Welche Distribution darf's denn sein?

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

Die Frage nach der besten Linux-Distribution für Heimanwender ist entweder leicht oder schwer zu beantworten. Die Gemeinsamkeiten sind größer als die Unterschiede. Wir vergleichen drei Pakete in den Standardeinstellungen.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Beate Rother

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

Die Frage nach der besten Linux-Distribution für Heimanwender ist entweder leicht oder schwer zu beantworten. Die Gemeinsamkeiten sind größer als die Unterschiede. Zudem lässt sich jede Distribution an die eigenen Wünsche anpassen. Wir vergleichen drei Pakete in den Standardeinstellungen.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Beate Rother

Alle drei großen Linux-Hersteller behaupten von sich, die beste Distribution der Welt anzubieten. Sowohl Fedora als auch Mandriva beruhen auf Red Hat, jahrelang der große Rivale von SUSE. Heutzutage werden Fedora und openSUSE unter starker Mitarbeit der Community entwickelt, während hinter Mandriva eine Firma mit professionellen Entwicklern steht. Dennoch gibt es von allen drei Distributionen kostenlose Versionen.

Mitgift

In der täglichen Arbeit hat es der User vorwiegend mit Anwendungsprogrammen zu tun. Hier ist die Schnittmenge der mitgelieferten Programme sehr groß: Alle drei Distributionen enthalten die Desktop-Umgebungen KDE und Gnome, den Browser Firefox und das Büro-Paket OpenOffice.org.

Obwohl Mandriva One auf eine CD passt, decken die beigefügten Anwendungen einen großen Funktionsbereich ab. Wer nicht unbedingt Windows-Programme unter Linux verwenden will und sich nicht auf ein bestimmtes E-Mail-Programm festlegt, ist als Heimanwender ausreichend versorgt, einschließlich eines DHCP-Servers für den Aufbau eines kleinen Netzwerks sowie ssh und VPN-Clients für geschützte Verbindungen über das Internet zu weiteren Linux-Rechnern. Die Manpages fehlen, allerdings passt dies zur Mandriva-Philosophie, Anwendungen nicht beim Namen zu nennen: Wer nicht weiß, wie sein E-Mail-Programm heißt, kann auch nicht gezielt nach Informationen zu diesem Programm suchen.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

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Fedora verwendet Gnome statt KDE als Desktop-Umgebung.

Im Unterschied zu openSUSE verwenden Mandriva und Fedora in den Menüs teils generische Bezeichnungen wie E-Mail-Client und Textverarbeitung statt der jeweiligen Programmnamen. Hinter dem Bild-Editor verbirgt sich Gimp. Die Funktionen Büroprogramm, Datenbank, Zeichnung, Web Page Creation führen alle zu OpenOffice.org, obwohl auch der Web-Editor Bluefish im Lieferumfang enthalten ist.

Fedora bietet bei der Software-Auswahl drei Ergänzungen zum Grundpaket an:

  • Office & Produktivität
  • Software-Entwicklung
  • Web-Server

Für die Office und Produktivitäts-Programme verwendet Fedora generische Bezeichnungen, die Server- und Entwicklungsprogramme werden hingegen mit Namen genannt. Bei der folgenden Installation laufen indes alle Programmnamen mit Versionsbezeichnung über den Bildschirm - Schnellleser sind klar im Vorteil.

Bei Fedora können Sie sich entscheiden, ob Sie die Programmauswahl gleich oder später anpassen wollen, wer später wählt, wird durch ein Pop-Up auf dem Desktop penetrant darauf hingewiesen, dass Updates verfügbar sind.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

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Die umfangreichste Software-Auswahl bietet openSUSE: Sie stellt für jede Funktion mehrere Programme zur Auswahl.

Wenn Sie Updates anwenden anklicken, lädt Fedora zunächst nur eine Liste der vorhandenen Updates vom Server, tatsächlich installiert werden sie erst nach einer Bestätigung. Schon das Herunterladen der Liste dauerte trotz DSL-Verbindung mehrere Minuten. Solange das für Online-Updates zuständige Programm Yum im Hintergrund läuft, ist eine Installation oder De-Installation von Software-Paketen per Hand nicht möglich, Fedora gibt nur die Fehlermeldung aus: Eine andere Anwendung greift bereits auf die Datenbank zu.

Die umfangreichste Software-Ausstattung stellt openSUSE bereit, außerdem können Sie einzig hier bereits bei der Grundinstallation eine individuelle Auswahl treffen und sich zwischen mehreren Programmen für den selben Zweck entscheiden. Alle Distribution bieten die Möglichkeit, schon bei der Installation weitere Paketquellen von den Servern des jeweiligen Vertreibers einzubinden und sofort ein Online-Update durchzuführen. Für Internet-Telefonie liefern Mandriva und Fedora das Programm Ekiga Softphone mit, nicht aber Skype.

Wie nicht anders zu erwarten, kann keine Distribution Filme von DVDs abspielen. Das ist allerdings kein technisches Problem, sondern ein lizenzrechtliches: Die notwendigen Codecs dürfen nicht mitgeliefert werden, sondern müssen vom Anwender im Nachhinein werden.

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