Benutzerfreundlichkeit optimieren

Usability-Tests für den kleinen Geldbeutel

Wie steht es um die Benutzerfreundlichkeit Ihrer Website? Wir zeigen, wie sich die eigenen Seiten selbst bei geringem Budget wirksam prüfen lassen.

  1. Usability-Tests für den kleinen Geldbeutel
  2. Lautes Denken
internet, webdesign, usability, website, optimierung

© Volker Hinzen, Daniela Schrank

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Missverständliche Texte, komplizierte Navigation und fehlende Orientierung - sicherlich haben Sie sich auch schon über wenig nutzerfreundliche Webseiten geärgert. Website-Anbieter begehen immer wieder den gleichen Fehler: Sie machen sich intensiv Gedanken über Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Besucher, ohne diese jedoch einmal selbst zu fragen. Dabei sollten Sie die Außensicht unbedingt berücksichtigen, da die an der Entwicklung der Website Beteiligten nicht unvoreingenommen auf das eigene Angebot blicken.

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© Volker Hinzen, Daniela Schrank

Rubrizierung aus Anbieter-Sicht: Unterscheiden die Besucher der ARD-Seiten ebenfalls zwischen Information und Unterhaltung?

Sind die eigenen Seiten einfach zu bedienen? Wissen die Nutzer stets, wo sie sich befinden? Sprechen Sie die Sprache der Kunden? Diese und zahlreiche weitere Fragen stellen sich bei der Optimierung. Sorgen Sie dafür, dass sich die Besucher auf Ihren Seiten gut zurechtfinden und wohlfühlen. Zahlreiche Dienstleister bieten zwar eine professionelle Usability-Beratung an, gerade kleinere Unternehmen und Organisationen können sich die Ausgaben für eine umfassende externe Unterstützung jedoch häufig nicht leisten.Wir stellen Ihnen Methoden vor, mit denen Sie Ihre Seiten trotz knappen Budgets komplett oder zumindest in wesentlichen Teilen selbst prüfen können. Setzen Sie beim Website-Check je nach Entwicklungsphase und zur Verfügung stehender Zeit etwa auf Techniken wie Card-Sorting, Rapid-Prototyping und Interviews und kombinieren Sie die Methoden miteinander.

Ziele im Blick

Der Feinschliff bei Design und Navigation ist lediglich ein Aspekt, den Sie bei der Verbesserung der Usability beachten sollten. Beginnen Sie bei der Optimierung eines Web-Angebots mit viel grundsätzlicheren Fragen: Welche Ziele verfolgen Sie mit der Website und welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen? Welche Ziele haben die Nutzer, die auf die Seiten kommen?Unser Beispiel verdeutlicht einen möglichen Zielkonflikt: Ein Anbieter möchte möglichst viel über seine Besucher erfahren, mit der besten Absicht die Angebote zielgruppenoptimiert zu gestalten. Die Kunden wollen hingegen nur bestellen und sind nicht daran interessiert, Persönliches über sich preiszugeben. Informieren Sie sich daher bereits zu Beginn der Konzeptionsphase intensiv über die Wünsche und Bedürfnisse der Besucher.

Probanden auswählen

Doch wie lassen sich geeignete Probanden gewinnen? Vergeben Sie Usability-Tests an eine Agentur, müssen Sie sich um die Rekrutierung von Testnutzern keine Gedanken machen. Erstellen Sie die Seiten jedoch in Eigenregie oder führen Sie trotz externer Unterstützung einen Teil der Tests selbst durch, kümmern Sie sich um die Auswahl der Kandidaten.Bitten Sie bei einem gänzlich neu erstellten Webauftritt Verwandte, Freunde oder Bekannte um Hilfe. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Teilnehmer nicht zu tief über die konkreten Aufgaben und Abläufe des Unternehmens oder der Organisation informiert sind. Ein zu großes Vorwissen führt leicht zur Betriebsblindheit.Eine weitere Möglichkeit der Rekrutierung bietet sich, wenn Sie mit dem Web-Angebot lediglich einen ergänzenden Kommunikations- oder Vertriebskanal eröffnen möchten. Sprechen Sie in diesem Fall Personen aus Ihrem bisherigen Kundenstamm an. Je größer die Zahl der Teilnehmer ist, umso aussagekräftiger wird das Ergebnis der Tests ausfallen.

Karten sortieren

In der Konzeptionsphase oder spätestens zu Beginn der Entwicklungsphase verspricht das Card-Sorting-Verfahren gute Erfolge. Mit dieser Technik entwickeln Sie benutzerfreundliche Navigations- oder Menüstrukturen. Schreiben Sie sämtliche Produkte und Themen, die Sie vorstellen möchten, jeweils einzeln auf Karten. Wählen Sie eine mindestens zweistellige Zahl von Testpersonen aus und lassen Sie sie die Karten auf Themengruppen verteilen.Sie haben dabei die Wahl: Entweder lassen Sie den Teilnehmern freie Hand, die Oberthemen selbst zu benennen, oder Sie geben entweder nur die Anzahl oder auch die Namen der Rubriken fest vor. Ein mehrstufiger Einsatz der Technik verspricht zusätzlichen Erfolg: Machen Sie beispielsweise in einem ersten Schritt keinerlei Vorgaben, um eine möglichst breite Auswahl an Gruppenbezeichnungen zu erhalten. Überprüfen Sie das so erhaltene Ergebnis anschließend noch einmal mit fester Vorgabe von Anzahl und Namen der Oberthemen. Im Idealfall erhalten Sie eine optimale Rubrizierung, bei der sich die meisten User problemlos zurechtfinden.

Entwürfe als Papierskizzen

Sind Sie noch nicht sicher, in welche Richtung sich der Grundaufbau der Seiten entwickeln soll, dann gehen Sie mit Papierskizzen an den Start. Beim sogenannten Rapid-Prototyping sparen Sie das Geld für die aufwändige technische Umsetzung von Ideen, die eventuell nach der ersten Begutachtung sofort wieder hinfällig werden.Zeichnen Sie den Aufbau mit Bleistift und Papier oder mit einem Skizzenwerkzeug wie Balsamiq Mockups (www.balsamiq.com ), iPlotz (www.iplotz.com ) oder Pencil (www.evolus.vn/Pencil/ ). Es müssen nicht unbedingt alle grafischen Feinheiten bis ins Detail ausgearbeitet werden. Bereits mit sehr einfach gehaltenen Papiermodellen oder Bildschirmskizzen lässt sich beispielsweise der logische Aufbau der Seiten testen.Ein wesentlicher Vorteil des Einsatzes von Skizzen: Ohne allzu hohe Kosten lassen sich gleich mehrere Parallelentwürfe zur Diskussion stellen. Bei gedruckten Entwürfen haben die Teilnehmer des Tests die Möglichkeit, auch selbst Änderungsvorschläge einzuzeichnen.

Interview und Fragebogen

Interview und Fragebogen sind klassische Methoden, die sich für alle Phasen der Website-Entwicklung nutzen lassen. Führen Sie das Interview als offenes Gespräch oder arbeiten Sie strukturierter eine für alle Probanden gleiche Fragenliste ab. Machen Sie Notizen oder lassen Sie ein Tonband mitlaufen. Jede Frage sollte möglichst kurz und einfach formuliert sein und sich lediglich auf einen einzigen Aspekt der Website beziehen. Wie gut die Ergebnisse bei offenen Interviews ausfallen, hängt vor allem von der Hartnäckigkeit des Interviewers ab, bei Unklarheiten nachzubohren.

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© Volker Hinzen, Daniela Schrank

Vor allem in Shops gibt es immer wieder zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten: Hier lässt sich die Stückzahl im Warenkorb nicht ändern.

Bei Fragbögen gibt es ebenfalls die Wahl zwischen offener und geschlossener Fragetechnik. Offene Fragen erfordern jedoch von Teilnehmern und Auswertenden einen sehr hohen Zeitaufwand. Geschlossene Fragen lassen sich schneller im Multiple-Choice- Verfahren ausfüllen. Wenige Kreuze genügen, um entweder mit "Ja" oder "Nein" oder mit der Ausprägung auf einer Bewertungsskala zu antworten. Typisch sind in diesen Fällen abgestufte Angaben zur Häufigkeit von "nie" bis "immer" oder zur Intensität von "sehr schwach" bis "sehr stark".Die Ankreuz-Fragebögen lassen sich sehr gut in einer Online-Version anbieten. Neben objektiven Eigenschaften der Seiten lässt sich mit Interviews und Fragebögen vor allem die subjektive Sicht der Testenden ermitteln. Räumen Sie den Probanden vor Beantwortung der Fragen genügend Zeit ein, die betreffenden Entwürfe oder Webseiten kennenzulernen.Eine Besonderheit stellt der moderierte Gruppentest dar. Mehrere Testpersonen sollen gemeinsam Fragen zur Website beantworten oder Aufgaben lösen. Zeichnen Sie das dabei geführte Gespräch auf. Aus den Diskussionsbeiträgen lassen sich häufig wertvolle Rückschlüsse auf möglichen Änderungsbedarf bei Ihren Seiten ziehen.

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