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Serie Social Media Marketing Twittern für Marken

Twitter lässt sich erfolgreich als Marketinginstrument einsetzen – zumindest, wenn man sich auf die Spielregeln des Social Marketing einlässt und neue Wege der Interaktion mit Kunden einschlagen möchte.
internet, webdesign, twitter, social marketing, marketing © Internet Magazin

Seit der Microblogging-Dienst Twitter derart durchschlagenden Erfolg hat, dass Prominente ihn zur Selbstdarstellung verwenden und die Medien die Reaktionen der Twitterer als Newsquellen und Stimmungsbarometer nennen, beteiligen sich immer mehr Unternehmen am Nachrichtenstrom, der jeweils auf 140 Zeichen pro Mitteilung beschränkt ist. Twitter verzeichnete im Herbst 2010 bereits 175 Millionen registrierte User, Tendenz stark steigend und bis zu eine Milliarde abgesetzte Tweets wöchentlich, da ist es wenig erstaunlich, dass auch Marketing über Twitter längst ein verbreitetes Phänomen ist.

Bevor Sie sich mit Ihren Dienstleistungen oder der Vermarktung Ihrer Kunden in den Twitterstrom von mehr als hundert Millionen Tweets am Tag werfen, sollten Sie sich allerdings ein paar grundsätzliche Gedanken machen und Ihre Social Media Strategie entwickeln: Richtlinien für das, was Sie veröffentlichen möchten und was nicht in die Timeline gehört sowie die strategischen Ziele, die Sie gerne über öffentliches Microblogging erreichen möchten.

Natürlich ist Twitter als Dienst auf den ersten Blick so simpel ausgestattet, dass man nicht viel überlegen müsste, um einfach loszulegen: anmelden, Profil angeben und in das Fensterchen Nachrichten von bis zu 140 Zeichen eingeben. Doch je nachdem, wie Ihre Ziele bei der Nutzung von Twitter aussehen, können Sie unterschiedliche Vorgehensweisen wählen.

Ebenso verschiedene Ansichten gibt es darüber, wie Erfolg im Twitter-Netzwerk aussieht. Manche Anwender versuchen, die benötigte Schwungmasse auch zu erzwingen, und nutzen fragwürdige Methoden, um besonders populär zu wirken oder ihren Account als Linkschleuder zu nutzen.

Follower – je mehr, desto besser?

Als User eines Twitter-Kontos können Sie bekanntlich anderen folgen und von anderen verfolgt werden, die Listen sowohl für Ihr eigenes Following als auch die mit Ihren Followern können Sie jederzeit einsehen. Schnell werden Sie feststellen, dass manche Twitterer scheinbar gewaltige Mengen an innigen Fans haben – oder woher haben sie so wahnwitzig hohe Followerzahlen?

Klicken Sie das Profil an und schauen Sie genauer hin: Hat dieser Account fünfstellige Follower- und ebenso fünfstellige Following-Zahlen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass die beeindruckende Zahl nur durch eine Software erzeugt wurde, die automatisch Follower generiert.

Die meisten dieser Programme folgen möglichst vielen Twitterern in der Hoffnung, dass diese automatisiert oder durch die Aufmerksamkeit geschmeichelt ihnen nun ebenfalls folgen – eine Twitter-Variante von Spam. Wer kann schon zehntausend oder mehr anderen Leuten tatsächlich lesend und aufmerksam folgen?

Über 60.000 Follower und ein aus mehreren Personen bestehendes, trotzdem den Einträgen zuzuordnendes Redaktionsteam: der Account von Zeit Online twitter.com/zeitonline. © Internet Magazin
Über 60.000 Follower und ein aus mehreren Personen bestehendes, trotzdem den Einträgen zuzuordnendes Redaktionsteam: der Account von Zeit Online twitter.com/zeitonline.

Bereits ab wenigen Hundert Followings bietet es sich an, den eigenen Bekanntenkreis mit der Listenfunktion weiter aufzuteilen, um komfortabel einzelne User-Gruppen lesen zu können. Für das ungeübte Auge oder in einer Pressemitteilung sieht eine gewaltig hohe Follower-Zahl aber natürlich nach imposanter Popularität aus, ähnlich den berüchtigten Hits in Website-Statistiken, die bei näherem Hinschauen kaum Aussagekraft besitzen.

Positive Trendsetter und Ausnahmen gibt es aber natürlich auch im Twitterversum – der Feinkostversand Gourmondo.de twittert unter twitter.com/gourmondoDE und hat fast so viele Followings wie Verfolgte, veröffentlicht täglich Grüße, Gewinnspiele, Rabatt-Codes und persönlichen Austausch und züchtet sich auf diesem Weg eine eigene kleine Twitter-Community heran.

Beeindruckend wirken vor allem Twitter-Accounts, die – langfristig – gegebenenfalls nur einer Handvoll oder wenigen Hundert Usern folgen, andererseits aber fünf- oder sechsstellige Followerzahlen vorweisen können.

Viele gehören Prominenten wie Neil Gaiman twitter.com/neilhimself oder bekannten Nachrichtendiensten wie Zeit Online twitter.com/zeitonline , inzwischen kommen auch immer mehr größere Unternehmen dazu, die mit einem Twitter-Konto Kundendienst betreiben möchten. In Deutschland bewegt sich dies bisher noch oft in einer Größenordnung wie bei Unitymedia twitter.com/unitymedia , wo ein Großteil der Antworten bisher noch aus „bitte geben Sie uns Ihre Kundennummer“ und „wir haben Ihre Meldung erhalten, bitte gedulden Sie sich“ besteht.

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