen jedes neben dem qualitätsoptimierenden HDMI-Ausgang spezifische Verkaufsargumente bietet, die unterschiedliche Käuferschichten anziehen sollen.

So haben wir ein Gerät, welches mit USB-Anschluss und wunderschöner Benutzerführung die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, ein anderes erweist sich als Tipp für Spontanaufnehmer, und das dritte konzentriert sich auf das Wesentliche - es zeichnet in bestmöglicher Qualität auf und hat viele durchdachte Features, speziell für den Aufnahmeluxus, mit an Bord.

Daewoo DHR-7314

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Daewoo DHR-7314

Brennt im Hintergrund: Daewoo DHR-7314

Der Daewoo DHR-7314 ist schwarz und wird allein dadurch schon zum Designschmankerl dieses Vergleichstests. Dazu gehört allerdings auch nicht viel, denn der LG und auch der Panasonic überzeugen den Betrachter kaum durch überbordende ästhetische Ideen.

Die Besonderheiten des Daewoo sind seine leicht durchschaubare Bedienung, die von der spartanischen Ausstattung profitiert, sowie die Hintergrundaufnahme. Denn die Festplatte rattert stetig vor sich hin und füllt einen eine Stunde fassenden Puffer mit den empfangenen Fernsehbildern. Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dassman - sofern der Daewoo als TV-Empfänger genutzt wird - immer das TV-Programm nicht nur anhalten, sondern es auch zurückspulen kann. So lassen sich sogar Aufnahmen machen, deren Start bereits in der Vergangenheit liegt. Eine schon laufende Sendung kann also komplett auf Festplatte archiviert werden.

Unter der Klappe des Daewoo

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Unter der breiten Klappe des Daewoo verbergen sich wesentlich mehr Bedienelemente als bei den Konkurrenten

Das Handling ist ausgesprochen einfach. Nach der automatischen Sendersuche kann im Setup-Menü nur das Allernötigste eingestellt werden. Also einfach den Aufnahmemodus wählen, und schon kann es losgehen mit der Aufnahme. Im Gegensatz zu Geräten anderer Anbieter leidet die Zappinggeschwindigkeit nicht unter der fortwährenden Hintergrundaufnahme.

HDMI-Buchse des Daewoo

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Die HDMI-Buchse des Daewoo gibt keine hochskalierten Bildsignale aus. Im PAL-Originalformat mit 576 Zeilen wirken die Bilder dennoch sehr natürlich

Der Daewoo ist vor allem Einsteigern ans Herz zu legen. Zwar sind die Bildschirmmenüs klotzig und unschön, doch funktioniert alles überaus simpel. Selbst die Tatsache, dass sich Multimediadateien mit Fotos, Musik und DivX-Filmen von DVD-Computer-Backups auf die Festplatte des Daewoo und sogar zurückspielen lassen, macht das Gerät nicht unnötig kompliziert.

Bei allem Lob für die Einfachheit muss indes getadelt werden, dass manche wichtige Funktion fehlt. So liegt die Integration eines EPG-Programmführers a` la GUIDEplus+ in weiter Ferne, genauso wie intelligente Schaltbefehle, mit denen Scart und jetzt auch HDMI einige Bedienfunktionen automatisieren. Auch nimmt die Scart-Buchse keine RGB-Signale entgegen. Besitzern einer Settop-Box, die Digital- TV nutzen, liefert der Daewoo nur einen Bruchteil der gelieferten Farbklarheit. Auch die Option einer HDMI-Skalierung fehlt leider.

Wertung: Daewoo DHR-7314

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Die Bewertung des Daewoo
LG RH278H

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LG RH278H

Mit besserer Kodierung: LG RH278H

MPEG-4 ist besser als MPEG-2. Die neue Technik zur Bildkodierung ist nicht nur dem Namen nach doppelt so weit entwickelt wie ihr Vorgänger, sie schafft theoretisch auch eine doppelt so effiziente Speicherung der Videobilder. LG hat letztes Jahr in seinem DVD-Festplattenrecorder- Top-Modell zum ersten Mal die MPEG-4-Aufnahme auf Festplatte eingeführt. Wir hatten uns jedoch schon damals daran gestört, dass in diesem Modus nur mit NTSC-Auflösung gearbeitet wurde, die dazu noch schlecht von PAL umgerechnet ist.

Dies hat sich mit dem neuen RH278H nicht geändert. Immerhin ist MPEG-4 aber durchaus in der Lage, in den Ultralangspielmodi extrem große Filmkapazitäten zu erzielen. Dabei wird zwar nur mit 352 x 256 Pixeln Auflösung, also einer eher fragwürdigen Bildqualität gearbeitet, doch auf die 250 GByte der in unserem Testfeld größten Festplatte passen dann sage und schreibe 625 Stunden Serien und Filme - perfekt für Sammler.

Das Gesamtkonzept des RH278H erinnert stark an LGs Spitzenmodell aus dem vergangenen Jahr. Aber statt 700 kostet der technisch fast ebenbürtige neue DVD-Festplattenrecorder nur 480 Euro. Allein ein paar selten genutzte diskrete Eingangsbuchsen fehlen, und die Fotokartenslots wurden durch einen universelleren USB-1.1-Port ersetzt. Wo LG allerdings Geld eingespart haben muss, ist die Verarbeitung. Wirklich edel ist anders, aber der Trend der gesamten DVD-Recorderbranche geht in Richtung wertiger Technik in spartanischer Verpackung.

LG RH278H

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Der LG RH278H rechnet Filme sauber hoch bis ins HDFormat 1080i

LG hat auf die Optimierung der Bildqualität mehr Wert gelegt als auf die Erweiterung der Basisausstattung. So werden von Luxusverwöhnten sowohl ein EPG als auch erweiterte Scart-Schaltfunktionen vermisst. Neu ist hingegen die "Simplink CEC" genannte Nutzung der Datenintelligenz von HDMI. LG hat letztes Jahr viel Boden gut gemacht in der Bildqualität. "DVFX" heißt die Bildoptimierung, die auf einem Chip der Firma LSI-Logic basiert und sowohl aufnahme- als auch wiedergabeseitig nachbessert. 3D-Rauschfilter, Kontrastsowie Farbautomatik und pixeladaptiver Deinterlacer bleiben dem Benutzer bedientechnisch zwar verborgen, polieren jedoch vor allem mäßige Bildquellen gehörig auf.

Die ausgereifte MPEG-Kodierung greift auf RGB-Scart zurück und kann sogar im Langspielmodus hohe Schärfewerte erzielen. Sie ist damit im Qualitätsrennen den Aufnahmekünstlern von Pioneer und Panasonic hart auf den Fersen, zumal die skalierte DVD-Wiedergabe über HDMI wirklich hochwertig aussieht.

Vergleichstest: DVD-Festplattenrecorder

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Der LG RH278H rechnet Filme sauber hoch bis ins HDFormat 1080i

LG war der erste Hersteller, der die Recorderfestplatte auch zur Verwaltung von PC-Dateien nutzte - hier kann diese zudem DivX-Filme, MP3- (und WMA-) -Musik und JPG-Fotos speichern. Leider können die auf dem RH-278H gespeicherten Files nicht wieder auf DVDs zurückgebrannt werden, wie es etwa der Daewoo DHR-7314 erlaubt.

Wirklich Spaß macht die Bedienung des LG. Die wunderschön gestalteten Menüs bieten genau die Optionen, die man intuitiv erwartet. Dabei sind Bearbeitungsfunktionen wie Szenenschnitt und Playlistenerstellung eigentlich nichts für Einsteiger, doch sie dürften selbst jenen auf Anhieb gelingen. LG war Vorreiter des DVD-Multiformats und nutzt objektiv das Beste aus den Optionen aller Medien, egal ob "+", "-" oder "-RAM", während Mitbewerber, die gezwungenermaßen das Multiformat anpreisen, beispielsweise auf Schnittfunktionen von "+RW" verzichten.

Wertung: LG RH278H

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Die Bewertung des LG

Trotz dieser individuellen Möglichkeiten kommt es nicht zu Ungereimtheiten bei der Bedienung des RH278H. Optional lässt sich nun auch eine Hintergrundaufnahme als automatisches Time- Shift aktivieren, doch die Umschaltzeiten zwischen den Sendern leiden sehr darunter.

Wer Multimediadateien am TV sehen oder anhören möchte und Wert auf gute Bildqualität liegt, ist bei LG jedenfalls genau richtig.

Panasonic DMR-EH575

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Panasonic DMR-EH575

Recording ohne Kompromisse: Panasonic DMR-EH575

Panasonic ist Marktführer bei DVD-Festplattenrecordern und will das auch bleiben. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn wieder werden die neuen Recorder bei sinkenden Preisen ein bisschen besser als die Vorjahresmodelle. So verzichtet der Panasonic DMR-EH575 nur auf die selten benötigten diskreten Video-Eingänge und bietet keine Extras wie einen Fotokartenslot oder einen USB-Anschluss. Der Hersteller sieht das Modell in erster Linie als einen hochwertigen Recorder und weniger als ein Multimediaspielzeug. Konsequent sind dann auch die Scart- Buchsen in der vollen Qualität belegt, und sie kommunizieren mit angeschlossenen Fernsehern und Settop-Boxen, beispielsweise für die Senderübernahme (TV) und vollautomatische Aufnahme von DVB-Receivern.

Auch auf den Programmführer GUIDEplus+, der im Analog-TV eine hervorragende Übersicht der Sendungen erlaubt und die Timerprogrammierung auf einen einzigen Knopfdruck reduziert, hat Panasonic nicht verzichtet. Ebenso der Schnellstart: In weniger als einer Sekunde kann der DMR-EH575 aus dem Standby heraus aufnehmen. Das Gerätekonzept mit intelligent gesteuerten Lüftern sowie den federnd gelagerten Festplatten macht die Panasonic-Recorder zu den leisesten der Branche. Allein die Stepgeräusche des präzisen DVD-Laufwerks sind hörbar, jedoch nicht während des Abspielens.

Panasonic mit Aufnahme von Camcordern

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Panasonic hat sogar an die Aufnahme von Camcordern gedacht, die mit FBAS- und S-Video-Anschluss total veraltet sind

Die Aufnahmequalität des DMR-EH575 ist marktführend, und bei der Wiedergabe hilft ihm jetzt sogar ein Deinterlacer, der entwicklungstechnisch auf dem des Blu-ray-Players BD10 basiert. Tatsächlich gibt der Recorder auf bis zu 1080p hochskalierte Videobilder sehr gut aus. Basierend auf seinen exzellent scharfen RGB-Scart-Eingängen, wird er damit zur Konkurrenz für viele Scaler, die ein Vielfaches seines Preises kosten.

Die Bedienung des Panasonic ist sehr klar struktruiert und findet einen guten Mittelweg zwischen Schnelligkeit und Vielseitigkeit. Die wichtigen Funktionen wie Aufnahme, One- Touch-Copy und Archivnavigation sind sofort erreichbar, für erweiterte Optionen wie Szenenschnitt, Playlists oder Kapitelverwaltung gibt es übersichtliche Menüs. Zusätzlich lassen sich erheblich mehr Parameter rund um das Gerät und die Aufnahmen einstellen als bei den beiden getesteten Mitbewerbern. Allein auf eine Multimediadateiverwaltung auf der Festplatte verzichtet der Panasonic völlig.

Wertung: Panasonic DMR-EH 575

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Die Bewertung des Panasonic
Testergebnisse

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Die Wertung der Redaktion

Fazit

Dass der Panasonic zum Testsieger gekürt wird, verwundert nicht. Der Hersteller steht zu Qualität sowie dem guten Namen. OEM Chinarecorder dürfen da gerne andere unter das Volk bringen. LG ist mit dem RH278H auf dem besten Weg und kann die Vorteile der maximalen Kapazität und Multimedialität gut ausspielen. Der Daewoo DHR-7314 bietet sich für Einsteiger mit spontanen Aufnahmewünschen an, könnte allerdings bei der gezeigten Gesamtausstattung noch ein bisschen preiswerter sein.

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