Voraussetzungen für das Fernsehen der nächsten Generation

TV-Empfang

DVB-S (Satellitenempfang)

DVB-S kann gegenüber DVB-C ohne laufende Kosten für den Zuschauer angeboten werden (von Pay-TV abgesehen), da der Satellitenbetrieb von den Sendeanstalten bezahlt wird. Es entstehen lediglich einmalige Anschaffungskosten für die Satellitenanlage, die bei etwa 120 Euro beginnen. Je nachdem, ob ein oder mehrere Satelliten und/oder mehrere Teilnehmer versorgt werden wollen, erhöht sich der Preis. Voraussetzung für den Betrieb ist eine möglichst freie Sicht der Schüssel auf den entsprechenden Satelliten.

Astra beispielsweise muss bei 19,2 Grad Südost angepeilt werden. Eine Montage auf dem Dach bietet sich an, aber auch der Balkon als Aufstellort ist denkbar, wenn er in der passenden Himmelsrichtung liegt. Die Installation und Einrichtung einer Sat-Anlage ist meist einfach, für den Aufbau eine Mehrteilnehmer-Anlage sollte man jedoch den Rat eines Fachmanns einholen.

Ein wichtiger Vorteil von DVB-S besteht darin, dass auf einem Transponder im Gegensatz zur analogen Verbreitung mehrere Programme abgestrahlt werden können. Das stellt für die Programmanbieter einen Kostenvorteil dar, da die Miete eines Satelliten-Transponders recht kostenintensiv ist. Die Anzahl der gleichzeitig abgestrahlten Programme hängt von der Datenrate ab, die den jeweiligen Programmen zugeordnet wird. Auch die Übertragung von HDTV stellt kein Problem dar, weil mit DVB-S auch hohe Datenraten "gefahren" werden können. Als Konsequenz werden einfach weniger Programme über einen Transponder abgestrahlt.

DVB-C (Kabelempfang)

Auch beim Kabelfernsehen benötigt man eine Settop-Box. Kabel ist mittlerweile weit verbreitet und insbesondere in Ballungszentren beliebt. Die Technik kommt auch dann zum Einsatz, wenn zum Beispiel vonseiten des Hauseigentümers die Montage einer Sat-Schüssel nicht erlaubt oder die Sicht zum Satelliten versperrt ist.

Kabel-TV ist allerdings mit laufenden Kosten verbunden. Je nach Anbieter sind ca. 17 Euro im Monat (Angebot von Kabel Deutschland Juni 2009) zu bezahlen, die bei Mietwohnungen oft über die Nebenkosten abgerechnet werden. Ist das Kabel noch nicht freigeschaltet, wird eine Bereitsstellungsgebühr von ca. 50 Euro* fällig. Noch teurer wird es, wenn beim Neubau eines Eigenheims der Kabelanschluss verlegt werden muss. Hier werden die Meter vom Knotenpunkt bis zum Haus abgerechnet.

Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Programmvielfalt. Sie hängt vom Anbieter ab, dem es obliegt, die Programme ins Kabelnetz einzuspeisen. Da auch die Bandbreite im Kabelnetz eingeschränkt ist, können zudem nur bedingt hochauflösende Programme ausgestrahlt werden. Sky, Nachfolger von Premiere, wird im Kabelnetz beispielsweise nur zwei HD-Kanäle anbieten, während Sat-Kunden künftig auf sechs HD-Kanäle zugreifen können (siehe auch Seite 7).

Ein Vorteil des Kabels ist: Neben TV lassen sich auch High-Speed-Internet und Telefon nutzen, was allerdings zusätzlich noch mal mit etwa 20 Euro pro Monat* zu Buche schlägt.

Fazit

Für den Empfang von digitalem Fernsehen gibt es drei Möglichkeiten. Immer dort, wo keine Sat- Schüssel zum Einsatz kommen kann, sollte man sich überlegen, ob man auf Pay-TV und eine große Programmvielfalt wert legt. Wer keine allzu großen Ansprüche hat, für den ist DVB-T eine kostengünstige und sichere Sache. Wer dagegen auf HDTV, Pay-TV und viele Programme spekuliert, kommt um einen Kabelanschluss nicht herum. Die ultimative Lösung für Anspruchsvolle stellt jedoch die Satellitentechnik dar. Die Anschaffungskosten sind zwar höher als bei DVB-C und -T, aber laufende Kosten gibt es dafür keine. Und der Nutzer wird für die anfängliche Mühe mit guter Bild- und Tonqualität sowie einem immensen Programmangebot belohnt.

Vor- und Nachteile DVB-T DVB-S DVB-C
Settop-Box ja ja ja
einmalige Anschaffung ca. 25 Euro (Durchschnittswerte im Internet für einfache Receiver bzw. komplette Sat-Anlage) ca. 120 Euro (Durchschnittswerte im Internet für einfache Receiver bzw. komplette Sat-Anlage) ca. 40 Euro (Durchschnittswerte im Internet für einfache Receiver bzw. komplette Sat-Anlage)
Bereitstellungsgebühr nein nein ca 50 Euro(je nach Angebot des Betreibers)
laufende Kosten nein nein ca. 17 Euro/Monat (je nach Angebot des Betreibers)
Programme max. 30 ca. 1500 ab 76 (je nach Angebot des Betreibers)
Störanfälligkeit bei schlechter Wetterlage ja ja nein
Installation leicht mittel leicht

Mehr zum Thema

Auf Digital-TV umrüsten
Zeitenwende

Wer im Analogzeitalter aufgewachsen ist, für den heißt es Abschied nehmen. In rund einem Jahr wechselt die TV-Übertragungstechnik beim…
Philips PD9003
Ratgeber Mobil-TV

Sie sind nicht zu Hause und wollen dennoch auf ihre Lieblingssendungen nicht verzichten? Mit diesen Geräten können Sie unterwegs fernsehen.
EyeTV Micro
Mobiler TV-Spaß

Filme schauen, Fernsehen empfangen oder einfach Musik hören: Für beste Unterhaltung unterwegs sorgen insbesondere Tablets. Wir sagen Ihnen, was Sie…
Satellit
DVB-C2 und DVB-T2

Der DVB-Standard macht mit DVB-T2 und DVB-C2 den nächsten Evolutionsschritt. Doch Deutschland tut sich mit dem Wechsel in die Zukunft des digitalen…
DVB-T2 HD
Ab Mitte 2016

In unserem Artikel erklären wir alles zu DVDB-T2 HD. Die neue Antennen-Technik bringt endlich Fernsehen in Full-HD.