Downloads mit Tarnkappe

Verdeckt ins Usenet

Wer den richtigen Usenet-Provider wählt und die nachfolgenden Sicherheitshinweise beachtet, kann sich alles, was er sucht, schnell und anonym herunterladen. Was ist dabei zu beachten? Zunächst sollte man darauf achten, dass der Usenet-Provider eine gesicherte Verbindung per SSL anbietet. Dieses Verschlüsselungsverfahren nutzen auch Webbrowser beim Online-Banking. So ist sichergestellt, dass niemand die Verbindung zwischen dem eigenen PC und dem Usenet-Provider abhören kann, selbst der Internet-Provider kann nicht nachvollziehen, was man herunterlädt.

Dubai: Die neue Download-Oase

© Archiv

Gebruikhet.net ist etwa ein Usenet- Provider, bei dem man anonym mit Paysafecard bezahlen kann.

Die nächste mögliche Sicherheits-Schwachstelle ist der Usenet-Provider selbst. Sitzt dieser in Deutschland, ist er aufgrund des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet, die Verbindungsdaten seiner Kunden zu speichern, dazu gehören etwa der User-Name, der Zeitpunkt des Ein- und Ausloggens und die benutzte IP-Adresse. Betroffen davon sind zum Beispiel die bekannten deutschen Usenet- Provider Usenext und United Newsserver. Beide Unternehmen versichern jedoch, dass man nicht erfasse, was sich der Kunde herunterlädt. Nur das jeweils verbrauchte Datenvolumen ("Traffic") würde - je nach Tarif - mitgeloggt.

Dem mag man durchaus Glauben schenken, denn die Downloads sind in der Regel in viele Segmente aufgeteilt, die erst am eigenen PC wieder zur ursprünglichen Datei zusammengesetzt werden. Allein dieses Mitprotokollieren würde für einen Usenet-Provider einen immensen Speicheraufwand bedeuten, ganz abgesehen davon, dass ihm sofort der Großteil seiner Kunden abspringen würde, sollte bekannt werden, dass geloggt wird. Wer der Vorratsdatenspeicherung kritisch gegenübersteht, sollte deshalb einen Provider wählen, dessen Gerichtsstand außerhalb Deutschlands liegt. Den Provider zur Herausgabe von Daten zu bewegen, ist dann deutlich schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich.

Anbieter Standorte SSL Bezahlung Testzugang
aEton Niederlande / USA ja Kreditkarte, Paypal, Lastschrift, Überweisung 25 Tage / 500 MByte
Firstload Dubai / USA nein Lastschrift 14 Tage / 3 GByte
Gebruikhet Niederlande ja Kreditkarte, Paypal, Paysafecard nein
GigaNews USA ja Kreditkarte, Paypal 14 Tage / 10 GByte
UnitedNewsserver Deutschland ja Kreditkarte, Lastschrift, Geldkarte 3 Tage / 1 GByte
UseAce Deutschland / Niederlande ja Paypal, Überweisung, Paysafecard nein
XLned Niederlande ja Kreditkarte, Paypal 7 Tage

Provider wie Firstload oder Dreamload haben Ihren Firmensitz etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten und sind genauso wie US-amerikanische Provider (etwa Giganews, ) nicht von der Speicherpflicht betroffen. Aber auch in Europa gibt es Unterschiede: Die Niederlande gelten derzeit als Geheimtipp. Zwar musste auch hier die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umgesetzt werden, anders als in Deutschland sind die Usenet-Provider dort aber nicht davon betroffen. Selbst wenn man sich für einen ausländischen Provider entscheidet, stößt man nun auf ein weiteres Sicherheitsrisiko.

Während sich die Kundendaten wie Name und Adresse mit ein wenig Kreativität leicht fälschen lassen - die Usenet-Provider sind nicht verpflichtet die Angaben zu überprüfen, die Daten müssen nur stimmig sein - spätestens beim Bezahlen muss sich der Kunde zu erkennen geben. Da meist nur Kreditkarte, Lastschrift oder Paypal akzeptiert werden, landet man letztendlich doch mit seinen realen Daten in der Kundenkartei des Usenet-Providers. Diese Daten könnten, etwa aufgrund einer Razzia beim Provider, in die Hände von Ermittlungsbehörden fallen: ein sicherlich beunruhigendes Gefühl für Betroffene, selbst wenn diese immer nur legale Dateien gesaugt haben. Doch auch hier gibt es inzwischen eine anonyme Bezahlvariante: die Paysafecard, die erste Prepaid- Karte für Zahlungen im Internet, siehe Seite 3. Ob Drogeriemarkt, Tankstelle oder Lotto-Annahmestelle, fast überall ist die Paysafecard zu bekommen. Eine reale Plastikkarte ist sie selten, meist bekommt man nur einen speziellen Kassenbon, auf dem ein 16-stelliger Code aufgedruckt ist. Diesen gibt man im Online-Shop oder beim Bezahlen des Usenet-Providers ein.

Natürlich sollte man die Paysafecard nicht mit EC- oder Kreditkarte bezahlen, auch auf mögliche Payback-Punkte sollte man besser verzichten und die Paysafecard lieber bar bezahlen, um jedmögliche Rückverfolgung auszuschließen. Die letzte Hürde ist die E-Mail-Adresse, die man zur Anmeldung beim Usenet-Provider benötigt. Dorthin werden die Zugangsdaten gesendet. Aufgrund der auch hier geltenden Vorratsdatenspeicherung fallen europäische E-Mail-Provider wie GMX oder Web.de aus. Nichteuropäischer Webmail-Provider, möglichst mit SSL-Verbindung, sind hier besser geeignet. Hier bieten sich Dienste wie www.privatdemail.net oder an, eine Auswahl weltweiter Gratis-E-Mail- Anbieter findet man etwa unter www.fepg.net/foreign.html.

Ein Fazit sowie mehr zum Thema Paysafecard und eine Checkliste finden Sie auf der dritten Seite...

UseNeXT: Ihr Zugang ins Usenet

Mehr zum Thema

Youtube Sperre umgehen GEMA
Videos freischalten

So umgehen Sie die GEMA-Sperre bei Youtube. Was Sie dazu brauchen, und wie es am einfachsten geht.
Neue Fritzboxen unterstützen den AC-Standard.
WLAN-Geschwindigkeit verdoppeln

Mehr WLAN-Geschwindigkeit: Mit dem WLAN-Standard 802.11ac und den richtigen Geräten und Einstellungen verdoppeln Sie den Datendurchsatz.
Netflix auf dem TV
Programm in der Übersicht

Welche Filme und Serien gibt es bei Netflix eigentlich zu sehen? Was ist neu im Streaming-Angebot? Diese Antworten helfen weiter.
Netflix
Streaming

Preise, kompatible Geräte, Datenrate, Serien- und Filmangebot von Netflix: Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Streaming-Dienst.
E.T. – Der Außerirdische
Vorschau auf Film- und Serien-Highlights

Amazon Prime Instant Video lockt im Dezember 2016 mit Film-Highlights wie "E.T.", "Fast & Furious 7" und der Serie "Ku’damm 56​".