Diebstahlschutz, offene WLANs und Co.

Sicherheit im Urlaub: Diese 8 Tipps sollten Sie beachten

Im Urlaub müssen Sie nicht nur auf Auto, Brieftasche und Nachwuchs aufpassen, sondern auch auf Smartphone, Tablet und andere mobile Geräte. Wir geben 8 Tipps, worauf Sie auf Reisen achten sollten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Sicherheit im Urlaub

© Antonio Guillem / shutterstock

Wer mit Smartphone und Notebook auf Reisen geht, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen vornehmen.

1. Die richtige Vorbereitung daheim

Sicheres Reisen beginnt zu Hause. Besonders wenn Sie mehrere Wochen lang nicht da sind, um nach dem Rechten zu sehen, kündigen Sie Ihre Reise auf keinen Fall in sozialen Netzwerken an - selbst wenn Sie unter Pseudonym registriert sind oder Ihre Inhalte nur von Freunden gelesen werden können. Auch sollten Sie Ihre Mailbox-Nachricht nicht ändern. Zufällige Anrufer müssen ja nicht wissen, wohin und wie lange Sie im Ausland unterwegs sind.

Während Sie weg sind, sollte Ihr Haus einen möglichst normalen Eindruck erwecken. Gardinen und Rollläden belassen Sie am besten genauso wie immer. Statten Sie ferner einige Stehlampen mit Zeitschaltuhren aus (ab 6 Euro pro Stück im Baumarkt). Apropos Stromkosten: Stecken Sie alle Elektrogeräte aus. Ihr Fernseher und andere Maschinen verbrauchen Strom, auch wenn Sie sie abgeschaltet haben.

Bevor Sie die Reise antreten, sollten Sie zwei Kopien aller Dokumente und Zugangskarten machen. Eine Kopie lassen Sie zu Hause, die andere nehmen Sie mit. Falls Dokumente im Urlaub verloren gehen, wissen Sie genau, was Sie sperren und ersetzen müssen.

2. Kostenfalle Mobilfunk

Ferngespräche müssen nicht sein. Bei einem ausgedehnten Urlaub ist der Kauf von SIM-Karten zum Telefonieren und UMTS-Sticks zum Surfen vor Ort oft sinnvoll. Natürlich sind Sie dann aber unter Ihrer alten Nummer währenddessen nicht erreichbar. Informationen über günstige Mobilfunkanbieter im Ausland recherchieren Sie im Vorfeld.

Wer solche Angebote nicht nutzen will, muss womöglich mit umfangreichen Roaming-Gebühren rechnen. Die in der Europäischen Union beschlossene Regulierung und effektive Minderung von Roaming-Kosten wird in der Praxis noch einige Zeit auf sich warten lassen. Bis Mitte 2018 sollen die Beschlüsse geprüft werden, bevor die Regulierung in Kraft treten kann.

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Reisen in Länder außerhalb der EU (inklusive Türkei) können mitunter horrende Kosten fürs Surfen mit sich bringen. Bei Smartphones und Tablets sollten Sie daher Roaming generell ausschalten und nur dann aktivieren, wenn Sie die Funktion auch wirklich nutzen müssen. Unter Android rufen Sie dies auf unter Einstellungen und dort unter Mobile Daten (für Roaming) bzw. Flugzeugmodus (für jegliche Mobilfunkverbindungen).

3. Die richtige Gadget-Auswahl

An digitalen Geräten sollten Sie nur das Mindeste mitnehmen. Das gleiche Prinzip gilt für persönliche Daten. Falls Sie z. B. privat hauptsächlich einen Laptop verwenden, empfehlen wir, diesen lieber zu Hause zu lassen. Diebe bereichern sich nicht nur an Ihrem Hab und Gut, sondern auch an Ihrer Identität.

Screenlock mit eigenem Muster

© Hersteller

Bestimmen Sie zum Schutz Ihres Smartphones eine einigermaßen komplexe Geste, die niemand so einfach nachahmen, geschweige denn erraten kann.

Die Daten, die Sie mitnehmen, sollten Sie verschlüsseln. Natürlich dürfen Batterien zum Wechseln bzw. Stromspeicher mit USB-Anschluss zum Laden unterwegs nicht fehlen. Informieren Sie sich außerdem über das Stromnetz Ihres Urlaubslandes. Welche Stecker weltweit mit welcher Spannung funktionieren, können Sie detailliert aus Wikipedia entnehmen. Schließlich sorgen eine Steckerleiste und/oder ein USB-Hub dafür, dass Sie alle Geräte gleichzeitig an einem Ort laden können.

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4. Schutz in offenen (Hotel-)WLANs

Schalten Sie automatische WLAN-Verbindung in Ihren Geräten generell aus und vermeiden Sie den Austausch persönlicher Daten. Wenn Sie sich dennoch in persönliche Konten einloggen müssen, achten Sie darauf, dass Sie auf HTTPS-Seiten surfen und SSL-Verschlüsselung aktiv ist.

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Einen zusätzlichen Schutz auf Android- Geräten bietet DroidSheep Guard. Das Programm schützt vor Spionen, die Sitzungs- Cookies im selben Netz abgreifen und sich so z. B. in eine Facebook-Sitzung einklinken können. DroidSheep läuft im Hintergrund und scannt das Netzwerk. Bei einem drohenden Angriff trennt die App die Verbindung zum WLAN und gibt eine Warnung ab. Von Online-Banking in öffentlichen WLANs müssen wir aber strikt abraten. Nehmen Sie bei dringenden Transaktionen lieber ein paar Euro Roaming-Gebühren in Kauf.

5. Diebstahl-Prophylaxe

Das Mindestsicherheitsmaß für alle mitgenommenen Geräte sind Passwörter. Smartphones und Tablets von Android lassen sich im Menü Einstellungen/Sicherheit eine Bildschirmsperre zuweisen. Zur Auswahl stehen PIN und Passwort, die beide eine beliebige Länge aufweisen. Mit Gegenlicht ist das Tastaturfeld allerdings oft schwer zu erkennen.

Die bekannte Mustereingabe über neun Bildschirmpunkte ist oft die bessere Lösung, da eine Fingergeste schneller einzugeben und leichter zu merken ist. Die Methode ist sogar sicherer, wenn Sie Ihre Geste mit zwei bis drei Fingerwischern hinreichend komplex gestalten. Schalten Sie aber im Sicherheitsmenü die Option Muster sichtbar machen aus. Ansonsten kann jemand, der Ihnen über die Schulter schaut, anhand der Striche die Richtung Ihrer Geste nachvollziehen.

PC Magazin Backup

© PC Magazin

PC Magazin Backup Easy konfigurieren Sie mit den drei Links in der Mitte.

Passwörter auf Windows-Laptops vergeben Sie unter Systemsteuerung/Benutzerkonten und Jugendschutz/Benutzerkonten/Konten verwalten. Hier wählen Sie einfach jedes Konto aus, klicken auf Kennwort erstellen und folgen den Anweisungen. Wenn Sie auf den Laptop absolut nicht verzichten können, sollten Sie vor Reiseantritt zumindest ein Back-up Ihres Systems und Ihrer wichtigsten Dateien hinterlegen. Hierfür hat PC Magazin im Zusammenhang mit Ocster das kostenlose PC Magazin Back-up Easy (Download) entwickelt. Mit einer Datensicherung behalten Sie alle wichtigen Dateien, selbst wenn der Rechner abhanden kommt.

Machen Sie auf Ausflügen viele Fotos und Videos, kann es ebenfalls nicht schaden, diese alle paar Tage nach Begutachtung auf eine externe Festplatte zu kopieren. Android-Geräte haben ebenfalls eine interne Back-up-Funktion - zumindest von Anwendungsdateien, WLAN-Passwörtern und weiteren Einstellungen direkt auf Ihr Google-Konto. Das Gerät lädt diese Back-ups periodisch hoch, sobald eine WLAN-Verbindung besteht. Sie können die Funktion unter Einstellungen/Sichern & Zurücksetzen aktivieren.

6. Verschlüsselung für Windows und Mobil

Damit potenzielle Diebe mit den Daten gar nicht erst etwas anfangen können, verschlüsseln Sie am besten Ihre Festplatten und Datenträger. Seit der Einstellung von TrueCrypt empfehlen wir für diesen Zweck Bitlocker Drive Encryption von Microsoft. Benutzer von Windows Vista (Ultimate und Enterprise), Windows 7 (Ultimate und Enterprise), Windows 8.1 (Pro und Enterprise) sowie Windows 10 haben das Programm bereits kostenlos mit der Windows-Installation. Anwender mit anderen Windows-Versionen müssen entweder ein kostenpflichtiges Upgrade fahren oder stattdessen Konkurrenzprodukte wie VeraCrypt benutzen.

Bitlocker

© Windows

Der in Windows integrierte Bitlocker verschlüsselt Ihre Festplatte. Nur das Passwort dafür darf man nicht vergessen.

Sie erreichen Bitlocker über das Suchfeld in der Systemsteuerung. Prüfen Sie, dass keine CDs, DVDs oder USB-Sticks im Computer stecken. Klicken Sie auf Bitlocker verwalten und danach auf Bitlocker aktivieren neben der Festplatte, die verschlüsselt werden soll. Voraussetzung zur Benutzung sind mindestens zwei Festplattenpartitionen, bei denen das TPM (Trusted Platform Module) aktiviert ist. Wenn Sie allerdings die Bildschirmanweisungen befolgen, wird automatisch eine neue Partition erstellt bzw. TPM aktiviert. Der Rest des Prozesses erklärt sich von selbst.

Lesetipp: Bitlocker - wie Sie Ihre Festplatte verschlüsseln

Bei Android-Smartphones und -Tablets ist die Verschlüsselung mittlerweile ebenfalls im Lieferumfang des Betriebssystems enthalten. Dabei geht es aber um die Verschlüsselung der SD-Karte, die ja jederzeit entnehmbar ist - egal ob der Dieb Zugriff auf das Smartphone hat oder nicht. Die Funktion finden Sie unter Einstellungen/Speicher/Verschlüsselung von Telefonspeicher. Ein Text-Assistent führt Sie durch die Einrichtung, wo Sie einstellen können, für welche Schreibvorgänge künftig ein zusätzliches Passwort nötig sein wird.

Achtung: Die Verschlüsselung lässt sich nur wieder rückgängig machen, indem Sie das Gerät auf Standardeinstellungen zurücksetzen, was den Verlust all Ihrer Daten bedeutet.

Im schlimmsten Fall, wenn Ihr Gerät wirklich in die Hände von Langfingern gerät, kann ein elektronisches Alarmsystem helfen. Dafür stecken Sie dem Gegenstand einen Sender zu und behalten den Empfänger als Schlüsselanhänger bei sich. Sobald sich beide Teile zu weit voneinander weg bewegen, fangen beide Teile an, laut zu piepen. Solche Alarmsysteme bekommen Sie bereits ab 20 Euro. Wireless Leash von Zomm kostet mit knapp 60 Euro etwas mehr, bietet zusätzlich aber eine App für Smartphones und Tablets, die den Sender ersetzt.

7. Geräte schützen mit Prey

Ist der Dieb nicht zu fassen und handelt er schnell, bleiben nur noch wenige Optionen. Ungestört und mit genug Zeit lassen sich nämlich so gut wie alle Sicherheitsvorkehrungen aushebeln. Spätestens nach einem Hardware-Reset sehen Sie Ihr Hab und Gut höchstwahrscheinlich nie wieder. Dagegen hilft selbst das beste Passwort nichts, aber immerhin werden so auch alle persönlichen Daten gelöscht. Bis dies jedoch geschieht, können Sie mit langarmigen Sicherheitstools wie Prey den Standort des Geräts verfolgen und weitere Informationen über den Dieb erlangen.

Tool Prey

© Hersteller

eiWenn Sie Ihr Gerät als gestohlen melden, sendet das Sicherheits-Tool Prey regelmäßig Standortdaten und Bilder zur Verfolgung des Täters.

Prey (Download) ist ein Programm für Windows, Linux, Mac sowie Android und iOS-Mobilgeräte. Für Privatpersonen ist es gratis (Installation auf bis zu drei Geräten gleichzeitig). Nach der Konfigurierung registrieren Sie einen kostenlosen Account, an den Sie Ihre Geräte binden. Die Prey-Einsatzzentrale erreichen Sie über Ihren Browser, indem Sie sich mit den Zugangsdaten unter preyproject.com einloggen.

Im Notfall melden Sie Ihren Laptop oder Ihr Smartphone/Tablet als verloren, indem Sie in der Übersicht auf die Schaltfläche Set Device to Missing klicken. Solange das Gerät Internetzugang und GPS-Empfang hat, sendet es regelmäßig Standort, IP-Adresse und Fotos von jeder angeschlossenen Kamera an das Netzwerk. Die Mobilversion erlaubt es Ihnen auch, das Ausschalten des Geräts zu blockieren, solange es im Standby-Modus ist. So finden Sie schnell heraus, wo sich der Übeltäter aufhält und können bei der Polizei sogar Fotobeweise anführen.

Das Risiko, Elektrogeräte zu verlieren, ist aber nur dann gegeben, wenn man sie unterwegs auch wirklich braucht. Zu viele Personen haben Zugang zu Ihrem Hotelzimmer, und Sie können nicht immer garantieren, dass diese vertrauenswürdig sind. Verschließen Sie also am besten den Laptop im hoteleigenen Safe, wenn Sie unterwegs sind.

8. Leichtsinn vermeiden

Der wichtigste Rat zur Vermeidung von solcherlei Stress im Urlaub ist allerdings die Kommunikation und Absprache mit der Familie oder anderen Mitreisenden. Wenn eine Person sich umsichtig verhält und alle anderen leichtsinnig sind, war alle Planung für die Katz. PC Magazin wünscht einen erholsamen Urlaub!

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