Sicheres Zuhause

Haussicherheit in der Urlaubszeit - So behalten Sie Ihr Heim im Auge

In Deutschland wird im Schnitt alle vier Minuten in eine Wohnung eingebrochen. Besonders einfach ist es für Einbrecher in der Urlaubszeit. Geschlossene Fensterläden, dunkle Zimmer und überquellende Briefkästen stellen für Kriminelle geradezu eine Einladung zum Wohnungseinbruch dar.

Kameraüberwachung schreckt Einbrecher ab.

© Hersteller/Archiv

Kameraüberwachung schreckt Einbrecher ab.

Mehr als 144.000 Wohnungseinbrüche gab es in Deutschland im Jahr 2012. Und während die Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität knapp 55 Prozent beträgt, liegt sie bei Wohnungseinbrüchen bei gerade einmal 15,7 Prozent. Eine überlastete Polizei und die Sorglosigkeit vieler Bürger machen Deutschland zu einem Paradies für Einbrecher. Ihrem vergleichsweise geringen Risiko, gefasst zu werden, stehen gute Aussichten auf fette Beute gegenüber.

Während man die Personaleinsparungen bei der Polizei wohl hinnehmen muss, sollte man es Einbrechern möglichst schwer machen. Ein Blick auf die Einbruchstatistik zeigt, wo man am besten ansetzen sollte. Bei Einfamilienhäusern werden Terrassen- oder Balkontüren in etwa der Hälfte aller Einbrüche zum Einstieg benutzt, dicht gefolgt von Fenstern. Haustüren sind nur selten der Angriffspunkt, da sie zumeist auf der Straßenseite liegen und somit leicht beobachtet werden können.

10 Tipps für ein sicheres Haus

In Mehrfamilienhäusern erfolgen die Einbrüche dagegen in etwa der Hälfte der Fälle durch die Wohnungstür und ansonsten zu gleichen Teilen durch Terrassen- und Balkontüren oder Fenster. Entsprechend sollten Sie auch Ihre Sicherheitsstrategie ausrichten: Wer im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses wohnt, sollte vor allem die Wohnungstür stärken und Fenster oder Balkontür weniger beachten. Wer dagegen ein Einzelhaus besitzt sollte sich zunächst von der Straße abgewandte Türen oder Fenster vornehmen und diese durch diverse Sicherheitsmaßnahmen schützen.

Fenster und Türen sichern

Wie eingangs erwähnt, stellen Türen und Fenster die von Einbrechern bevorzugte Schwachstelle dar. Idealerweise sollten alle Außentüren über einbruchhemmende Schlösser nach DIN 18251 der Klasse 4 oder 5 verfügen. In Schlösser mit Mehrfachverriegelung sollten Profilzylinder nach DIN 18252 der Angriffswiderstandsklasse 2 eingebaut werden. Zudem muss ein Schutzbeschlag nach DIN 18257 mit zusätzlicher Zylinderabdeckung montiert werden.

Fenster sollten bei Abwesenheit niemals gekippt sein, denn sie sind sehr einfach aufzuhebeln. Um sicherzugehen, rüsten Sie Ihre Fenster am besten mit einbruchhemmenden Beschlägen nach DIN 18104 und abschließbaren Fenstergriffen aus. Die Montage sollten Sie einem Fachmann überlassen; nur dieser kann Ihnen sagen, ob und welche Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll eingebaut werden können.

Philips M100D/12, In.Sight, Bewegungserkennung

© Philips

Mit der WLAN-Heimkamera M100D/12 von Philips mit integrierter Geräusch- und Bewegungserkennung behält man sein Zuhause auch vom Urlaubsort im Auge. Die Überwachung erfolgt per iPhone oder iPad per App oder via Browser über jeden PC.

Natürlich lassen sich Fenster und Glastüren im Normalfall sehr leicht einschlagen. Wenn eine Vergitterung nicht erwünscht oder nicht möglich ist, empfiehlt sich eine einbruchhemmende Verbundsicherheitsverglasung nach DIN EN 356 ab Klasse P4A. Diese bringt allerdings nur in Verbindung mit den oben erwähnten Beschlägen die gewünschte Wirkung. Rollläden lassen sich im Normalfall sehr leicht nach oben schieben oder aus der Führung hebeln. Sie schützen daher nicht wirksam vor Einbrüchen.

Kaufberatung: Alarmanlagen von Gira

Allerdings werden im Handel auch einbruchhemmende Rollläden nach DIN EN 127 angeboten, die der Widerstandsklasse 2 oder höher entsprechen sollten. Da die Rollläden exakt eingebaut werden müssen und die Funktion einer Überprüfung bedarf, sollten Sie die Einbaumaßnahmen ebenfalls einem Fachmann überlassen. Sind Türen und Fenster durch mechanische Maßnahmen geschützt, sollten Sie Ihre Wohnung zusätzlich mit einer Alarmanlage absichern. 

Modular erweiterbare Alarmanlagen

Für Alarmanlagen kann man einige Hundert oder viele Tausend Euro ausgeben und sich vor Einbrüchen, Überschwemmungen oder Bränden schützen oder zumindest davor warnen lassen. Empfehlenswert ist etwa das RWE SmartHome Sicherheitspaket, das inklusive Zentrale ca. 400 Euro kostet. Es besteht aus per Funk miteinander verbundenen Bewegungs- und Rauchmeldern, Tür- und Fenstersensoren sowie einer Zentrale, die den Besitzer im Notfall per Nachricht auf das Smartphone warnen. Er kann dann weitere Maßnahmen ergreifen und die Polizei oder einen Nachbarn benachrichtigen.

Kamera, Außersirene, Funkalarmzentrale

© ABUS

Das Sicherheitssystem von ABUS besteht aus diversen Komponenten, die sich quasi beliebig erweitern lassen. Das Herz des Systems ist die Funkalarmzentrale, die sich über einen Browser, ein iPhone oder ein iPad bedienen lässt.

Im Handel findet man auch Bewegungsmelder, die auf verdächtige Bewegungen mit einem akustischen Alarm über eine Außensirene reagieren. Der Sicherheitsexperte ABUS bietet mit der Funkalarmanlage Secvest 2WAY ein erweiterbares System, das sich auf einfache Weise einrichten lässt. Es besteht aus diversen Komponenten wie Außensirenen, Rauch-, Öffnungs- oder Bewegungsmeldern und einer Alarmzentrale. Alle Komponenten sind per Funk miteinander verbunden, Kabel müssen also nicht verlegt werden. Im Notfall schlägt die bis zu 105 dB laute Alarmsirene den Eindringling in die Flucht, während die Alarmzentrale den Hausbesitzer über den ungebetenen Gast benachrichtigt.

Alarmsystem, Bewegungsmelder, Sicherheit

© RWE

Die SmartHome-Zentrale von RWE lässt sich aufstellen oder an der Wand befestigen. Sie verbindet sich drahtlos mit den anderen Komponenten des Alarmsystems wie etwa Bewegungsmeldern und steuert auf Wunsch über das Internet auch die Heizungsanlage fern.

Simulierte Anwesenheit

Einen etwas anderen Weg beschreitet die Firma Rademacher aus dem westfälischen Rhede. Unter dem Namen HomePilot vertreibt Rademacher ein funkbasiertes System zur Haussteuerung, mit dem sich bequem Rollläden, Elektrogeräte oder die Lichtanlage per Smartphone, Tablet oder einen PC bedienen und fernsteuern lassen. Über das System lassen sich auch Szenarien anlegen, die per Knopfdruck etwa für einen stimmungsvollen Abend sorgen: Die Rollläden werden geschlossen, das Licht gedimmt, aus der Stereoanlage erklingt entspannende Chill-out-Musik.

Das Ganze funktioniert auch, wenn der Bewohner verreist ist, um auf diese Weise seine Anwesenheit vorzutäuschen. Hat man vor Ort vergessen, die entsprechenden Szenarien zur Ausführung vorzuprogrammieren, kann man das über das Internet von überall nachholen. Noch überzeugender wird die Simulation durch die integrierte Zufallsfunktion, bei der Rollläden, Licht oder Musik willkürlich ein- und ausgeschaltet werden.

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