3D-Druckerbausatz

Velleman K8200 im Aufbau

Der 3D-Druckerbausatz Vellemann K8200 kostet 699 Euro. Wir haben ihn uns näher angeschaut und verraten, ob der Bausatz auch für Anfänger geeignet ist.

Ist der 3D-Drucker-Bausatz des K8200 auch für Anfänger geeignet?

© Velleman

Ist der 3D-Drucker-Bausatz des K8200 auch für Anfänger geeignet?

Aus Belgien kommt der Vellemann K8200, den in Deutschland die Firma Reichelt Elektronik für 699 Euro vertreibt. Wir waren neugierig, was solch ein Bausatz taugt und welche Anforderungen für den Aufbau zu erfüllen sind. 

Bausatz oder Fertiggerät?

Eines sei gleich vorweg gesagt: Solch ein Bausatz wie der K8200 ist keineswegs als ein Wochenendprojekt zu verstehen, das man schnell mal zusammenbaut, an den PC anstöpselt und super Druckergebnisse erzielt. Vielmehr muss man hierfür einige Stunden Zeit einplanen und mindestens rudimentäre Kenntnisse in Mechanik, Elektrik, Elektronik und Konfigurieren von PC-Software haben. Wer also schnell zum Ziel kommen will, einfach nur drucken möchte und vielleicht auch kein handwerkliches Geschick hat, sollte besser zum Fertiggerät greifen.

Dennoch braucht man nicht abzuwinken: Der Hersteller stellt eine unserer Meinung nach sehr gute Baumappe zur Verfügung. Sie beschreibt wirklich jeden Schritt bis ins Detail in deutscher Sprache. Aussagekräftige große Bilder sorgen zusätzlich dafür, dass nichts schiefgehen kann. Immerhin kommt dieses Dokument damit auf insgesamt 765 Seiten und ist als PDF auf der Seite k8200.eu zu finden. Zudem ist darin die Anleitung zur Konfiguration der Druckersoftware genauso gut beschrieben und bebildert.

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© Archiv

Der fertig aufgebaute K8200 ist 50 cm lang, 42 cm breit, 62 cm hoch und wiegt rund 8 kg.

Achten Sie aufs richtige Werkzeug

Wir raten: Fangen Sie erst an, wenn jedes geforderte Werkzeug vorhanden ist. Ein Blick in die Baumappe zeigt auf der ersten Seite, was dazu für den Zusammenbau benötigt wird. Das meiste Werkzeug wie Schraubenschlüsel, Maßband, Zange und Messer wird man sicherlich im heimischen Werkzeugkoffer finden. Da fast alle Schrauben des Bausatzes aus Imbusschrauben bestehen, sollte ein Satz Imbusschlüssel von 1,5 bis 6 mm vorhanden sein. Auch brauchen Sie unbededingt eine Zange für die Sicherungsringe der Gleitlager. 

Neben den mechanischen Komponenten gibt es noch die elektrischen/elektronischen Komponenten, die letztendlich verdrahtet werden müssen. Neben einem passenden Lötkolben (maximal 30 Watt oder besser gleich eine Lötstation) mit Lötzinn und Flussmittel (Kolophonium) benötigen Sie einen Seitenschneider sowie ein Werkzeug zum Abisolieren der Drahtenden. 

Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein Messer zum Abisolieren der recht dünnen Drähte weniger gut geeignet ist. Auch wenn man sich noch so sehr vorsieht, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, einzelne Drähtchen der Adern der flexiblen Litze ungewollt wegzuschneiden.

Was sonst noch gebraucht wird

Auch ein Multimeter zum Messen elektrischer Größen wie Spannungen und Widerstände wird benötigt. Damit stellen Sie den Arbeitspunkt der Motortreiber auf dem Motherboard des Druckers auf den korrekten Wert ein. Keine Sorge, diese Einstellung ist unkompliziert und in der Baumappe genau beschrieben und groß bebildert. 

Los geht's

Sämtliche Teile des Druckers sind in nummerierten Plastiktüten verpackt. Die Baumappe beschreibt die Montage in 19 Kapiteln. Weitere sieben Kapitel beschreiben alle Schritte von der Installation der Druckersoftware über die erste Inbetriebnahme bis hin zur Aktualisierung der Firmware. Unsere Empfehlung ist, chronologisch Kapitel für Kapitel der Baumappe abzuarbeiten.

Der lange Weg zum Ziel

Befolgt man alle Schritte nach Anleitung, kann prinzipiell nichts schiefgehen. Dennoch sind uns einige Punkte aufgefallen, auf die wir bei einem erneuten Aufbau besonders achten würden.

So sollte man unbedingt die Leichtgängigkeit der Gleitlager peinlichst genau nach dem entsprechenden Montageschritt prüfen. Verschiebt man beispielsweise das Druckbett leicht mit der Hand in alle möglichen Richtungen, sollten keine Ruckler zu spüren sein. Wenn doch, dann müssen die entsprechenden Lager und die zugehörigen Gleitachsen neu ausgerichtet werden, bis alle Bewegungen leichtgängig sind. Das Gleiche gilt für die Beweglichkeit der Z-Achsen, also die Bewegungsrichtungen hoch und runter.

Schwergängige Lager sind später häufig Ursache für Schrittverluste beim Druck. Das äußert sich in ungleichmäßig über- oder nebeneinanderliegenden Druckschichten.

Das Druckbett wird von den Schrittmotoren in jede Richtung (x-Richtung, y-Richtung) über Zahnriemen angetrieben. Achten Sie darauf, diese nicht allzu fest zu spannen. Denn das führt später ebenfalls zu Schrittverlusten und unbrauchbaren Ausdrucken. Es genügt vollkommen, diese nur so fest zu spannen, dass sie nicht mehr durchhängen.

Erste Gehversuche

Nach dem Aufbau und der Verdrahtung bereiten Sie den PC für den Anschluss des Druckers vor. Sowohl die Hardware als auch die Firmware basieren auf den GNU Open-Source-Communities RepRap und Sanguinololu, sodass für den Drucker die frei erhältliche Software Repetier verwendet werden kann. Diese Software laden Sie wie in der Baumappe beschrieben von der Seite repetier.com herunter. Nach der Installation erfolgen wie in der Baumappe beschrieben die Basiskonfiguration sowie die Justage der Motortreiber, der Endlagenschalter, des Extruders und des Druckbetts.

Nun steht dem Drucken handfester Dinge nichts mehr im Wege. Auch wenn die ersten Drucke enttäuschend sein sollten: Lassen Sie sich nicht entmutigen. Wichtig ist, die Einstellungen der Software Schritt für Schritt für den Drucker zu optimieren. Dafür gibt es keine allgemeinen Parameter. Versuchen Sie genau zu verstehen, was jeder Parameter am Ausdruck bewirkt. Dann werden Sie mit der Zeit immer bessere Ergebnisse erzielen.

Wir haben für den Zusammenbau der Mechanik rund 14 Stunden gebraucht. Die elektrische Verkabelung hat weitere rund sechs Stunden Zeit in Anspruch genommen. Danach folgten ungezählte Stunden zum Optimieren der Druckergebnisse.

Fazit

Der K8200 bietet Spaß für Schrauber, Tüftler, Elektronik-Begeisterte, Programmierer und PC-Liebhaber zugleich. Wer Spaß an diesen Dingen hat, wird sich von seinem 3D-Drucker nicht mehr trennen wollen. Vorsicht: Suchtgefahr.

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