USB 3.0

Highspeed zum Nachrüsten für PC und Laptop - so geht's

Schnelle USB-Laufwerke mit USB 3.0 sind längst Standard. Entsprechende externe Festplatten und Sticks sind überall günstig zu bekommen. Wir zeigen, wie Sie selbst ältere Desktop-Rechner mit wenig Aufwand nachrüsten und so von der Highspeed-Datenübertragung profitieren.

USB 3.0 nachrüsten

© usb.org

USB 3.0 nachrüsten

Inhalt

Wenn Sie keinen neuen Rechner mit USB-3.0-Schnittstelle besitzen, können Sie diese mithilfe einer Steckkarte äußerst preiswert nachrüsten. Die günstigsten PCIe-Karten mit zwei USB-3.0-Anschlüssen kosten im Handel um die 15 Euro und sind in fünf Minuten eingebaut. Wie Sie einen alten PC mit USB 3.0 ausstatten, erklären wir in unserem Workshop Teil 1:

USB 3.0 am PC nachrüsten mit PCIe-Karte

1. Trennen Sie den Rechner vom Stromnetz. Sehen Sie im Gehäuseinneren nach, ob Ihr PC über einen freien "PCIe 2.0 x1"-Steckplatz verfügt. Das ist der kurze Steckplatz, der sich meist neben dem Grafikkartensteckplatz befindet.

PC

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2. Entfernen Sie die seitliche Slotblechblende und stecken Sie die neue USB-3.0-Karte vorsichtig in den vorgesehenen PCIe-Steckplatz.

PC

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3. Um den sicheren Sitz der Karte zu gewährleisten, schrauben Sie noch das Slotblech der Karte mit einer Schraube fest ans Gehäuse.

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4. Bevor Sie das Gehäuse schließen, verbinden Sie einen freien Stromstecker mit dem Stromanschluss der USB-Karte. Windows 8 erkennt die Karte automatisch, bei älteren Windows-Versionen muss der beigelegte Treiber installiert werden.

PC

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Allerdings befinden sich die USB-Anschlüsse dann auf der Rückseite - für manche Anwender vermutlich eine weniger ideale Lösung. Besser wäre es, die Anschlüsse nach vorne zu verlegen. Ist im PC-Gehäuse noch ein 3,5-Zoll-Laufwerksschacht unbesetzt, kann man ein Gerät wie das "USB 3.0 Front Panel inkl. PCI Express Card" des Herstellers DeLock verwenden und zwei USB-3.0-Anschlüsse an die Gehäusefront verlegen. Im Paket, das im Internethandel etwa 40 Euro kostet, befindet sich neben dem Front Panel mit zwei Anschlüssen noch eine PCI-Express-Karte.

Diese wird in das Mainboard Ihres Rechners gesteckt und per mitgeliefertem Kabel mit dem Frontpanel verbunden. Angesichts der niedrigen Preise für das Frontpanel oder gar die Erweiterungskarten lohnt die zweite Alternative für PC-Besitzer, nämlich der Tausch des ganzen Mainboards gegen ein neues Modell mit integrierten USB-3.0-Steckplätzen, nur für wenige Anwender.

Steckkarte,

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Mit einer PCI-Express-Karte wie hier von Belkin kann USB 3.0 auf Desktop-Rechnern bequem nachgerüstet werden.

Problemfall: USB 3.0 im Laptop nachrüsten

Auch in aktuellen Notebooks ist USB 3.0 inzwischen längst Standard. Zumindest ein schneller USB-3.0-Port ist praktisch immer vorhanden. Eine Nachrüstung von Laptops auf USB 3.0 ist dagegen fast immer ausgeschlossen, da die Anschlüsse im Gerät fest verdrahtet sind. Die einzige Möglichkeit stellen sogenannte "USB 3.0 ExpressCards" dar.

Diese Adapterkarten gibt es schon für unter 20 Euro und sie sind in Sekundenschnelle eingesteckt. Bei neueren Modellen stehen die 3.0-Ports auch nicht mehr heraus, sondern schließen bündig mit dem Gehäuse des Notebooks ab. Das Problem dabei ist jedoch, dass es kaum noch Notebooks gibt, die über einen entsprechenden Expresscard-Einschub verfügen. Sollte das bei Ihrem Laptop der Fall sein, können Sie sich jedoch glücklich schätzen und der Aufrüstung nach USB 3.0 steht nichts mehr im Wege.

Festplatte

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Den USB-3.0-Anschluss gibt es in verschiedenen Steckertypen.

USB 3.0 und Hubs

Natürlich lassen sich USB-3.0-Geräte an älteren Hubs betreiben. Doch wie zuvor schon geschrieben, gilt auch hier: Nicht mit USB-3.0-Geschwindigkeit! Um die größtmögliche Übertragungsrate zu erreichen, bedarf es eines USB-3.0-Hubs. Geräte mit vier Anschlüssen kosten im Handel von etwa 20 Euro an aufwärts. An diesen Hubs lassen sich auch ältere USB-Geräte betreiben, aber eben nur mit der vorgesehenen, geringeren Geschwindigkeit.

Man kann seine alte 2.0-Festplatte also nicht beschleunigen, indem man sie an einem USB-3.0-Hub betreibt. Die Bremse ist nicht der Hub oder die Kabelverbindung zum Hub, sondern die Schnittstelle an der Festplatte selbst, die schlicht und einfach nicht über die notwendigen Kontakte verfügt, um SuperSpeed erreichen zu können.

Mini-Port für USB 3.0

Die sogenannte USB-3.0-Micro-B-Schnittstelle kommt hauptsächlich bei externen 2,5-Zoll-Festplatten zum Einsatz, die den USB-3.0-Standard unterstützen. Diese Schnittstelle ist flacher und breiter als der Mini-Port unter USB 2.0. Die Ausführung war notwendig, um den hohen Datentransfer unter USB 3.0 aufrechtzuerhalten. Beim Kauf einer solchen Festplatte sollten Sie darauf achten, dass das passende USB-3.0-Kabel beiliegt. Es gibt immer wieder Anbieter, die diese Kabel separat im Angebot haben.

Hintergrund: USB 3.0 erklärt

Seit ungefähr drei Jahren sind Rechner und Endgeräte mit dem ultraschnellen USB 3.0 in großen Mengen verfügbar. Der Standard überträgt dank seines SuperSpeed-Modus theoretisch bis zu 5 Gbit/s und ist somit etwa zehnmal schneller als der Vorgänger USB 2.0. Davon profitiert freilich nur der, der auch einen PC oder ein Notebook mit USB-3.0-Anschluss besitzt.

Zwar lassen sich USB-3.0-Geräte auch am USB-2.0-Port verwenden, doch der Geschwindigkeitsvorteil ist dann bekanntlich dahin. Anders herum gilt das natürlich genauso: Ein USB-2.0-Endgerät läuft auch am USB-3.0-Port nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit, selbst wenn die alten Kabel scheinbar passen. Einen wichtigen Unterschied gibt es bei den Kabeln dann doch: Um den neuen SuperSpeed-Modus nutzen zu können, sind fünf neue Kontakte nötig.

Die USB-3.0-Kabel sind dadurch minimal dicker und liefern außer mehr Daten zusätzlich mehr Strom an das Endgerät. Die zusätzliche Stromversorgung mithilfe eines Y-Steckers, die früher bei externen USB-Festplatten oft üblich war, ist überflüssig. Zur besseren Unterscheidbarkeit sind USB-3.0-Stecker und Anschlüsse in der Regel blau markiert.

Wer noch einen älteren PC mit USB 2.0 hat und viel Zeit mitbringt, der kommt vielleicht auch weiterhin ohne USB-3.0-Geräte und Schnittstellen aus. Wer dagegen HD-Filme auf Festplatten speichert, Backups anfertigt oder große Datenbanken auf externe Laufwerke verschiebt, der sollte ernsthaft über ein Upgrade nachdenken, zumal entsprechende Erweiterungskarten und auch die externen USB-3.0-Festplatten inzwischen überall günstig zu bekommen sind.

Ausblick: USB 3.1 doppelt so schnell wie USB 3.0

Das kommende USB 3.1 erhöht das ohnehin schon hohe Tempo von USB 3.0 deutlich. Während USB 3.0 eine Bruttodatenrate von 5 Gbit/s erreicht, steigert sich mit USB 3.1 die Schnittstellen-Bandbreite auf 10 Gbit/s. Gleichzeitig reduziert sich auch der Protokoll-Overhead von 20 Prozent auf nur noch drei Prozent. Möglich macht das die neue Kodierung, bei der ein 132 Bit großes Datenpaket aus 128 Bit Nutzdaten besteht. Erste Geräte mit USB-3.1-Unterstützung werden für Ende 2014 erwartet.

Eine weitere Neuerung: Mit USB 3.1 hält ein neuer Steckertyp Einzug, nämlich der Typ C. USB-Stecker gab es bisher in zwei Ausführungen. Einmal den schmalen Typ A, über den alle USB-Laufwerke mit einem Rechner oder einem Notebook verbunden werden; zum anderen der breitere Typ B, der direkt an ein Endgerät wie einen Drucker, einen Scanner oder ein 3,5 Zoll großes USB-Laufwerk gesteckt wird. Bei Smartphones, Tablets und Digitalkameras kommt aus Platzgründen eine schmalere Version dieses Steckers zum Einsatz, der Mini-B-Stecker.

Besonders praktisch: Kabel mit dem neuen Steckertyp C können in jeder Drehrichtung eingesteckt werden - ein "verkehrt herum" gibt es damit nicht mehr. Der Steckertyp C unterstützt auch das Aufladen von Endgeräten mit hohen Stromstärken und kann laut Spezifikation bis zu 100 Watt vertragen. Wie schon beim Übergang von USB 2.0 zu USB 3.0 sollen die Steckertypen A und B auch zwischen USB 3.0 und USB 3.1 vollständig abwärtskompatibel sein.

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