Downloads mit Tarnkappe

Downloaden ohne Angst vor Strafe: Usenet statt P2P-Netzwerke

Anwaltskanzleien und Behörden sind bei der Jagd auf Filesharer immer erfolgreicher. Viele Downloader decken sich deshalb nur ncoh aus dem Usenet mit Filmen, Musik und Spielen ein.

  1. Downloaden ohne Angst vor Strafe: Usenet statt P2P-Netzwerke
  2. Verdeckt ins Usenet
  3. Usenet - aber sicher!
  4. Mini-Workshop: anonym mit Alt.Binz
Hacker Download

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Hacker Download

Gut 40 Prozent aller aktuellen Kinofilme sind illegal im Internet erhältlich, teilweise schon Tage vor dem jeweiligen Filmstart, so das Ergebnis einer Untersuchung der Kampagne "Respect Copyrights". Diese einfache Verfügbarkeit ist verlockend, aber gefährlich. Die schweizerische Firma Logistep ist eine der Internet-Detekteien, die sich dem Kampf gegen illegale Downloads verschrieben hat. Mit einer eigens entwickelten Software legen sich die eidgenössischen Schnüffler in Tauschbörsen wie eMule oder BitTorrent auf die Lauer. Lange müssen sie nicht warten, dann geht ihnen wieder ein Downloader in die Falle. Stolz präsentiert Logistep seine Erfolgsbilanz auf der Firmenwebseite in Form von Kopien aktueller Gerichtsurteile: Meist geht es um Kinofilme oder Computerspiele. Den Verurteilten, die die Kosten der Verfahren selbst bezahlen müssen, drohen Ordnungsgelder in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro oder mehrmonatiger Ordnungshaft bei erneuter Zuwiderhandlung. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges, denn ein Großteil der Ertappten lässt es gar nicht erst zu einem Gerichtsverfahren kommen. Die Mehrzahl der Fälle wird von den beteiligten Anwaltskanzleien außergerichtlich abgewickelt: Mit kostenpflichtigen Abmahnungen und Unterlassungserklärungen müssen die Betroffenen ihr illegales Verhalten teuer bezahlen.

Unsichere P2P-Netzwerke

Die andere Art des Herunterladens, die Tauschbörsen wie eMule, eDonkey oder BitTorrent erst so erfolgreich gemacht haben, ist gleichzeitig auch ihre Schwachstelle. Statt wie herkömmlich eine Datei vollständig von einem Server im Internet zu saugen, geben die Tauschteilnehmer schon Bruchstücke (Segmente) der Datei untereinander weiter, selbst wenn sie die Dateien noch nicht komplett geladen haben. Allerdings können sich alle Beteiligten "sehen" und genau hier setzen die Internet-Detektive an.

Dubai: Die neue Download-Oase

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Das Schaubild zeigt die Neuveröffentlichungen ("Releases") in P2P-Tauschbörsen seit Anfang 2007. In 2009 ist ein deutlicher Rückgang zu Verzeichnen: Der Prozess gegen "The Pirate Bay" und die vermehreren Abmahnungen scheinen die illegalen Anbieter aus den P2P-Netzen zu vertreiben.

Sie durchstöbern die Tauschbörsen nach illegalen Angeboten von Filmen, Musik oder Spielen im Auftrag der jeweiligen Rechteinhaber. Haben sie eine verdächtige Datei entdeckt, klinken sie sich in den Download ein und sehen sofort die IP-Adressen der Beteiligten, die jeden Computer im Internet eindeutig identifizieren. Anhand der IP und der Uhrzeit wird nun versucht den Downloader zu identifizieren. Anschließend müssen sich die Ermittler an die jeweiligen Internet-Provider wie 1&1 oder Alice wenden, die aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Vorratsdatenspeicherung gezwungen sind, die IP-Adressen ihrer Kunden sechs Monate lang zu sichern.

In der Gesamtschau kann man deshalb für alle Tauschbörsen und das BitTorrent-Netzwerk nur ein vernichtendes Fazit ziehen: Wer hier immer noch urheberrechtlich geschütztes Material saugt, geht ein hohes Risiko ein und muss jederzeit damit rechnen, ertappt zu werden. Inzwischen scheint sich dies auch in der Szene herumgesprochen zu haben: Wie in der Grafik zu sehen ist, knickten die Angebote in Tauschbörsen in den letzten Monaten dramatisch ein. Haben die Rechteinhaber nun den lang erhofften Sieg errungen? Mitnichten, wie eine aktuelle Studie aus Schweden belegt: Anonymisierungsdienste erfreuen sich stattdessen einer immer größeren Beliebtheit, so das Ergebnis der Wissenschaftler. Filesharer seien eher bereit für den Schutz der eigenen Identität zu zahlen, als mit dem illegalen Downloaden aufzuhören.

So funktioniert das Usenet

Eine beliebte Quelle für anonyme Downloads ist das Usenet, ein weltweites Netzwerk, das parallel zum Internet existiert. In "Newsgroups" finden hier Diskussionen zu Themen und Nachrichten aller Art statt. Doch am Meinungsaustausch haben viele Usenet-Nutzer schon lange kein Interesse mehr: Sie haben ihren Blick nur auf die sogenannten "Binary Newsgroups" gerichtet, denn nur in dieser Unterhierarchie des Usenets sind Dateianhänge erlaubt. Und gerade unter diesen Dateien, die als "Binaries" bezeichnet werden, findet man neben vielen legalen Dingen auch eine Unmenge an urheberrechtlich geschützten Audio-, Video- oder Fotodateien. Wer etwa bei Google nach "alt.binaries" sucht, wird schnell auf die Namen beliebter Newsgroups wie alt.binaries.multimedia, alt.binaries.dvd oder alt.binaries.erotica stoßen - direkt zugreifen kann man auf die Dateien aber nicht. Dazu muss man sich erst bei einem Usenet- Provider anmelden. Um die Dateien herunterzuladen, muss man ein spezielles Download- Programm benutzen, den "Newsreader". Viele Usenet-Provider liefern einen Newsreader mit, es gibt aber auch Freeware-Programme wie Alt.Binz (Mini-Workshop auf Seite 4). Viele Neueinsteiger werden vom Usenet positiv überrascht sein, denn im Gegensatz zu Tauschbörsen ist der Download oft in voller DSL-Geschwindigkeit möglich.

Worauf Sie bei der Verwendung des Usenets achten müssen, erfahren Sie auf der nächsten Seite...

UseNeXT: Ihr Zugang ins Usenet

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