Die neuen Features des iPhone 3GS im Überblick

Übersicht: Die Unterschiede zwischen Apples iPhone 3Gs und 3G

Was kann das neue Apple iPhone 3GS wirklich? Ist es eine technische Revolution oder doch nur ein langweiliges Mini-Upgrade? Wir zeigen alle Neuerungen - und ob sie wirklich nützen.

Was kann das neue Apple iPhone 3GS wirklich? Ist es eine technische Revolution oder doch nur ein langweiliges Mini-Upgrade? Wir zeigen alle Neuerungen - und ob sie sich wirklich lohnen.

Äußerlich unverändert, unter dem Deckel aber generalüberholt. So stellte Apple am Montag abend das neue iPhone 3GS vor. Ab 19. Juni wird es bereits bei T-Mobile erhältlich sein ([int:article,100409]wir berichteten[/int]). Die zwei Gramm Extra-Gewicht (135 statt 133 Gramm) klingen nicht spektakulär, deuten aber bereits auf technische Veränderungen hin. Was ist tatsächlich neu und anders? Was bringen diese und für wen lohnen sie sich? Hier die wichtigsten Veränderungen und Fortschritte vom 3GS gegenüber einem Vorgänger 3G samt unserer ersten Einschätzung im Überblick.

Apple iPhone 3G S

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Apple iPhone 3G S (Quelle: Apple Inc.)

Die Hardware

Ähnlich wie Rolls-Royce gibt Apple beim iPhone keine konkreten Leistungsdaten an. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass als Hauptprozessor ein Chip von Samsung (Typ S5L8900) werkelt, der von seinen serienmäßigen 620 auf 420 Megahertz gedrosselt wurde. Apple verspricht für das 3GS je nach Einsatzgebiet eine doppelte bis dreifache Geschwindigkeit. Es wird deshalb vermutet, dass im 3GS auch ein neuer Prozessor/Chipsatz zum Einsatz kommt - wahrscheinlich wiederum von Samsung. Wie die amerikanische Hardware-Webseite Anandtech schreibt, soll tatsächlich deutlich schnellere hardware verbaut sein: Als Hauptprozessor ein ARM Cortex A8 statt eines ARM11. Der Grafikkern (GPU) stammt wiederum von Imagination Technologies. Allerdings soll mit dem PowerVR SGX ein deutlich schnelleres Modell als der bisherig MBX-lite verbaut sein. Apples Geschwindigkeitsangaben dürften somit realistisch sein; insgesamt entspricht die Chipbestückung der des kommenden Konkurrenten Palm Pre. Verdoppelt wurde zudem der Speicher: Das 3G gab es in Varianten zu 8 und 16 Gigabyte (künftig nur noch als 8-Gigabyte-Version), das 3GS ist mit wahlweise 16 oder 32 Gigabyte RAM bestückt. Fazit: Zwar müssen sich Apples Versprechungen in der Praxis erst noch bestätigen. Doch für häufige Nutzer Hardware-intensiver Anwendungen dürfte sich das Warten auf das 3GS lohnen.

Das Betriebssystem

Das 3GS wird standardmäßig mit dem neuen Betriebssystem iPhone OS 3.0 ausgeliefert. Klare Sache: Gegenüber dem Vorgänger ist es ein Quantensprung; so ist zum Beispiel endlich Copy & Paste möglich. Außerdem können nun MMS versendet und empfangen werden. Per Tethering lässt sich das iPhone mit OS 3.0 als Modem am PC nutzen. Geht ein iPhone verloren oder wird es geklaut, kommt der "find my iphone"-Dienst zum Zug: Per GPS-Tracking spüren Sie das Gerät auf oder löschen aus der Ferne die Inhalte. Ganz grundsätzlich soll 3.0 Entwicklern von Apps und Spielen deutlich verbesserte Möglichkeiten zur hand geben. Weiterhin nicht möglich ist Multitasking bzw. das Betreiben vom Programmen im Hintergrund. Laut Apple ist die dadurch drastisch verkürzte Akkulaufzeit der Grund. So toll sich das OS 3.0 anhört, für das 3GS ist es kein großes Argument. Denn in den Genuss kommen Sie per kostenlosem Update auch mit dem 3G. Lediglich für den Touch ist ein Obulus fällig; in den USA beträgt dieser 9,99 Dollar. Fazit: Das Betriebssystem OS 3.0 ist toll, aber nicht 3GS-exklusiv. Und stellt somit kein großes Argument für einen Wechsel dar.

Die Kamera

Einer der Hauptkritikpunkte am 3G ist die "lumpige" 2-Megapixel-Kamera. Das 3GS legt hier gewaltig nach: Die neue Optik schafft nun 3 Megapixel und kann vor allem endlich auch Videos aufnehmen. Und zwar immerhin in VGA-Qualität (640x480 Pixel), die Aufnahmen lassen sich direkt am Gerät schneiden und per MMS versenden. Ein Makromodus (bis 10 Zentimeter) sowie ein selektiver Autofokus (per Tippen an die gewünschte Bildstelle) runden das Upgrade ab. Fazit: Wenn Sie Ihr Handy gerne auch als Kamera benutzen, ist das 3GS eine essentieller Fortschritt.

Apple iPhone 3G S

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Die 3-MP-Kamera des 3GS nimmt endlich auch Videos in VGA-Auflösung auf.

Die Akkulaufzeit

Gemischte Gefühle: Für einige Anwendungsbereiche - Videos abspielen, Musik hören, WLAN-surfen - gibt Apple teilweise deutlich höhere Akkulaufzeiten an. Bei der "Basis", also Standby-Zeit, Sprachdauer und surfen per UMTS, bleiben die angegebenen Werte hingegen gleich. Allerdings stammen die Testreihen für das 3G noch aus dem Jahr 2008. Es darf also spekuliert werden, ob es sich um echte Verbesserungen, z.B. in Form von neuen, Strom sparenden Spezialchips handelt, oder ob es alleine am OS 3.0 liegt. Dann wären die angeblichen Verbesserungen nämlich gar keine. Fazit: Es bleibt abzuwarten, ob sich die angegebenen, teilweise längeren Akkulaufzeiten in der Praxis wirklich als solche erweisen.

Sprachsteuerung, Kompass & Mehr

Das 3GS besitzt eine eingebaute Sprachsteuerung, die sich zum telefonieren und in der Funktion als iPod nutzen lässt. Sie sagen einfach den Namen eines Kontakts oder eines Interpreten. Das iPhone wiederholt ihre Eingabe und verbindet Sie mit der gewünschten Person bzw. spielt die Lieder des gewünschten Interpreten ab. Das mobile Internet per HSDPA wird doppelt so schnell: Mit 7,2 statt 3,6 MBit pro Sekunde liegt das 3GS damit auf dem Niveau der modernen Konkurrenz. Im deutschen Mobilfunknetz übrigens ein nicht nur theoretischer Wert - das Mehr an Geschwindigkeit sollte sich zumindest teilweise auch nutzen lassen. Zu den Ein praktisches Extra ist der eingebaute digitale Kompass des 3GS. Aus ihm lässt sich im Zusammenspiel mit Google Maps und GPS einiges an Nutzen ziehen: So richten sich die Karten per Fingerdruck automatisch nach Norden oder der aktuellen iPhone-Richtung hin aus. Des weiteren sind damit aber auch gewitzte Anwendungen und Spiele denkbar. Apropos GPS: Der seit dem 3G verbaute GPS-Empfänger konnte seine Leistungsfähigkeit bisher mangels ordentlicher Software nicht ausspielen. Für das 3GS kündigten sowohl TomTom als auch Navigon entsprechende Programme an. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sie auf spezielle 3GS-Features setzen oder ganz allgemein auf OS 3.0 setzen. Damit wäre dann auch das 3G zum vollwertigen GPS-System aufrüstbar. Fazit: Schnelleres UMTS per HSDPA ist fürs mobile Internet praktisch, der digitale Kompass könnte sich als nettes Extra erweisen.

Apple iPhone 3G S

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Der eingebaute digitale Kompass im 3GS macht gleichermaßen nützliche wie originelle Anwendungen möglich.

Fazit: Viel Neues, viel Nützliches, aber keine Revolution

Lohnt sich das 3GS, vor allem auch für 3G-Besitzer? Angesichts der [int:article,70993]sehr gemischten und vielfältigen Nutzung[/int] dürfte für jeden Anwendertyp etwas dabei sein. Gleichzeitig sind die meisten Neuerungen wenig spektakulär oder waren, wie etwa die gesteigerte HSDPA-Geschwindigkeit, der Konkurrenz geschuldet. Den größten Sprung stellt insgesamt OS 3.0 dar. Das gibt es aber - sogar umsonst - auch für das aktuelle G3. Erneut hat Apple viele originelle Ideen eingebracht und damit die Sonderstellung des iPhones auf dem Smartphone-Markt zementiert. Der Umstieg vom 3G auf das 3GS ist aus rationalen Gründen heraus allerdings kaum nötig. bekanntlich spielt die Vernunft beim Erwerb von neuen Apple-Produkten aber selten eine entscheidende Rolle...

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