Vielseitige Rettungsmöglichkeit

USB-Stick bootfähig machen

Zum Glück gibt es zahlreiche kostenlose USB-Stick-Tools (siehe Tabelle). Zuerst stellt sich die Frage, wie man einen USB-Stick bootfähig macht. Dazu wird ein Startsektor benötigt, der üblicherweise einen MBR (Master Boot Record) enthält. Das ist ein kurzer Programmcode, der vom BIOS aufgerufen wird und anschließend wiederum den Bootloader des Betriebssystems ausführt (also ein Zwei-Stufen-Prozess). Art und Position dieses Startsektors entscheidet, ob ein USB-Stick als USB- HDD oder Super-Floppy gehandhabt wird. Ein Notfall-Stick sollte als USB-HDD-Typ vorliegen.

Funktion Tool Download, URL
BartPE-Notfall-Medium auf USB-Stick kopieren PeToUSB 3.0.0.8 http://www.gocoding.com/page.php?al=petousb
Bootloader mit Multiboot-Fähigkeit Grub4DOS 0.4.4, Grub-Installer 1.1 http://gna.org/projects/grub4dos
Bootloader mit Multiboot-Fähigkeit (auf Basis von Grub4Dos, vorkonfiguriert) Bootable USB-Drive Utility 1.6.2 http://www.fuwi.ethz.ch/files/USB-Boot_Utilitys.zip
MBR-Managment Tool MBRWizard 2.0b http://mbrwizard.com
MBR-Viewer/Editor, HexEditor (nur beschränkt kostenlos) WinHex 15.2 http://www.x-ways.net/winhex/index-d.html
Microsoft Systemdateien zum Erstellen von VistaPE-Medien Windows Automated Installation Kit (AIK) v1.0 http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=de&FamilyID=c7d4bc6d-15f3-4284-9123-679830d629f2
Notfall-Medium auf Linux- und FreeDOS-Basis Ultimate Boot CD 5.0 beta11 http://www.ultimatebootcd.com
Notfall-Medium auf XP und Vista-Basis (Script-Sammlung) Winbuilder 0.76 http://winbuilder.net
Notfall-Medium auf XP-Basis BartPE 3.1.10a http://www.nu2.nu/pebuilder
Notfall-Medium auf XP-Basis (vorkonfiguriert) Ultimate Boot CD for Win 3.22 (UBCD4Win) http://www.ubcd4win.com/index.htm
U3-Funktion von USB-Stick entfernen U3 Removal-Tool http://u3.com/support/default.aspx
USB-Stick auf Low Level-Ebene formatieren HDD Low Level Format Tool 2.36 b1181 http://hddguru.com/content/en/software/2006.04.12-HDD-Low-Level-Format-Tool
USB-Stick formatieren und bootfähig machen HP USB Disk Storage Format Tool http://hp-usb-disk-storage-format-tool.software.informer.com
USB-Stick sichern (inkl. MBR), Imaging-Programm USB Image Tool http://www.alexpage.de/?page_id=3
XP-, Vista- und Linux-Rettungs-ISOS von USB booten

© Archiv

WinBuilder erstellt per Mausklick diverse PE-Projekte über Scripte und automatisierte Downloads aus dem Internet.

Aber Achtung, Windows selbst legt einen USB-Stick schon mal als Super-Floppy an. Etwa, wenn man ihn per Low Level-Format vollständig gelöscht hat und danach von Windows neu partitionieren lässt. Eine Grundformatierung ist nützlich, um auch versteckte Daten (U3-Unterstützung, Viren, Bootfähigkeit) loszuwerden. Die gelingt mit dem Tool HDD Low Level Format Tool. Es ist daher ratsamer, zum Partitionieren und Formatieren das HP USB Disk Storage Format Tool zu verwenden (HPUSBFW). Es richtet einen Stick als USB-HDD inklusive MBR ein und kann auch mit NTFS formatieren (falls unbedingt benötigt).

Achtung: In der Labelbezeichung dürfen Sie nicht mehr als 11 Zeichen verwenden, sonst gibt das HP-Tool eine Fehlermeldung aus.

Anwender, die ein BartPE-basierendes Notfallmedium auf einen USB-Stick übertragen wollen, verwenden meist das Programm PeToUSB. Dieses kann einen Stick ebenfalls bootfähig machen und formatieren. Anschließend kopiert PeToUSB alle Dateien des BartPE-Mediums auf den Stick. Auf die Boot- und Formatierungsfunktionen von PeToUSB sollte man aber besser verzichten. Denn PeToUSB arbeitet mit FAT16, was Sticks über 4 GByte ausschließt. Richten Sie den Stick besser mit HPUSBFW und FAT32 ein. Verwenden Sie von PeToUSB ausschließlich die Kopierfunktion (oder kopieren Sie manuell, siehe unten). So sind auch Notfall-Sticks mit 8 GByte und mehr möglich.

MBR, Track0? Booten durchschauen!

XP-, Vista- und Linux-Rettungs-ISOS von USB booten

© Archiv

Drei USB-Sticks im HexEditor (WinHex). 1. = nicht bootfähig (Sektor 0 ohne MBR, kein vollständiger Track Zero). 2. = boofähig, USB-HDD-Typ (Sektor 0 mit MBR, vollständiger Track Zero mit 31,5 KByte). 3. = bootfähig, Superfloppy-Typ (kein Track Zero, Startsektor = erster Sektor der Partition).

Rätseln Sie, ob Ihr Stick bootfähig ist und als USB-HDD-Typ vorliegt? Nervt Sie ein alter Bootmanager? Ein Hexeditor (z.B. WinHex) macht das Mysterium Booten anschaulich. Beim HDD-Typ liegt der Startsektor außerhalb des Dateisystems, die Partition beginnt bei Sektor 63. Die davorliegenden Sektoren (Nr. 0 bis 62) benötigen 31,5 KByte und werden zusammen Track Zero (Spur 0) genannt. Der erste dieser Sektoren (Nr. 0) ist der für das Booten zuständige Startsektor. Im Hexeditor erkennt man einen vorhandenen MBR daran, dass Sektor 0 mit Daten gefüllt ist. Außerdem wird hier auch die Partitionstabelle gespeichert.

Es ist also keine gute Idee, einen Sektor 0 zu löschen. Die restlichen Sektoren von Track Zero lassen sich aber zumeist ohne große Folgen löschen. Denn Track Zero wird normalerweise vom Betriebssystem und von Anwendungen nicht genutzt. Nur spezielle Programme wie Boot-Manager legen hier evtentuell Daten ab. Und auch Viren verstecken sich im Track Zero. Ist ein bootfähiger USB-Stick als Super-Floppy eingerichtet, entspricht der Startsektor dem ersten Sektor der Partition und es gibt keinen Track Zero. Backup-Programme wie Acronis True Image erfassen beim Imaging einer Betriebssystem-Partition auch den Track Zero.

Durch Wiederherstellung eines solchen Images (inklusive Track Zero!) auf einem zweiten USB-Stick kann man den ersten Notfall-Stick leicht klonen (samt Bootfähigkeit!). Dank des USB Image Tools geht das auch kostenlos. Im Device Modus sichert das Programm den Stick inklusive Track Zero. Das Kommandozeilen-Programm MBRwizard ist ein Manager für den MBR und Track Zero. Mit mbrwiz /disk=# /wipe=1-62 (# = Laufwerksnummer des USB-Sticks) löschen Sie alle Sektoren von Track Zero mit Ausnahme des Startsektors. Das Programm kann außerdem den MBR sichern, wiederherstellen oder reparieren.

Mehr Infos zu PE-Systemen von XP und Vista gibt die letzte Seite...

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