Potz Blitz

Überspannungsschutzgeräte im Vergleich

Jedes Jahr fallen viele teure Elektrogeräte Überspannungen zum Opfer. Schaltvorgänge, statische Aufladungen oder defekte Isolationen verursachen gefährlich hohe Spannungen. Die häufigsten Auslöser sind Blitzeinschläge.

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Überspannungsschutz-Geräta

Weltweit schlagen etwa 100 000 Blitze pro Stunde ein. Pro Jahr und Quadratkilometer hat man in Deutschland mit fünf bis acht Blitzeinschlägen zu rechnen. Ein Überspannungsschutz (SPD = Surge Protection Device) in Form einer Steckdosenleiste kann niemals die gesamte Energie eines Blitzes absorbieren bzw. ableiten.

Als letztes Glied eines mehrstufigen Schutzsystems hilft der so genannte Feinschutz, die Gefahr von Überspannungsschäden zu minimieren. Wie gut die zehn Testkandidaten die angeschlossenen Geräte vor "Thors Hammer" schützen können, zeigte der Gang ins EMV-Labor.

Perfekter Schutz

100-prozentigen Schutz gegen Überspannungen garantiert auch das mehrstufige System nicht, bietet aber beste Aussichten, einen Schaden zu vermeiden. Feinschutz ist auch ohne Grob- und Mittelschutz sinnvoll, weil er Überspannungen zumindest abschwächen wird. Andererseits nützt es nicht viel, dass Ihr PC über einen Überspannungsschutz an das Stromnetz angeschlossen ist, wenn sich die Überspannung den Weg über den Internet oder Antennenanschluss suchen kann.

Funktionsweise

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Um einen Überspannungsschutz günstig aufzubauen, finden hauptsächlich Varistoren Verwendung. Der Varistor ist ein Spannungsabhängiger Widerstand. Beim Über- oder Unterschreiten der Schwellenspannung ändert der VDR schlagartig seinen elektrischen Widerstand. Während er bei Nennspannung so hoch ist, dass nur ein zu vernachlässigender Strom fließen kann, wird er beim Überschreiten der Schwellenspannung zum Kurzschluss.

Er wirkt quasi als Bypass und begrenzt so die Spannung. Zusätzlich kommen oft Gasableiter zum Einsatz. Wegen zu hoher Ansprechzeiten kommen Sie als alleiniger Schutz nicht in Betracht, absorbieren aber sehr hohe Energiemengen. Bei Erreichen der so genannten Zündspannung entsteht im Inneren ein Lichtbogen. Der Strom fließt über den Gasableiter und nicht über das angeschlossene Gerät.

Die Qual der Wahl

Der Kalthoff Überspannungsschutzstecker ist irgendwie anders als die anderen "Kinder". Er belegt eine Steckdose, kann im laufenden Betrieb gewechselt werden und bietet laut Hersteller Schutz im Umkreis von fünf Metern. Anders der kleine Zwischenstecker von Hama (00047667). Er ist die ideale Ergänzung zu einer vorhandenen Steckdosenleiste.

Sein größerer Bruder (00047840), selbst eine waschechte Master-Slave-Steckdosenleiste, musste zugunsten eines Master-Slave-Umschalters auf einen Netzschalter verzichten und saugt stetig 1,9 Watt aus dem Stromnetz.

Die zweite Master-Slave-Steckdosenleiste ist die Brennenstuhl Premium Protect Line im edlen Aluminiumgehäuse. Sie ist die Teuerste im Testfeld, hat aber alles, was das Herz begehrt. Mit integrierter Fax/Modem-Weiche, doppeltem Antennenschutz und einem Versicherungspaket, das sich sehen lassen kann, wurde sie Testsieger.

APC hat noch einen draufgesetzt. In ihrer Back-UPS ES ist auch die USV schon drin. Sie schützt nicht nur vor Überspannungen, sondern hilft auch bei Unterspannung oder Netzausfall. Per Software PowerChute und beiliegendem Datenkabel fährt sie den PC bei längerem Netzausfall herunter.

Kürzel Kennwert Beschreibung
UC Höchste Dauerspannung
UOC Impulsleerlaufspannung Höchstspannung eines Impulses
UP Schutzpegel Wert, auf den die Ausgangsspannung begrenzt wird
IN Nennableitstrom Scheitelwert des Stoßstromes (Impulsform 8/20µs)
IL Nennlaststom Maximal zulässiger Dauerstrom
Itotal Gesamtableitstrom Summe der Ableitströme aller Schutzpfade

Auch sie zieht ständig Strom, hält damit ihren Akku fit. Die APC Performance Surge Arrest dagegen, ist "nur" eine normal Überspannungsschutz-Steckdosenleiste. Sie lässt nichts vermissen. 30 Jahre Garantie und 100 000 Euro Versicherungssumme für angeschlossene Geräte - inklusive Datenrettung - sprechen für sich. Sie erkennt falsche Verkabelung und Überlast. Vergleichbare Ausstattung findet man in der Belkin SurgeMaster.

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Bis auf die Fax/Modem-Weiche fehlt es ihr an nichts. Dafür gibt es bei der Versicherungssumme kein Limit. Gembird verzichtet bei seiner Power Cube Surge Protector auf alle Features. Sie bietet guten Überspannungsschutz fürs kleine Geld. Die Revolt Profi ist wahlweise mit RJ45, RJ11 oder Antennenschutz zu haben. Der Preis ist niedrig, die Schutzwirkung leider auch. Nicht empfehlenswert! Mit der Revolt Multimedia beweist der Hersteller, dass es auch anders geht: Sie bietet guten Schutz bei guter Ausstattung.

Leider fehlen die nötigen Anschlusskabel. Die Testgeräte der Hersteller Hama, Revolt und Kalthoff bieten nur die gesetzliche Gewährleistung. Versichert sind die angeschlossenen Geräte ebenfalls nicht. Von unter zehn Euro bis weit über hundert Euro kosten die Geräte im Testfeld. Manche enthalten Entstörfilter, die zusätzlich elektromagnetische Störungen reduzieren.

Sicher ist Sicher

Bei vielen Herstellern erwerben Sie mit dem Kauf des SPD eine Geräteschutz-Police. Die Versicherungssumme ist meist werbewirksam auf die Verpackung gedruckt und reicht von einigen tausend Euro bis hin zu unbegrenzt. Zu welchen Bedingungen Ihre Geräte versichert sind, ist unterschiedlich. Wollen Sie auf Nummer Sicher gehen, bleibt Ihnen die Lektüre der Versicherungsbedingungen nicht erspart.

Überspannungsschäden

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Testergebnisse auf einen Blick

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland fast 2,5 Millionen Blitze registriert. Die 450 000 gemeldeten Überspannungsschäden kosteten die Versicherer rund 240 Mio. Euro. Bei 636 ausgewerteten Schadensakten aus 2005 und 2006 betrug der Anteil an IT-Geräten (Computer und Telekommunikationsgeräte) 42,92%.

Angesichts der Anzahl der Schäden hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. eine Studie an der Fachhochschule in Auftrag gegeben. Sie ergab unter anderem, dass ein Schaden in einer Entfernung von mehr als 3000 Metern zum Einschlagsort höchst unwahrscheinlich ist. Beträgt der Abstand bis zu 3000 Meter ist ein Überspannungsschaden bei frei stehenden Gebäuden denkbar.

In dörflicher Umgebung ist ein Schaden nur bis 2000 Meter von Einschlag entfernt wahrscheinlich und sinkt in (vor-)städtischer Umgebung bis auf 1500 Meter ab. Dabei sind Geräte mit mehr als einer Anschlussleitung, wie z.B. ein PC mit DSL-Anschluss, stärker durch Überspannungen gefährdet als Geräte mit einfachem Anschluss. Die gesamte Studie steht unter www. gdv.de als Download zur Verfügung.

Tipp

Bei manchen Sachversicherern sind Überspannungsschäden bereits durch die Hausratversicherung abgedeckt. Prüfen Sie Ihre Unterlagen

Beweislast

Ohne Anhaltspunkte wird es schwierig, der Versicherung gegenüber einen Überspannungsschaden glaubhaft zu machen. Verschmorte Leitungen und Anschlüsse lassen ebenso auf Überspannungen schließen, wie der gleichzeitige Ausfall mehrere Geräte. Ist nur ein Gerät defekt, und das ohne erkennbare Spuren, denkt meist niemand an einen Schaden durch Überspannung. Der Ausfall wird mangelnder Qualität oder der Altersschwäche des Gerätes zugeschrieben.

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